Delhi: Sehenswürdigkeiten
|
|
Neu-Delhi ist die Hauptstadt Indiens und zugleich die
drittgrößte Stadt dieses Subkontinents. Genaugenommen besteht die
Stadt aus zwei Teilen. Delhi oder “Old” Delhi war zwischen dem 12.
und 19. Jahrhundert die Hauptstadt des damals moslemischen Indiens.
In diesem Stadtteil findet der Besucher unzählige Moscheen,
Denkmäler und Forts aus der Moslemischen Zeit. Der andere Teil
Delhis ist Neudelhi, von den Briten als Hauptstadt Indiens
ausgewählt und entsprechend ausgebaut. Neudelhi ist großzügig und
weiträumig geplant worden. In diesem Teil der Stadt siedelten sich
auch die meisten Botschaften an, und ein großer Teil der
Regierungsgebäude steht ebenfalls hier. Aber Delhi hat noch eine
dritte Komponente mit in die Waagschale zu werfen, wenn es um die
Bedeutung der Stadt geht: Sie ist neben ihrer historischen Bedeutung
und der Rolle, die sie als Regierungshauptstadt spielt, auch noch
Ausgangspunkt für viele Touristen, die den Subkontinent erkunden
wollen. Der Flughafen von Delhi ist ein Drehkreuz vieler
internationaler Fluggesellschaften. Die Stadt liegt auch für den
Überlandverkehr durch Asien auf dem Weg und ist schließlich
Mittelpunkt für alle Touren durch Nordindien.
Geschichte:
Delhi war zwar nicht immer die Hauptstadt von Indien,
spielte aber ständig eine wichtige Rolle in der indischen
Geschichte, bis weit zurück in die Entstehungszeit des Mahabharata
vor 5000 Jahren. Als vor mehr als 2000 Jahren der mächtige Kaiser
Ashoka regierte, war Pataliputra, unweit des heutigen Patna, die
damalige Hauptstadt seines Königreiches. In der etwas jüngeren
Vergangenheit erhoben die Moguln während des 16. und 17.
Jahrhunderts Agra zu ihrer Hauptstadt. Schließlich ließen die Briten
dann Kalkutta diese Ehre zukommen, bis im Jahre 1911 New-Delhi von
ihnen geplant und erbaut wurde. Gegenüber diesen Zeiträumen nimmt
sich die Entstehung des Staates Indien, so wie wir ihn heute kennen,
als ein recht junges Gebilde aus; gemessen an der Tatsache, daß es
heute ein vereintes Land ist. Schließlich war dies auch während der
Regentschaft der Moguln nie der Fall, weil die beispielsweise den
Süden des Landes nie unter Kontrolle hatten. Trotz all dieser
Veränderungen kam Delhi stets eine besondere Bedeutung zu. Sie war
immer eine äußerst wichtige Stadt und nicht zuletzt Hauptstadt des
Nordens dieses Subkontinents.
Dort, wo sich heute Delhi ausbreitet, gab es lange
vor unserer Zeitrechnung bereits bedeutende Städte, acht insgesamt.
Die ersten vier nennenswerten lagen etwas südlich des heutigen
Neudelhi, ungefähr in der Gegend des Qutub Minar. Die erste
Stadtgründung auf dem Areal Delhis wurde Indraprastha genannt und
hatte sein Zentrum etwa dort, wo heute Purana Qila liegt. Zu Beginn
des 12. Jahrhunderts regierten die beiden Dynastien Tomar und
Chauhan das letzte hinduistische Königreich von Delhi, ebenfalls in
der Nähe von Qutab Minar und Suraj Kund, im heutigen Haryana.
Diese Stadt mußte dann Siri weichen. Das geschah in
12. Jahrhundert. Allah-ud-Din war ihr Erbauer, und die Stadt lag
damals dort, wo heute Hauz Khas zu finden ist. Als dritte Stadt
fügte sich dann Tughlaqabad in die Reihe der Hauptstädte. An ihren
Glanz erinnern nur noch Ruinen, 10 km südöstlich des Qutab Minar.
