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Jaipur, die
Hauptstadt von Rajasthan, ist auch als rosarote Stadt bekannt, denn die
Gebäude im alten Stadtteil, noch heute von einer Mauer umgeben, wurden aus
rosafarbenem Sandstein errichtet. Im Gegensatz zu den Städten in der
Gangesebene hat Jaipur breite Straßen, und alles strahlt eine gewisse
Harmonie aus. Die Stadt mit ihren inzwischen 40,00,000 Einwohnern liegt
inmitten einer Wüstenlandschaft, umgeben von kahlen Hügeln. Rajasthan ist
längst nicht so übervölkert wie andere Staaten. Sie bemerken das bereits
an Jaipur, wo die Straßen bei weitem nicht so überfüllt sind und alles
viel ruhiger abläuft als in anderen Städten. Die Größe der Stadt und ihre
Einwohnerzahl würde das nicht vermuten lassen.
Ihren Namen,
ihre Gründung und die sorgsame Planung verdankt Jaipur dem großen Krieger
und Astronomen Maharadscha Jai Singh II. (1699-1744). Sein Vorgänger hatte
sich stets gut mit den Moguln verstanden und mit ihnen hervorragende
Beziehungen gepflegt. Als aber bereits 1727 der Glanz der Moguln zu
verblassen begann, entschloß er sich, seine Bergfestung im nahen Amber zu
verlassen und eine neue Stadt in der Ebene zu gründen. Bei der
Stadtplanung griff er auf eine hinduistische Schrift zurück, die sich mit
Architektur beschäftigt, die Shilpa-Shastra. Danach wurde eine Stadt mit
Stadtmauer und sechs rechteckigen Blocks entworfen. 1728 entstand auch das
so bemerkenswerte Observatorium, das noch heute eine besondere
Sehenswürdigkeit in Jaipur ist.
Praktische
Hinweise
Die
von Mauern umgebene rosarote Stadt liegt im Nordosten von Jaipur, während
sich die neueren Viertel über die südlichen und westlichen Stadtteile
erstrecken. Die Haupteinkaufszentren in der Altstadt sind der Johari
Bazaar und der Schmuckmarkt, beide haben aber im Gegensatz zu anderen
Märkten und Stadtzentren in Indien breite Straßen. Die Hauptstraße des
neuen Teils von Jaipur ist die Mirza Ismail Road (M.I.Rd.) Sie stellt
nicht nur das moderne Einkaufszentrum dar, sondern in ihrer Umgebung
finden Sie auch die meisten Hotels und Restaurants, besonders im Südwesten
beim Bahnhof und um den Busbahnhof herum.
Die
Sehenswürdigkeiten von Jaipur finden Sie vor allem in der Altstadt. Das
staatliche Fremdenverkehrsamt (Tourist Office) ist im Bahnhof
untergebracht, während sich das Fremdenverkehrsamt von Rajasthan im Hotel
Rajasthan State befindet.
Sehenswürdigkeiten
Altstadt:
Die Altstadt ist umgeben von einer mit Zinnen verzierten Mauer mit sieben
Toren. Die Haupttore heißen Chandpol, Sanganeri und Ajmeri. Die über 30 m
breiten Straßen der rosafarbenen Stadt teilen das ganze Areal säuberlich
in Rechtecke auf. Diese Stadt ist so faszinierend mit ihren rosa und
orangen Gebäuden, daß man wie in einer Märchenstadt zu wandeln scheint.
Taucht dann noch das Abendlicht alles in eine magische Beleuchtung ist der
Eindruck doppelt schön und wird ergänzt durch die farbenfrohe Kleidung der
Einwohner. Zum Stadtbild von Jaipur gehören auch die von Kamelen gezogene
Karren und die schwarzen Affen, die aus manchen Häusern schauen. Um die
Stadt richtig überblicken zu können, baute man in der Nähe des Tripolia
Gate den Iswari Minar Swarga Sul, ein Minarett, das fast bis in den Himmel
ragt.
