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Einkaufen in Indien - Shopping in Indien |
Einige bekannte Städte zum Einkaufen in Indien:
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Die goldene Regel, die auf allen Reisen zur Anwendung kommt, heißt auch hier, daß Sie sich vor dem Kauf zunächst sachkundig machen und eine gewisse Liebe zu den Dingen entwickeln, die Sie mit nach Hause nehmen wollen. Ein schneller, übereilter Kauf bringt häufig später die große Enttäuschung. An touristisch erschlossenen Orten, wie beispielsweise in Varanasi, sollten Sie sich vor den Zwischenhändlern hüten. Oder nennt man sie besser Schlepper? Die haben ein wachsames und geschultes Auge, um Touristen zu “ihren” Herstellern oder Großhändlern zu führen, von denen sie eine Provision bekommen. Diesen Betrag bezahlen Sie mit, denn er steckt in dem Preis mit drin, den Sie bezahlen. Und fallen Sie auch nicht auf die noch so schönen Versprechungen herein, mit denen man Ihnen weis machen möchte, daß man Sie in die eigene Familie einlädt, zu einem Freund bringt oder gar zu einem besonders preiswerten Hersteller. Diese sind Märchen, nichts weiter.
Teppiche: Es mag Sie nicht überraschen, daß Indien mehr Teppiche produziert und exportiert als der Iran. Aber vielleicht erstaunt es Sie zu erfahren, daß diese Teppiche denen aus Persien häufig an Qualität nicht nachstehen. Noch lange bevor die Moguln in Indien die Herrschaft übernahmen, brachte man aus dem alten Persien die Technik des Teppichknüpfens und auch die Muster nach Kaschmir. So richtig zum Erblühen kam diese Kunst erst unter den Moguln, und heute ist Kaschmir übersät von kleinen Teppichherstellern. In Delhi wie auch in Kaschmir sitzen aber auch viele Teppichhändler. Die persischen Motive sind weiter ausgeschmückt und in die Kaschmirteppiche mit eingearbeitet worden. Als Material wird entweder reine Wolle oder Wolle mit einem kleinen Anteil Seide verwandt. Die Mischung aus Wolle uns Seide verhilft den Teppichen zu diesem edlen Schimmer. Die reinen Seidenteppiche dienen eher zur Dekoration als zum täglichen Gebrauch.
Andere Gebiete, in denen Teppiche hergestellt werden, sind Badhoi und Mirzapur in Uttar Pradesh sowie Warangal und Eluru in Andhra Pradesh. Aus Kaschmir und Rajasthan kommen die derben Numdas. Die sind sehr rustikal und besitzen nicht die Feinheit der anderen Teppiche. In der Gegend des Himalaya und in Uttar Pradesh stellt man die Daris her. Das sind kleine Brücken, bei denen Kette und Schuß aus Baumwolle bestehen. Die Gabbas aus Kaschmir sind ebenfalls kleine Brücken mit Verzierungen. Besonders farbenfroh sind die kleinen Teppiche, die die tibetanischen Flüchtlinge, die nach Indien entkamen, herstellen
Wenn Sie nicht selbst Kenner sind, dann lassen Sie sich besser von einem Fachmann beraten oder kaufen Ihren Teppich bei einem seriösen Händler. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie eine größere Summe ausgeben wollen. Beobachten Sie vor Ihrer Abreise die Fachhändler außerhalb von Indien verkaufen indische Teppiche häufig zu Preisen, wie man sie in Indien selbst kaum aushandeln kann.
Papiermache: Kunsthandwerk aus Papiermache ist wohl die typischste aus der Region Kaschmir. In der Grundform werden die Gegenstände einheitlich hergestellt. Erst dann beginnt man in vielen verschiedenen Arbeitsgängen mit dem Auftragen der unterschiedlichen Farbschichten, bis schließlich das recht komplizierte Muster fertig ist. Die Preise sind abhängig von der Ausgestaltung der Muster und davon, wieviele Goldpländen, die aus Papiermache hergestellt werden zählen: Vasen, Tassen, Behälter, Schmuckkästchen, Briefstäder, Tische, Lampen, Untersetzer, Aschenbecher und dergleichen mehr. Eine einfache Vase erhalten Sie vielleicht schon für wenig Geld. Für eine sehr aufwendige und große Vase müssen Sie dagegen viel bezahlen.