Das vierte Delhi stammt aus dem 14. Jahrhundert und war ebenfalls
ein Ergebnis der Schaffenskraft der Tughlaqs. Diese Stadt trug
damals den Namen Jahanpanah, und auch sie war nahe des Qutub Minar
gelegen. Delhi Nummer 5 liegt bereits innerhalb der heutigen
Stadtgrenzen von Old Delhi. Sie hieß damals aber Ferozabad und lag
bei Ferozshah Kotla. Zu ihren Ruinen gehören eine Säule zu Ehren von
Ashoka, die von irgendwo her an diese Stelle gebracht wurde, sowie
die Überreste einer Moschee. In dieser Moschee betete während seiner
grausamen Attacke gegen Indien auch Temerlane (Timur-Leng); er war
auf seinem Feldzug im Jahre 1398 bis nach Delhi vorgedrungen.
Die Reihe der Stadtgründungen setzte dann mit Delhi
Nummer 6 der Kaiser Sher Shah bei Purana Qila Fort, nahe dem India
Gate im heutigen Neudelhi. Sher Shah war ein afganischer Herrscher.
Er besiegte den Moguln Humayun und nahm Delhi ein. Delhi Nummer 7
entstand dann unter der Regentschaft des Moguln Shah Jahan im 17.
Jahrhundert. Die nach ihm benannte Stadt Shahjahanabad entspricht in
etwa dem derzeitigen alt Delhi und ist in großen Teilen erhalten
geblieben. Sein damaliges Delhi enthielt unter anderem das Rote Fort
und die majestätische Jami Masjid-Moschee. Schließlich folgt Delhi
Nummer 8, Neudelhi, erbaut durch die Briten. Als sie Neudelhi im
Jahr 1911 zur Hauptstadt erkoren, war sie noch lange nicht
fertiggestellt, aber Kalkutta sollte als Hauptstadt aufgegeben
werden. Erst 1931 wurde Neudelhi offiziell Hauptstadt.
Delhi hatte eine wechselvolle und traurige Geschichte
zu ertragen. Viele Jahrhunderte hindurch fielen Invasoren ein und
raubten diese Stadt immer wieder aus. Im 14. Jahrhundert war dies
Tamerlane (Timur-Leng). Besonders folgenschwer war der Eroberungszug
des persischen Kaisers Nadir Shah (1739). Unter ihm wurde die Stadt
total ausgeplündert. Die wertvollsten Stücke, die ihm in die Hand
fielen, waren der berühmte Kohinoor-Diamant und der legendäre
Pfauenthron. Beides nahm er mit nach Persien. 1803 kamen dann die
Briten und beanspruchten Delhi für sich. Während des Aufstandes
gegen die britische Vorherrschaft war Delhi aber das Zentrum des
Widerstandes. Vor der Aufteilung des Landes lebten vorwiegend
Moslems in Delhi, und Urdu war vorherrschende Sprache. Heute bilden
die Punjabis die Mehrheit in Delhi, und vorwiegend ist Hindi
Umgangssprache.
Orientierung:
Sie werden sich ohne große Probleme schnell in Delhi
zurechtfinden, auch wenn die Stadt sehr weiträumig ist. Da alle
Sehenswürdigkeiten am Westufer des Yamuna liegen, wird es noch etwas
einfacher. Dieses Gebiet ist wiederum in zwei Teile unterteilt: in
Alt Delhi und Neudelhi. Die Grenze zwischen beiden Teilen bilden die
Dash Bandhu Gupta Road und die Asaf Ali Road. Sie trennen die
verwinkelten und engen Straßen des alten Teils von den großzügig
angelegten breiten Straßen von Neu-Delhi.
