Die Tierwelt
Wegen der großen Vielfalt der Lebensräume in Indien gibt es auch
verschiedene Methoden bei der Beobachtung der Tierwelt. Es ist
im allgemeinen unsicher, in Wäldern mit einem großen Bestand an
Rhinozerossen, Gaur, wilden Büffeln, Elefanten, Tigern oder
Löwen spazierenzugehen. Die Tierbeobachtung wird in solchen
Revieren von Jeeps oder vom Elefantenrücken aus durchgeführt.
Gelegentlich ist es möglich, in Hochsitzen an strategisch
günstigen Stellen des Dschungels zu sitzen, etwa an
Wasserlöchern, wo man Tieren beim Trinken zuschauen kann,
Absolute Ruhe gehört im Dschungel stets dazu, aus in den
Hochsitzen. Es ist ratsam, dunkle Farben zu tragen. In Wäldern wie Dachigam in Kaschmir und Namdapha im Nordosten,
wo es keine Straßen gibt, muss man natürlich laufen. Man sollte
daran denken, dass die Tiere gegenüber Menschen sehr vorsichtig
sind, und Tiger und Löwe greifen nur unter außergewöhnlichen
Umständen an. Das Fahren bringt Mobilität und Geschwindigkeit mit sich, doch
man sollte niemals durch einen Dschungel eilen, da man ansonsten
manche der besten Anblicke, etwa die Vögel, verpaßt. Wo das
Terrain schwierig und das Unterholz dick ist, verwendet man oft
Elefanten. Die Vorteile sind zahlreich: Sie kommen durch
undurchdringliches Gehölz laufen auf offener Fläche absolute
geräuschlos, können Tieren wie Tigern durch den Dschungel folgen
und dem Reiter ein Gefühl für den Urwald vermitteln. Das Lauschen ist auch wichtig. Geräusche erzählen im Dschungel
viele Geschichten: Das Knacken eines Astes könnte von einem
Hirsch bis zu einem Elefanten so manches Tier ankündigen. Der
Ruf eines Chitals könnte bedeuten, dass er einen Leoparden oder
Tiger gesehen hat. Ein hysterischer Chor von Alarmrufen des
Chitals und des Sambars zeigt vielleicht an, dass ein Tiger ein
Tier ihres Rudels getötet hat. Der Zustand der Straßen ist unterschiedlich und kann von
relative guten Pisten bis zu solchen reichen, die nur mit
Allardfahrzeugen wie Jeeps bewältigt werden können. Einige
Nationalparks und Reservate sind während des Monsuns geschlossen
(normalerweise von Mitte Juni bis Ende September), da die
sintflutartigen Niederschläge die Straßen fortspülen und das
Befahren des Waldes verhindern. Die Qualität und Art der Unterkunft im Dschungel ist ebenfalls
regional verschieden. Die besuchten Gebiete bieten generell eine
bessere Unterbringung als die entlegenen. Andererseits sind
private Einrichtungen mitunter ziemlich anspruchsvoll und warten
mit gutem Essen und Dienstleistungen wie Fahrzeugen und
Naturführern. In den meisten geschützten Waldgebieten Können
Besucher einen Forst Graut (und manchmal auch ein Fahrzeug)
mieten, der sie durch den Wald führt. Dies hat große Vorteile,
da eine Kenntnis des Terrains und Tierverhaltens notwendig ist,
um Wilde Tiere und Vögel zu Gesicht zu bekommen. Die Partner - Reisebüros
von INdo Vacations kennen sich
mit den
Unterkünften aus, doch man sollte daran denken, dass die
zugänglicheren und berühmteren Parks und Reservate meist viele
Besucher haben, besonders im Winter, und Unterkünfte rechtzeitig
reserviert werden müssen.
Die Vogelwelt Indiens
Indien bildet den größten Teil der tiergeographischen Region
Orientalis und ist ein herrliches Land, um Vögel zu beobachten.
Es gibt insgesamt 1200 Vogelarten in Indien, die 77 Familien
repräsentieren. Selbst für ein Land von der Große Indiens
bedeutet dies eine sehr reiche Vogelwelt mit mehr Arten als in
Europa oder Nordamerika. Doch die meisten Voegel sind weit über
den indischen Subkontinent verstreut und oft weiter im Osten, in
Südchina, Indochina und Teilen Südostasien, die den Rest der
Orientalischen Region ausmachen. Es gibt auf dem Gebiet Indiens
nur zehn endemische Arten, von denen manche, wie die lilaköpfige
Ente und die Bergwachtel, wahrscheinlich ausgestorben sind.
