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Chittorgarh, Rajasthan

Rajasthan: Beautiful view of sunset
 

Die Romantik der ritterlichen Rajputen vereinigt sich in der Festung von Chittorgarh, hoch oben auf einem Berg gelegen. Während seiner langen Geschichte wurde die Festung Chittor dreimal von Feinden überfallen, und dreimal endete der Überfall nach Art der Rajputen: Die Männer legten ihre gelben Hochzeitsgewänder an und ritten von der Festung aus in den sicheren Tod. Zur gleichen Zeit entzündeten die Frauen ein großes Feuer und begingen, rituellen Selbstmord (bekannt als Jauhar), indem sie in den Flammen starben.

Chittor erlitt die erste Niederlage im Jahre 1303 Damals besiegte Ala-ud-Din Khalji die Festung. Er war der Pathanen-König von Delhi und wollte die schöne Padmini erobern, die mit Bhim Singh, dem Onkel von Rana, verheiratet war. Als die Niederlage nicht abzuwenden war, entschieden sich die Edeldamen, einschließlich Padmini, für den Flammentod durch Jauhar, Bhim Singh führte seine in Gelb gekleideten Männer an, als sie sich auf ihren Pferden dem Feind entgegenwarfen. Im Jahr 1535 griff Bahadur das Fort an, und wieder gingen die Frauen in den Jauhar-Tod und wieder holten die Männer ihre gelben Hochzeitsroben hervor. Überlieferungen zufolge starben damals 13.000 Frauen und 32.000 Männer der Rajputen. Nur 33 Jahre später (1568) fand der dritte Sturm auf Chittor statt. Diesmal war der Mogulherrscher Akbar der Angreifer und auch der Erfolgreiche. Noch einmal fand nach dem bekannten Ritual der Jauhar bei den Frauen statt. Dann öffneten sich die Tore, und 8.000 Reiter gingen festlich gekleidet ihrer letzten Minute entgegen. Daraufhin flüchtete Maharana Udai Singh nach Udaipur und ließ dort eine neue Hauptstadt entstehen 1616 gab Jehangir die Festung Chittor den Rajputen zurück, aber sie behielten Udaipur als ihre Hauptstadt. Heute ist Chittor eine verfallene Festung. Einige Reste sind jedoch noch zu besichtigen und erinnern an die glücklichen Tage der Rajputen, aber auch an ihre Niederlagen.

Überblick:
Das Fort mit seiner 280 ha großen Fläche steht auf einem 180 m hohen Hügel, der sich abrupt aus der Ebene erhebt. Bis 1568 war auch die Stadt Chittor auf diesem Hügel, sogar innerhalb der Mauern des Forts. Die moderne Stadt, die Lower Town, erstreckt sich heute westlich des Hügels. Ein Fluß trennt diesen Teil der Stadt vom Bahnhof, vor der Bushaltestelle und von einem noch neueren Stadtteil.

SEHENSWÜRDIGKEITEN

 

Das Fort:
Erbauer des Forts ist Bhim gewesen, einer der Helden der Mahabharata. Alles Sehenswerte dieser Stadt finden Sie denn auch innerhalb der Festung. Ein steiler Weg führt Sie im Zick-zack-Kurs (1 km) durch sieben Tore zum Haupttor an der Westseite, dem Ram Pol.

Bei Ihrem Aufstieg passieren Sie zwei

Chittorgarh fort

Chittorgarh fort

Chhatris, das sind Gedenksteine zu Ehren von Jaimal und Kalla. Beide Helden starben 1568 während der Belagerung durch Akbar. Ein weiterer Chhatri erinnert an den Tod des Patta. Das Haupttor an der Ostseite ist das Suraj Pol. Im Fort selbst führt ein Rundweg um die Ruinen herum, und am Südende ist ein Wildpark.

Palast des Rana Kumbha:
Wenden Sie sich nach Betreten des Forts sofort nach rechts, gelangen Sie zunächst zu den Ruinen dieses Palastes. Zu ihm gehören Elefanten-und Pferdeställe und ein Shiva-Tempel. In einem Gewölbekeller dieses Palastes soll ein Jauhar stattgefunden haben. Gegenüber vom Palast ist das archäologische Büro und das Museum sowie die Schatzkammer oder Nau Lakha Bhandar.

Fateh-Prakash-Palast:
Direkt hinter dem Palast von Rana Kumbha steht der moderne Fateh Prakash-Palast (Maharana Fateh Singh starb erst 1930). In diesem Palast ist ein interessantes Museum untergebracht, in dem Statuen ausgestellt sind, die man in den verschiedenen Gebäuden innerhalb des Forts fand.

 

Siegesturm (Tower of Victory):
Wenn Sie weiter entgegen der Uhrzeigerrichtung gehen, erreichen Sie den Siegesturm (Jaya Stambh). Rana Kumbha ließ ihn zum Gedenken an seinen Sieb über Mahmud Khilji von Malwa im Jahre 1440 errichten. Gebaut wurde dieser Turm in den Jahren 1458 – 1468. Seine neuen Stockwerke ragen 37 m empor. Die Außenseite des Turms ist mit Hinduskulpturen verziert. Der Turm wurde durch Blitzschlag beschädigt, aber im letzten Jahrhundert wieder repariert. Unmittelbar beim Turm ist der Platz (Mahasati), auf dem die Ranas in der Zeit, als Chittorgarh noch Hauptstadt war, verbrannt wurden. Sie werden auch viele Sati-Steine in dieser Umgebung entdecken. Ferner steht hier noch der Sammidheshwar-Tempel.