Palast der
Winde:
Die bedeutendste
Sehenswürdigkeit von Jaipur ist der Hawa Mahal (Palast der Winde) aus dem
Jahr 1799. Viel mehr als die Fassade ist er allerdings nicht. Das
fünfstöckige Gebäude erhebt sich über die Hauptstraße der Altstadt. Die
rosafarbenen Sandsteinfenster haben die Form eines halben Achtecks und
sind wunderschön wabenartig durchlöchert. Ursprünglich diente dieser Bau
dazu, die Hofdamen am Alltagsleben der Stadt teilnehmen zu lassen und die
Prozessionen an Feiertagen beobachten zu können, ohne selbst gesehen zu
werden. Sie können bis auf das Dach des Hawa Mahal klettern und einen
herrlichen Blick auf die Stadt genießen. Erbaut wurde der Palast der Winde
von Maharadscha Sawaj Pratap Singh. Er Bau ist Teil eines
Stadtpalastkomplexes.
Der Eingang
liegt etwas schwer zu finden an der Rückseite. Er ist täglich von
9.00-16.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt Lohnt sich, denn man gewinnt einen
Einblick in das bunte Treiben der Stadt, zu dem Schlangenbeschwörer
genauso gehören wie Kamele. Besonders attraktiv sind die Kamelkarren, nur
sieht man sie kaum je etwas ziehen, da diese schon Ihre Arbeit in den
Morgenstunden erledigt haben.
Stadtpalast:
Mitten im Herzen der Stadt liegt der Stadtpalast mit seinen vielen
Innenhöfen, Gärten und Gebäuden. Die äußere Mauer wurde von Jai Singh
erbaut, aber viele Anbauten erst später, teilweise sogar erst in diesem
Jahrhundert. Heute ist der Palast eine Mischung aus Rajasthan – und Mogul
– Architektur, in dem frühere Maharadscha noch immer lebt.
Mittelpunkt
des Palastes ist das siebenstöckige Chandra Mahal. Von dort haben Sie
einen wunderbaren Blick über die Gärten und die Stadt. Im Erdgeschoß und
im 1. Stock des Chandra Mahal ist das Maharaja Sawai Man Singh II Museum
untergebracht. Dort ist alles in dem früheren Luxus erhalten geblieben.
Außerdem kann man in diesen Räumen eine gute Sammlung von
Kunstgegenständen, Teppichen, Emaillearbeiten und Waffen besichtigen.
Unter den Malereien finden Sie Miniaturen der Schulen aus Rajasthan, aus
der Mogulzeit und aus Persien. In der Waffenabteilung hängen Gewehre und
Schwerter, die teilweise sogar aus dem 15. Jahrhundert stammen, sowie
einige trickreiche Waffen, für die die Rajputen berühmt waren. Die
Textilabteilung zeigt Gewänder der Maharadschas und Maharanis von Jaipur.
Im Palast ist
auch noch die Diwan-i-Am (Halle der öffentlichen Audienzen) sehenswert. In
ihr finden Sie herrliche Inschriften in Persisch und Sanskrit. Einen
Besuch wert ist auch die Diwan-i-Khas (Halle der Privataudienzen), zu der
eine Galerie mit Marmorfußboden gehört. Außerdem gibt es im Stadtpalast
noch einen Uhrenturm (Clock tower) und die neuere Mubarak Mahal.
Außerhalb des
Gebäudes können Sie noch das riesige Silbergefäß (Schiff) sehen, in dem
ein früherer Maharadscha sein Trinkwasser nach England transportieren
ließ, wenn er dorthin reiste. Als gläubiger Hindu konnte er doch das
englische Wasser nicht trinken. Palast und Museum sind täglich (außer an
Feiertagen) von 9.30 bis 16.45 Uhr geöffnet.
Observatorium:
Gegenüber vom Stadtpalast steht das Observatorium (Jantar Mantar), mit
dessen Bau Jai Singh bereits 1748 begann. Insgesamt baute er fünf dieser
kuriosen Komplexe. Das Interesse des Herrschers Jai Singh an Atronomie war
weitaus größer als seine Tüchtigkeit als Krieger. Bevor er mit dem Bau
dieses Observatoriums begann, schickte er Studenten ins Ausland; sie
sollten sich dort Kenntnisse über Observatorien aneignen, die er dann
später beim Bau seines eigenen Observatoriums nutzte. Von seinen insgesamt
fünf Bauten ist das Observatorium von Jaipur das größte und zugleich auch
das am besten erhaltene; es wurde 1901 restauriert. Die anderen Bauten zur
Beobachtung der Gestirne stehen in Delhi (es ist das älteste aus dem Jahre
1724), in Varanasi, in Ujjain und in Muttra. Das Observatorium von Muttra
ist heute aber nicht mehr erhalten.