Delhi und Bharatpur
In einem riesigen Land, das sich von Norden nach Süden über 3000
Kilometer erstreckt, gibt es natürlich einige regionale
Unterschiede bei den Vögeln, was mit Klima, Höhe und Vegetation
zu tun hat. Viele Vögelbeobachter beginnen meist in Delhi im
nördlichen Teil der Halbinsel. Jene, die die Vögel Indiens
mehrere Jahre lang studiert haben, sagen, dass viele Arten in
letzter Zeit dezimiert worden sind, besonders Greifvögel und
Baumvögel. Doch in der Gegend um Delhi sind Vögel immer noch
reichlich vertreten, scheinen oft zahm zu sein und lassen sich
leicht beobachten. Mancherorts tummeln sich in den Lüften.
Greifvögel wie der Gleitaar, Geier mit weisen Rücken und langen
Schnäbeln, der Steppenadler und viele Andere. In den Parks kann
man den geringelten Sittlich, den Kupferschmied-Bartvogel und
das endemische Indische Rotkehlchen beobachten. Manche Vögel wie
die getüpfelte Taube und der gewöhnliche Hirtenstar sind in der
Nähe menschlicher Siedlungen reichlich vertreten. Die Landschaft um Delhi ist dicht besiedelt und unter anderem
durch Abholzung schwer zerstört, Für ein produktives
Vogelerlebnis muss man sich in die geschützten Gebiete begeben.
Eines der besten Naturreservate liegt nur einige Stunden Fahrt
in Richtung Süden, in der Nähe von Agra: das
Keoladeo-Ghana-Vogelreservat, nach der nahen Stadt auch
Bharatpur genannt. Man sollte nach dem ägyptischen Geier
Ausschau halten, der indischen Racke, dem schwarzen lbis, dem
Sarukranich, der Flussschwalbe und dem violetten Sonigsauger. Bharatpur ist international bekannt und ideal fürs
Vogelbeobachten und Fotografieren. Es sind schon einige Bücher
über diesen Ort veröffentlicht worden. Er bietet Sümpfe und
Seen; von erhöhten Uferböschungen aus kann man leicht
beobachten, und kleine Boote werden vermietet. Das das gesamte
Gebiet nur 29 Quadratkilometer umfaßt, ist es nicht zu schwer
,es abzudecken. Die beste Zeit für einen Besuch ist am Ende der
Brutzeit im Oktober; dies ist auch der Zeitpunkt, da die
Zugvogel aus dem Norden einzutreffen beginnen, und das Wetter
ist relative kühl und angenehm. Zu den dort lebenden Vögeln gehören Tausende von Störchen,
Löflern, glänzenden lbissen und verschiedene Reiher – und
Kormoranarten, die in den Bäumen des Marschlandes brüten. Andere
Sumpfgebietvögel wie das lila Sumpfhuhn sowie der
fasanschwaenzige und bronzegefluegelte Jacanas sind auch leicht
auszumachen. Im Winter ruhen viele Enten und Gänse im Freien auf
überwachsenen Wasserflächen. Dieses Gebiet ist auch der
traditionelle Überwinterungsort des Schneekranichs, den man
heutzutage selten sieht. Im umgebenden offenen Waldland sollte man nach orientalischen
Vögeln wie dem Paradiesfliegenschnaepper, dem kleinen
Mennigvogel, dem Schlangenadler, Spechten und Honigsaugern
Ausschau halten. Drongos, Grasmücken und Munias bewohnen den
Waldrand in der Nähe von Graslandgegenden. In den niedrigen
Bäumen halten sich der kleine gelbschwarze Schwarzfluegeliora
auf; er gehört zur Chloro-pseidae-Familie, deren Mitglieder nur
in der orientalischen Region vorkommen. Andere Familien, zu
denen der Bulbul, der Schwätzer, Stachel-buerzler und
Mistelfresser gehören, sind typische orientalische Vögel, die
auch in anderen Regionen vertreten sind.
Die indische Halbinsel
Vielleicht der interessanteste Aspekt des Vogelobservierens ist
die Feststellung, wie sich die Vogelwelt verändert, um sich den
zur Verfügung stehenden Bedingungen anzupassen. Man sollte
darauf achten, wie in verschiedenen Orten neue Vogelarten
auftauchen.