Chittorgarh: Victory tower

Chittorgarh: Victory tower

Gaumukh Reservoir:
Hinter dem Tempel am Ende der Klippe ist ein tiefes Auffangbecken für Wasser. Gespeist wird es von einer Quelle, deren Wasser durch das Maul einer in den Felsen gehauenen Kuh fließt. Diese Figur verlieh dem Reservoir auch den Namen. Eine Öffnung in der Klippe führt zu der Höhle, von der man annimmt, daß in ihr Padmini mit ihren Gefährtinnen dem Tod durch Jauhar entgegenging.

 

Padminis Palast:
Gehen Sie weiter in Richtung Süden, dann erreichen Sie den Palast von Padmini. Er steht neben einem Wasserbecken, in dessen Mitte sich ein Pavillon erehbt. Die Legende weiß zu berichten, daß Padmini in diesem Pavillon stand, als Ala-ud-Din sie vom Palast aus sah, Jedoch nicht durch einen direkten Blick, sondern durch einen Spiegel, in dem sich der Pavillon mit der Schönen spiegelte. Dieser kurze Anblick genügte; er beschloß, Chittor zu zerstören, um die schöne Padmini zu erobern. Die Bronzetüren des Pavillons ließ Akbar abtransportieren. Sie können diese heute im Fort von Agra bewundern. Wenn Sie auf dem Rundweg weitergehen, gelangen Sie zum Wildpark, zum Bhimlat Tank, zum Suraj Pol-Tor, zum Neelkanth Mahadev Jain-Tempel und schließlich zum Tower of Fame.

Tower of Fame:
Chittors zweiter berühmter Turm ist der Kirti Stambha. Er ist älter, vermutlich aus dem 12. Jahrhundert, und mit seinen 22 m

Chittorgarh: Padmini palace

Chittorgarh: Padmini palace

kleiner als der Siegesturm. Ein Kaufmann der Jains ließ ihn erbauen und widmete ihn Adinath, dem ersten Tirthankar dieser Glaubensgemeinschaft. Ausgeschmückt ist der Turm mit den Figuren vieler unbekleideter Tirthankars. Dadurch soll angedeutet werden, daß es ein Digambara ist, d.h. ein nur vom Himmel bekleidetes Monument. Eine enge Treppe führt die sieben Stockwerke hinauf zur Spitze.

Weitere Gebäude:
Unweit des Museums Fateh Prakash steht der Meera-Tempel. Er wurde im Indo-Arier-Stil erbaut, und zwar während der Herrschaft von Rana Kumbha, und ist mit mystischen Versen der Dichterin Meerabai versehen. In der Nähe ist auch der größere Kumbha Shtam-Tempel (Vriji-Tempel). Der Jaintempel Singa Chowri, mit sichtbaren Hindu-Einflüssen, ist ebenfalls in dieser Gegend zu finden.

Gegenüber vom Palast der Padmini steht der Kalika Mata-Tempel. Er wurde im 8. Jahrhundert als Surya-oder Sonnengott-Tempel errichtet, später aber der Gottheit Kali gewidmet. Am Nordende des Forts steht ein weiteres Tor, das Lokhota Bari. Die Maueröffnung im Süden dürfte man kaum als Tor bezeichnen, durch sie stieß man nämlich Kriminelle und Verräter in den Abgrund.

DIE UMGEBUNG VON CHITTORGARH

 

MENAL
An der Straße von Bundi nach Chittorgarh, 48 km von Bundi entfernt, liegt Menal, ein Komplex mit Shiva-Tempeln aus der Gupta-Zeit. Bei Bijolia, 16 km von Menal, standen einst etwa 100 Tempel. Davon sind heute aber nur noch drei erhalten. Einer dieser Tempel birgt eine riesige Ganesh-Figur. Ein Umweg zwischen Menal und Bijolia bringt Sie nach

Menal temple

Menal temple

Mandalgarh. Dort steht das dritte Fort von Mewar, erbaut unter Rana Khumbha. Die an deren beiden Forts sind in Chittorgarh und Kumbhalgarh.

NAGRI
Nagri ist eine der ältesten Städte von Rajasthan. Sie liegt 14 km nördlich von Chittor. Hier fand man Gegenstände aus der Zeit der Mauren bis hin zur Gupta-Zeit.

BHILWARA
Diese kleine Industriestadt zwischen Chittor und Ajmer ist für Touristen eigentlich völlig ohne Bedeutung. Dennoch gibt es etwas zu sehen, was Indien manchmal an Besonderheiten bereithält. Der Grund ist folgender: Es bat einmal ein Mann einen Industriellen um eine Spende in Höhe von 100.000 Rs. (Lakh). Mit diesem Betrag wollte er einen Tempel errichten. Der Industrielle erteilte ihm eine glatte Absage. Darauf erklärte der Bittsteller: “Dann werde ich halt draußen vor Deiner Fabrik solange auf einem Bein stehen, bis Du Deine Meinung geändert hast.“

Passieren man bis vor einigen Jahren die Hauptstraße von Bhilwara, dann entdeckte man im mitten in der Straße eine Verkehrsinsel mit einem Baum und einem Schrein.
Unter diesem Baum steht der Mann, der so gern den Tempel bauen wollte. Auf einem Bein natürlich, und das seit 1970! In Brusthöhe hat er eine Art Stütze, auf die er sich schon mal lehnen und mit der er dann schlafen kann. Und natürlich hat auch er, wie jeder stark Engagierte in Indien, vor allem, wenn um eine aussichtslose Sache gekämpft wird, eine Menge Anhänger und Mitstreiter. Von Zeit zu Zeit wechselt er von einem Bein auf das andere!

 
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