Keramik: Rajasthan ist die Heimat der weißlasierten Keramikartikel mit den handgemalten blauen Blumenmuster. Sie sind bestechend allein durch die Schlichtheit der Motive. Darstellungen von Göttern und Kinderspielzeug aus Terrakotta stellt man in Bihar her.
Metallarbeiten: Kupfer und Messing sind in Indien beliebte und begehrte Metalle bei der Herstellung von Schmuck. Aber auch Schalen, Vasen, Bierkrüge mit Deckel und Aschenbecher werden in Bombay und anderen Zentren hergestellt. In Rajasthan und Uttar Pardesh legt man in die Messingartikel noch sehr schöne Muster ein. Hierzu bedient man sich vornehmlich der Farben rot, grün und blau. Bidhri ist ein Kunstgegenstand aus Andhra Pradesh. Auch in Hyderbad werden schöne Gegenstände gefertigt. Dort hat man sich darauf spezialisiert, Silber in Metall einzuarbeiten. Bei dem Metall handelt es sich um eine Legierung für Geschütze (Kanonenmetall). Es werden vor allem Hookah-Pfeifen, Lampenständer und Schmuckkästchen gefertigt.
Schmuck: Da die meisten Inderinnen einen großen Teil ihres Vermögens in Schmuck anlagen, ist es nicht weiter verwunderlich, daß das Angebot entsprechend vielfältig ist. Dem westlich geprägten Geschmack entspricht aus Rajasthan. Diesen Schmuck finden Sie überall in Indien, aber natürlich die größte Auswahl in Rajasthan selbst. Ganz im Norden gibt es den tibetanischen Schmuck. Er ist noch klotziger und weitaus folkloristischer als der in Rajasthan.
Lederarbeiten: Natürlich sind die indischen Lederarbeiten nicht aus Rinderhaut, sondern aus Büffelhaut oder der Haut anderer ähnlicher Tiere. Aus diesem Material stellt man vor allem die Chappals her, die im ganzen Land verbreiteten Sandalen. In den Kunsthandwerksläden von Delhi finden Sie kunstvoll aus Leder gefertigte Taschen, Koffer und andere Gegenstände. In Kaschmir können Sie Lederschuhe und Stiefel kaufen, meist von einer bemerkenswerten Qualität. Die Jacken und Mäntel dagegen, die man in Kaschmir ebenfalls aus Leder herstellt, sind von weniger guter Qualität.
Textilien: Noch immer ist die Textilindustrie Indiens wichtigster Produktionszweig. Von den Textilerzeugnissen sind 40 % von sehr einfacher Qualität und zum Verbleib im Lande bestimmt. Bekannt sind diese Stoffe unter der Bezeichnung Khadi. Bettdecken, Tischwäsche, Kissenbezüge oder Stoffe sind beliebte Souvenirs. Indien bietet eine unendliche Vielfalt an Stoffarten, Herstellungsmethoden und modischen Akzenten. So werden die schweren Stoffe aus Gujarat und Rajasthan an den Außenkanten zusätzlich durch kleine Spiegel und Perlen verziert. Spiegel und Perlen werden aber nicht nur für die Kleiderherstellung benötigt, sondern finden auch Verwendung für ausgestopftes Kinderspielzeug oder Wandbehänge. Die gefärbten Textilien sind ebenfalls in Rajasthan zu Hause.
In Kaschmir verarbeitet man die verzierten Stoffe zu Hemden und Anzügen. Auch die feinen Schals aus der Pashmina-Ziegenwolle haben ihren Ursprung in Kaschmir. Aus dem Punjab kommen dagegen die Phulkari-Bettecken und – Wandbehänge. Batiken sind noch nicht allzu lange in Indien anzutreffen; sie wurden aus Indonesien eingeführt. Überraschend schnell eroberten sie das ganze Land. Weitaus alter ist das Kalamkari-Gewebe aus Andhra Pradesh und Gujarat.