Beim ersten flüchtigen Hinschauen meint man, das, das observatorium sei
nicht anderes als eine eigentümliche Sammlung von Skulpturen. In
Wirklichkeit hatte jedoch jede einzelne Konstruktion auch einen bestimmten
Zweck zu erfüllen. Zum Beispiel wurden hier die Positionen der Sterne
gemessen. Das bemerkenswerteste Instrument ist wohl die Sonnenuhr mit dem
30 m hohen Sonnenhöhenanzeiger. Durch sie wird ein Schatten erzeugt, der
pro Stunde bis zu vier Meter wandert. Die Genauigkeit ist beachtlich, denn
die Sonnenuhr zeigt die Ortszeit von Jaipur an. Geöffnet ist das
Observatorium von 9.00-17.00 Uhr.
Altstadt
Palast der Winde Stadtpalast:Observatorium:Zentralmuseum (Central Museum):
Zentralmuseum (Central
Museum):
Das Museum liegt
im Süden der Stadt inmitten der Ram Niwas Gardens und ist in dem
architektonisch sehr interessanten Gebäude der Albert Hall untergebracht.
Im Obergeschoß hängen Portraits der Maharadschas von Jaipur, Miniaturen
und andere Kunstwerke. Das Erdgeschoß enthält eine Kostümsammlung und
Holzarbeiten aus verschiedenen Gebieten von Rajasthan sowie eine
Köstümsammlung und Holzarbeiten aus verschiedenen Gebieten von Rajasthan
sowie eine Darstellung der Menschen in ländlichen Gegenden dieses Staates
und ihren Alltag. Zur Sammlung, die 1833 begonnen wurde, gehören auch
Kupferarbeiten, Schmuch und Keramik. Geöffnet ist täglich außer freitags
von 10.00-17.00 Uhr.
Weitere
Sehenswürdigkeiten:
In den Ram Niwas Gardens ist auch ein Zoo eingerichtet worden, der neben
vielen Vögeln und anderen seltenen Tieren auch eine Krokodilifarm hat.
Eine Sammlung moderner Kunst fehlt in Jaipur ebenfalls nicht; sie ist in
dem “Theater” in der Nähe des Zoo zu sehen. Diese Ausstellung wird nur auf
Wunsch geöffnet, ist aber sehr interessant. Nach Voranmeldung dürfen Sie
auch Kripal Kumbh, Shiv Marg B-18/A besuchen. Das ist der Ort, wo die
berühmte blaue Keramik von Jaipur hergestellt wird.
Und als Schlußbermerkung zu diesem Thema sei gesagt: Sehen Sie
während Ihres Aufenthaltes in Indien lediglich einen einzigen Hindi-Film,
dann schaues Sie sich ihn im Raj Mandir an. Dieses grandiose und
ausgesprochen gut erhaltene und unterhaltene Kino ist eine
Touristenattraktion in Jaipur, die für sich selbst spricht. Die Karten
sind meist ausverkauft, trotz der immensen Größe. Kinos dieser Art baut
man im Westen überhaupt nicht mehr.
Um eine
Abwechslung vom quirligen Treiben zu haben, sollten Sie einmal einen
Drachen fliegen lassen. In der Altstadt finden Sie einige Läden, in denen
solche Drachen verkauft werden. Kaufen Sie sich am besten gleich einige
dieser Flugobjekte, weil Sie etwas Erfahrung benötigen werden, bis sie
endlich unbeschädigt in der Luft schweben. Allein werden Sie bei diesem
Vergnügen kaum sein. Schnell scharen sich Kinder um Sie, die Ihnen
fachmännisch zeigen werden, wie diese Art von Unterhaltung am einfachsten
praktiziert wird.”
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