Old Delhi ist der Bezirk, der von den Stadtmauern aus
dem 17. Jahrhundert umfaßt wird und der nur durch die Stadttore
betreten werden kann.
Innerhalb dieser Stadtmauern liegen die engen Straßen, das
gigantische Rote Fort, die von Shah Jahan erbaute Jami
Masjid-Moschee, Tempel, Moscheen, Basare sowie die berühmte Straße
Chandni Chowk. Auch der alte Bahnhof von Old Delhi liegt in diesem
Teil der Stadt und etwas weiter nördlich der Basbahnhof für
Fernbusse (Interstate Bus Terminal) nahe dem Kashmiri Gate. Unweit
des Bahnhofs von Neu-Delhi liegt wie eine Pufferzone zwischen diesen
so gegensätzlichen Stadtteilen der Orsteil Paharganj. Hier findet
der kostenbewußte Tourist eine große Anzahl Preiswerter Hotels und
Restaurants.
Dreh-und Angelpunkt von Neudelhi sind der riesige
Kreis des Connaught Place sowie die von ihm abzweigenden Straßen. In
diesem Viertel liegen die Büros der meisten Fluggesellschaften, die
Banken, die Reisebüros, die Büros der Verkehrsämter der einzelnen
Provinzen sowie das Staatliche Verkehrsbüro, weitere preiswerte
Unterkünfte und einige große Hotels. Das am Nordende dieses Platzes
gelegene Plaza Cinema und das am Südende liegende Regal Cinema sind
gute Ziele, die Sie Ihrem Texi-oder Rikschafahrer nennen können,
wenn Sie in das Zentrum fahren möchten.
Die Janpath, die südlich vom Connaught Place
abzweigt, ist die Adresse vieler wichtiger Institutionen. Hier
finden Sie das staatliche indische Fremdenverkehrsamt (Government of
India Tourist Office) sowie viele weitere Einrichtungen. Neudelhi
ist eine auf dem Reißbrett entstandene Stadt mit breiten Straßen,
breit genug für schattenspendende Baumreihen, Parks und Brunnen.
Neu-Delhi läßt sich noch einmal unterteilen in die Geschäfts- und
Wohnviertel rund um den Connaught Place und das Regierungsviertel im
Süden um den Raj Path herum. An der einen Seite des Raj Path liegt
das India Gate-Denkmal und am anderen Ende das Gebäude das indische
Parlament.
Weiter südlich des Regierungviertels liegen die
vornehmen Wohngebiete, wie z.B. Defence Colony, Lodi Colony oder
Friend’s Colony. Der Flughafen liegt im Südwesten der Stadt, und
etwa auf halbem Weg zwischen Flughafen und connaught Place finden
Sie die Enklave der Diplomaten: Chanakyapuri. Daher wurden dort auch
die meisten Botschaften und Konsulate von Delhi eingerichtet, und
eine ganze Reihe führender Hotels haben sich hier ebenfalls
niedergelassen.
Die Architektur in Delhi
Die wechselvolle Geschichte von Delhi läßt sich auch
heute noch gut nachvollziehen anhand der unterschiedlichen Baustile
in Delhi. Sehr einfach und grob aufgeteilt finden Sie Bauten im
frühen, mittleren und späten Stil der Pathanen-Zeit, zeitlich
gefolgt von frühen, mittleren und späten Perioden der Mogul-Zeit.
Früher Pathanen-Stil (1193-1320):
Aus dieser Zeit stammt der Komplex Qutub Minar. Er ist
charakteristisch für eine Kombination hinduistischer Merkmale mit
denen der moslemischen Invasoren. Zu den wichtigsten Elementen, die
von außen hinzukamen, gehören die Kuppeln und Bögen.