In Indien existiert westlich von Delhi ein ganz anders gearteter
Lebensraum unter den Wüstenbedingungen von Rajasthan und
Gujarat. Ein Beispiel dieses Terrains ist im Dessert
Nationalpark, westlich von Jaisalmer, in der Nähe der
pakistanischen Grenze zu sehen. Man sollte nach
Savannen-Spezialitäten wie dem großen indischen Trappen und
einigen Flughuhn – und Wachtelarten Ausschau halten. Lerchen,
Bienenfresser und Würger sind auch für diese Graslandumgebung
typisch. Greifvögel und Geier gibt es reichlich, die sich vom
Aas der Säugetiere ernähren. Wasservögel versammeln sich in
Scharen in der Nähe von Salzwasserteiche in der Wüste. Es gilt,
Sultanpur in der Nähe von Delhi zu besuchen, um Gänse,
Strandvögel und sogar Flammiges zu beobachten, wie sie sich in
großen Mengen versammeln, besonders in den Wintermonaten. Im zentralen und südlichen Teil des
Subkontinent ist der
Niederschlag meist schwerer und die Vegetation reicher, weshalb
hier verschiedene Vögel erscheinen. Der Ranthambore National
Park enthält 410 Quadratkilometer jenes Waldes, der einst ganze
Teile Indiens bedeckte. Er liegt im Bundesstaat Rajasthan (im
östlichen Teil), was zeigt, wie schnell sich die Lebensräume
verändern können. Wie viele Nationalparks in Indien würde das
Gebiet ursprünglich ein Reservat, um große Säugetiere zu
schützen, vor allem den Tiger (in Ranthambore zu sehen). Es gibt
in Indien insgesamt 16 Reservate, die im Rahmen der
erfolgreichen Tigerprojekts entstanden sind. Durch den Schutz
des Landes und der Tiere sind diese Reservate auch zu wichtigen
Zielen für den Vogelbeobachter geworden. Hier kann man Waldvögel
wie die grüne Taube sehen, die große Horneule, den schwarzen
Storch, graue und bunte Rebhühner und verschiedene Andere
Mitglieder der Phasianidae-Familie, die in Indien und dem Rest
der orientalischen Region gut repräsentiert ist. Der 300 Quadratkilometer große Gir National Park im Südwesten
ist nicht nur als einziger Ort außerhalb Afrika berühmt, wo
Löwen leben, sondern auch als Vogelgebiet, wo man den
Baummauersegler, den Fischuhu, den schwarzen Geier, die indische
Racke und den weisshalsigen Storch ausmachen kann. Der üppig
grüne 940 Quadratkilometer große Kanha National Park in
Zentralindien ist nicht nur ein Hirschreservat, sondern bietet
auch die hervorragende Gelegenheit, Vögel wie den
schwarzköpfigen und goldenen Pirol zu sehen, den grauen und den
Malabar-Nashornvogel, den gefleckten Eisvogel und die indische
Pitta. In der Nähe der nasseren Bereiche gilt es, nach den
rotten und gelben Kehllappen-Kiebitzen, dem schwarzen bis und
dem gefleckten Weih Ausschau zu halten. Der nahe, 105 Quadratkilometer große Bandhavgarh National Park
bietet einen ähnlichen Lebensraum und gute
Sichtungsgelegenheiten für ungewöhnlichere Vögel wie Tickers
blauen Fliegenschnaepper, den blaubärtigen Fliegenfresser, den
goldenen und Jerdons-Blattvogel sowie den bluetenköpfigen
Sittlich. Im äußersten Süden der Halbinsel fungieren verschiedene große
Nationalparks als Vogelrefugien. Nagarahole (640
Quadratkilometer) und Bandipur (865 Quadratkilometer) liegen im
Süden des Bundesstaates Karnataka, Mudumalai (300
Quadratkilometer) auf der anderen Seite der Grenze im nahen
Tamil Nadu und Periyar in Kerala. Dies sind die besten Orte, um
Vögel der orientalischen Region zu sehen wie den grauköpfigen
Fischadler, den orientalischen Schlangenhalsvogel, den
Alexandrasittich, die asiatische Zwergesseschwalbe, die
pfeifende Mala bardrossel, den Berghirtenstar, den Malabartrogon
und verschiedene Arten der Bartvogel-, Specht-und
Kuckucksfamilien.
Der Norden
Das Gebiet nördlich und östlich von Delhi enthält manche der
reichsten Vogellebensräume Indiens. In der Subregion in Richtung
Nordwesten auf Pakistan zu weisen die Vögel palaearktische
Affinitäten auf, während sie im Nordosten typisch orientalisch
sind; es kommen auch viele Arten vor, die in Südchina und
Südostasien weit verbreitet sind.