Bronzefinguren: Bezaubernde Bronzefiguren von Göttern stellt man im Süden des Landes noch nach dem alten Verfahren mit der verlorenen Wachsform her. Bei dieser Herstellungsart wird zunächst die gewünschte Figur in Wachs modelliert. Anschließend wird sie von einer genau passenden Form (häufig aus Ton oder Lehm) umgeben. Danach wird das Wachs zum Schmelzen gebracht und ausgegossen. Inzwischen hat man Metall geschmolzen und füllt es in die leere Hohlform. Nach dem Erkalten des Metalls entfernt man die umgebende Form wieder, indem sie einfach zerbrochen wird. Die beliebteste Figur ist wieder einmal Gott Shiva, und zwar als tanzender Nataraj.
Bekleidung und Saris: Bombay, Delhi und vor allem Jaipur eignen sich besonders gut, um sich einem Kaufrausch hingeben zu können. Dort finden Sie eine riesige Auswahl von Textilien, wie Sie auch in den Boutiquen in Europa antreffen. Es hat den Anschein, als seien die Kleider in den Märkten und Geschäften in Bombay und Delhi Restposten aus Exportaufträgen. Die Preise sind so niedrig, daß Sie kaum einen Fehler begehen können. Aber auf die Qualität sollten Sie doch achten. Die Saris, wichtigstes Bekleidungsstück der Inderinnen, werden in so unterschiedlichen Geweben und Mustern angeboten, daß die Auswahl schwer fallen dürfte. In Varanasi werden die Saris nicht selten auch aus Seide gefertigt. Außerdem haben sie dann auch noch einen Goldfaden am Rand.
Malerei: In vielen Orten hat man sich auf die Reproduktion der alten Miniaturen spezialisiert. Beim Kauf müssen Sie jedoch darauf achten, daß man Ihnen nicht eine Malerei anbietet, die angeblich sehr alt ist. In den seltensten Fällen trifft dies zu. Auch auf die Qualität müssen Sie achten. Niedrige Preise bedeuten häufig auch, daß die Qualität nicht besonders ist. Verschaffen Sie sich unbedingt vorher einen Überblick und eine gewisse Sachkenntnis, sonst fallen Sie unweigerlich auf einen schlechten Kauf herein.
Sonstige Souvenirs: Marmoreinlegearbeiten aus Agra sind ein beliebtes Mitbringsel und erinnern zu Hause an die geheimnisvolle Schönheit des Taj Mahal. Angeboten werden diese Gegenstände in ganz einfacher und kleiner Form, aber auch in größerer Ausführung als Schmuckkassette.
Applikationen gibt es ebenfalls in verschiedenen Orten, beispielsweise in Orissa. In der Gegend von Kutch in Gujarat findet man entzückendes ausgestopftes Spielzeug. Eine besondere Anziehung auf Touristen üben aber die Musikinstrumente aus, obwohl man heute wesentlich weniger Rucksackreisende mit einer umgehängten Sitar sieht als noch vor 10 Jahren. Weniger einfallsreich ist sicher der Kauf von Tonbändern oder Platten. Souvenirs anderer Art sind Tee, Lebensmittel (z.B. Mangopickle oder Papadums) sowie ganze Packungen mit Beedees. Und schließlich noch ein Tip: in den vielen Bata-Schuhläden werden Schuhe nach westlicher Mode äußerst preiswert angeboten. Diese sind wesentlich weniger, als Sie für gleichwertige Schuhe zu Hause zahlen würden.
Kaufen möchten die meisten Reisenden in Indien etwas, aber es nicht während der Reise mit sich herumtragen! “Kein Problem”, sagen die Ladeninhaber. Wir schicken es für Sie nach Hause. Wir machen dies schon seit vielen Jahren. Das klappte stets. So mancher traut diesen Versprechungen gut. In ca. 05 von 100 Fällen jedoch sehen die Kunden die gekauften und bezahlten Waren niemals wieder. Mag sein, daß sie unterwegs verlorengingen oder daß man gar nicht beabsichtigte, sie überhaupt auf den Weg zu bringen. Wer weiß das schon.
Antiquitäten: Gegenstände, die alter als 100 Jahre sind, dürfen nicht außer Landes gebracht werden. Kommen bei einem Kauf Zweifel auf, so daß Sie vermuten, es könne bei der Ausfuhr Schwierigkeiten geben, dann erkundigen Sie lieber beim Zoll oder lassen Sie sich ein offizielles Zertifikat ausstellen.
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