Mittlerer Pathanen-Stil (1320-1414): Aus der
Anfangszeit dieser Epoche stamen die Tughlaqabad-Gebäude. Etwas
später entstanden die Feroz Shah Kotla-Moschee, das Grabmal des Hauz
Khas, die Nizam-ud-Din-Moschee und die Khir-ki-Moschee. Zunächst
dienten das in Delhi vorhandene Gestein und roter Sandstein als
Baumaterial. Später errichtete man die Wände aus Steinen mit
Mörtelverbindung und verputzte sie außerdem. Typisch für diesen
Zeitabschnitt sind die schräg abfallenden Mauern und die hohen
Plattformen der Moscheen.
Später Pathanen-Stil (1414-1556): Während dieses
Zeitraumes entstanden die Grabmäler des Saiyad und Lodi sowie Purana
Qila. Hervorstechendes Merkmal dieser Epoche sind die prächtigen
Kuppeln und Dome sowie die farbigen Marmor-oder Kachelverzierungen.
Mugul-Stil (1556-1574): Zu Beginn dieses
Zeitabschnitts entstanden die Häuser aus rotem Sandstein, die man
mit Marmor verzierte. Typische Beispiele dieser Baukunst sind die
Grabmäler von Humayun und Azam Khan. Immer mehr gewann aber dann die
Verarbeitung von Marmor an Bedeutung. Die Gebäude erhielten noch
mehr und noch größere Kuppeln und alles überragende Minarette.
Besonders gut erkennbar ist dies am Roten Fort, an den Moscheen Jami
Masjid und Fatehpur, die aber bei weitem nicht die Pracht des
ebenfalls aus dieser Epoche stammenden Taj Mahal in Agra erreichen.
Gegen Ende der Mogulherrschaft wandelte sich die Baukunst eher einer
völlig überladenen At des Zuckerbäckerstils zu. Auch dies ist heute
noch an einigen Bauten zu bewundern: die Sonehri-Moschee auf dem
Chandni Chowk in Old Delhi und das Grabmal von Safdar Jang, das
Möglicherweise außerdem noch das letzte Bauwerk der Moguln ist.
Jedenfalls ist derzeit keines bekannt, das später entsand.
Sehenswürdigkeiten
Old Delhi: An der Westseite des Roten Forts befindet
sich die alte, befestigte Stadt Shahjahanabad. Sie war ursprünglich
von einer standhafen Stadtmauer umgeben, von einer standhaften
Stadtmauer umgeben, von der leider nur noch kleine Abschnitte
erhalten sind. Am Nordende dieser alten Stadt liegt das kashmiri
Gate, der Schauplatz verzweifelter Kämpfe während des Aufstandes,
als die Briten Delhi zurückeroberten. Westlich dieses
geschichtsträchtigen Ortes (nahe Sabzi Mandi) steht heute ein von
den Engländern erbautes Denkmal zur Erinnerung an die vielen
Gefallenen, die während des Aufstandes ihr Leben lassen mußten.
Unweit dieses Denkmals steht eine weitere Ashoka-Säule. Auch sie
wurde, genau wie die Säule in Feroz Kotla, von Feroz Shah Tughlaq
hierher gebracht. Die Hauptstraße von Old Delhi ist ein einziger,
farbenprächtiger und von Menschen wimmelnder Basar, bekannt unter
der Bezeichnung Chandni Chowk. Tag und Nacht ist sie Hoffnungslos
verstoft und bildet einen krassen Gegensatz zu den breiten,
großzügigen Straßen von Neu-Delhi. An der Ostseite des Chandni Chowk
(Rotes Fort), nördlich der Jami Masjid (Moschee), steht ein
Jain-Tempel mit einem kleinen Innenhof aus Marmor, der wiederum von
Kolonnaden umgeben ist. Neben Kotwali (Polizeiwache) erhebt sich die
Sonehri Masjid (Moschee). Auf ihren Zinnen stand im Jahr 1739 Nadir
Shah, der persische Eindringling, und schaute dem grausamen Massaker
zu, in dem seinen Gefolgsleute unzählige Einwohner von Delhi
töteten. Als Nadir Shah nach der Einnahme Delhis nach Persien
nurückkehrte, befand sich in seinem Reisegepäck auch der sagenhafte
Pfauenthron.