Der 520 Quadratkilometer große Corbett National Park ist Delhi
am nächsten und das vielleicht bekannteste
Gebirgsauslaeufergebiet sowie eine sehr populäre
Vogelbeobachter-Anlaufstelle. Die Liste der Voegel umfaßt
unglaubliche 580 Arten! Gute Gebirgsausläufergebiet mit großen Beständen an Wildbueffeln
und indischen Rhinozerossen sowie Flachlandvoegeln sind auch im
Nordosten das Manas Tiger Reserve (391 Quadratkilometer) und
weiter östlich der Kaziranga National Park (430
Quadratkilometer). Man sollte nach dem Kaleej-Fasan, dem rotten
Dschungelhuhn, der Bengalischen Barttrappe, dem Sumpfrebhuhn,
dem Himalajasittich und dem großen Nashornvögel Ausschau halten.
Man kann auch Störche und Pelikane sehen. 700 Kilometer nördlich von Delhi liegt im fernen Kaschmir der
140 Quadratkilometer große Dachigam National Park. Es gibt
Weisshaubennaeherlinge zu sehen (Mitglieder der
Timaliidae-Schwaetzer-Familie), Finken, Ammern und Sperlinge –
und Sogar den Rostschwanzmonal, der meist mit Nepal in
Verbindung gebracht wird.
Der
Tiger Eines Tages im Jahre 1985 hackte
Subedar Ali, ein Mahout (Elefantenführer) im Corbett National
Park, die Zweige eines Baumes für seinen Elefanten ab. Plötzlich
erschien ein riesiger Tiger und zog ihn am Knöchel herunter.
Alis Elefant, der
dies hörte, began aufgeregt zu trompeten. Qutab, ein weiterer
Mahout, der auch Futter für seinen Elefanten sammelte, Elite Ali
zu Hilfe. In der Zwischenzeit kämpfte der mutige Ali,
während er übel zugerichtet wurde. Als Als Elefant eintraf, trat
der Tiger schnell den Rückzug an. Der Elefant hob den stark
blutenden, halb ohnmächtigen Mann auf, legte ihn auf seinen
Rücken und machte sich mit Qutub und dem anderen Elefanten auf
den Rückweg zum Touristenkomplex Dhikala.
Ali wurde ins nächste Krankenhaus gebracht. Nach fast einem
Jahre Klinikaufenthalt und einigen Operationen arbeitet er nun
wieder als Mahout im Corbett National Park. Seine Geschichte ist
von den Massenmedien auf der ganzen Welt immer wieder erzählt
worden. Einige Wochen nach dem Vorfall fing der ehrenamtliche
Jagdaufseher Brijendra Singh den Tiger, der Ali angriff. Er
wurde in einen Zoo gebracht. Es ist immer noch ein Rätsel, warum der Tiger, der enorm kräftig
war, Ali nicht sofort getötet hatte. Es gibt keinen Zweifel,
dass zum Teil auf Alis heroische Gegenwehr zurückzuführen ist und
auf die Rettung durch Qutab und die zwei Elefanten. Subedar Ali
sagt, dass er zu Allah gebetet habe, während er mit dem Tiger
kämpfte. Und Allah habe einfach seinen Hilferuf beantwortet. Heutzutage sind Menschenopfer selten und geschehen meist an den
Grenzen der Schutzgebiete, wo sich der Tigerbestand vergrößert
hat. Einst gab es nur noch 2000 Exemplare, doch nun hat sich die
Zahl der Tiger verdoppelt – was dem Projekt “Protect Tiger” zu
verdanken ist, einem der erfolgreichsten Unterfangen seiner Art
(1972 eingerichtet).
Dadurch, dass der totale Schutz der ausgesuchten Waldgebiete
praktiziert wurde, hat die Rettung des Tigers auch zur Erhaltung
einiger Nationalparks Indiens geführt. Normalerweise sind menschenfressende Tiger älter oder verletzte Tiere, die
ihre leichtfüßige Beute nicht mehr jagen können. Doch es gibt
Ausnahmen. Heute wird ein Tiger, der mit Absicht einen Menschen
getötet hat (und nicht während einer abrupten, zufälligen
Begegnung), erschossen oder gefangen und entfernt. Der Tiger ist
eine extreme anpassungsfähige Katze, die beispielsweise mehrere
Kilometer durch die Flüsse der Sunderbans schwimmen kan. Man
findet ihn in halbdürren Gebieten, in den feuchten tropischen
Dschungeln sowie auf Höhen von 1600 Metren.