Das Westende des Chandni Chowk wird beherrscht von
der Fatehpuri-Moschee. Sie wurde von einer der Ehefrauen des Shah
Jahan 1650 erbaut.
Das Rote Fort: Über eine Gesamtlänge von 2 km
erstrecken sich die aus rotem Sandstein erichteten Mauern des Lal
Qila oder des Roten Forts. Die Mauerhöhe wechselt von 18 m an der
Flußeseite bis 33 m an der Stadtseite. Begonnen wurde dieses massive
Bauwerk im Jahr 1638 unter Shah Jahan Die Fertigstellung war 1648.
Aber Shah Jahan verließ nie endgültig seine vorherige Residenz in
Agra, um die Neugründung Shahjahanabad in Delhi auch durch diesen
Schritt zu unterstreichen. Er wurde nämlich von seinem Sohn
Aurangzeb entthront und im Fort von Agra gefangengesetzt.
Das Rote Fort stammt aus der Blütezeit der
Mogulherrschaft. Wenn damals der Kaiser auf dem Rücken eines
Elefanten durch die Straßen von Old Delhi ritt, war das ein
Spektakel von Pomp und Macht, wie es aufwendiger und prächtiger
nicht sein konnte. Aber die Blütezeit der Mogulherrscher währte
nicht sehr lange. Es war Aurangzeb, der als erster und zugleich
letzter bedeutender Mogul vom Roten Fort aus regierte. Heute ist das
Fort einer jener typisch indischen Pläze, wo sich unzählige
Möchtegern-Führer aufhalten und sofort auf jeden sich nähernden
Touristen einreden, um ihre Dienste anzubieten. Trotzdem ist e seine
Oase der Ruhe, sobald man die belebten Straßen von Old Dehi hinter
sich läßt und das Fort betritt.
All die Hektik und all das Getöse der Stadt scheinen
Lichtjahre entfernt zu sein von den Gartenanlagen und Pavillons des
Forts. Wenn Sie von der Mauer des Forts einen Blick hinunter zum
Yamuna-Fluß werfen, ist es durchaus möglich, daß Sie verschiedene
Musiker hören und Schlangenbeschwörer, Seiltänzer, Magier sowie
Tanzbären sehen können.
Lahore Gate:
Das Haupttor des Forts wurde so benannt, weil es in
Richtung Lahore, im heutigen Pakistan, liegt. Betreten Sie das Fort
durch dieses Tor, finden Sie sich sofort unter einer gewölbten
Arkade wieder, wo heute kleine Läden angesiedelt sind. In früheren
Zeiten war dies einmal der Meena-basar – das Einkaufszentrum der
Hofdamen. Die arkaden führen in den Naubat Khana, ehemas Podium für
Musikanten, heute aber nur noch ein offener Garten.
Diwan-i-Am: In der “Halle der öffentlichen Audienzen”
nahm früher der Herrscher Klagen und Bitten seiner Untertanen
entgegen. Der Alkoven in der Wand, Platz des Herrschers, war mit
Marmor eingefaßt und mit wertvollen Steinen besetzt. Nach dem
Aufstand wurden allerdings viele Teile dieser Wandverkleidung
geplündert. Lord Curzon ließ diese vornehme, elegante Halle später
restaurieren.
Diwan-i-Khas: Diese “Halle der privaten Audienzen”
behielt sich der Mächtige für private Zusammenkünfte vor. Prunkstück
dieser Halle war damals der sagenhafte Pfauenthron den Nadir Shah im
Jahr 1739 als Beutestück in den Iran mitnahm. Dieser Thron aus
massivem Gold war durch prächtige Pfauen verziert, deren unendlich
schöne Farben von einer Vielzahl einzelner eingelegter, kostbarer
Edelsteine herrührten. Zwischen den Pfauen war ein aus einem
einzigen Smaragd geschnitzter Papagei. Es ist unfaßbar, daß dieses
Meisterstück aus wertvollen Materialien, Rubinen, Smaragden und
Perlen später in Einzelteile zerlegt wurde. Der Pfauenthron, den man
heute in Teheran zu sehen bekommt, besteht nur noch aus einigen
wenigen Teilen seines ursprünglichen Schmuckes.
Als dann im Jahr 1760 die Marathen aus noch die
Silberdecke der Halle abmontierten, blieb nur noch ein schwacher
Abglanz dessen, was diese Halle einmal in ihren Glanzzeiten
darstellte. An den Wänden dieser Halle ist der persische Spruch zu
finden:
“Wenn es auf Erden ein Paradies gibt, dann ist es
dies, dann ist es dies, dann ist es dies.”
Die königlichen Bäder (Royal Baths):
Gleich neben der Diwan-i-Khas sind die Bäder (Hamans),
drei große Räume mit Kuppeldächern und einem Brunnen in der Mitte.
Eines der Bäder war als Sauna eingerichtet.
Moti Masjid:
Neben den Bädern finden Sie die von Auranzeb im Jahr
1659 erbaute Perlenmoschee. Als Baumaterial diente wertvoller
Marmor.
Weitere Sehenswürdigkeiten:
Der Rang Mahal Pavillon erhielt die Bezeichnung
“gemalter Palast” wegen seiner vielen Malereien im Innern. Leider
its von ihnen heute nichts mehr zu sehen. Das Khas Mahal war der
Privatpalast des Herrschers und enthielt Räume für Zeremonien sowie
Schlafund Wohnzimmer. Im Mumtaz Mahal ist ein kleines
archäologisches Museum untergebracht. Das Delhi Gate am Südende des
Forts führte zur Jami Masjid (Freitags-Moschee).
Ton-und Lichtschau:
Jeden Abend wird im Fort eine Ton-und Lichtschau
veranstaltet. Sie erzählt von der Geschichte Indiens, insbesondere
aber von den Ereignissen, die in Verbindung mit dem Fort stehen.
Diese Vorführungen werden in Englisch und Hindi dargeboten. Die
Anfangszeiten richten sich nach der Jahreszeit. Eine bedeutende
Forderung während des erbitterten Unabhängigkeitskampfes war, daß
die dreifarbige indische Fahne den Union Jack auf dem Roten Fort
ersetzen sollte.
Jami Masjid:
Diese große Moschee von Old Delhi hat gleich zwei
Superlative zu bieten. Sie ist die größte Moschee Indiens und die
letzte architektonische Extravaganz, die sich Shah Jahan erlaubte.
Mit dem Bau began man im Jahr 1644, und erst 1658 war die Moschee
fertig. Die Moschee hat drei große Eingänge, vier Ecktürme und zwei
Minarette von 40 m Höhe. Diese Minarette sind in Ihrer Bauweise
besonders interessant, da man abwechselnd roten Sandstein und weißen
Marmor verarbeitete. Breite Treppenaufgänge führen zum dem imposant
gestalteten Eingang. Frauen dürfen nur in Begleitung der
“verantwortlichen männlichen Verwandten” in die Moschee. Von der
Ostseite der Moschee hat man außerdem noch einen schönen Blick auf
das Rote Fort. Die Jami Masjid bietet 25.000 Besuchern Platz. Für
Nicht-Moslems ist die Moschee von 12.30-14.00 Uhr geschlossen.
Raj Ghat:
Nordöstlich von Feroz Shah Kotla, an den Ufern des
Yamuna, erinnert ein einfacher Quader aus schwarzem Marmor daran,
daß an dieser Stelle Mahatma Gandhi nach seiner Ermordung im Jahr
1948 verbrannt wurde. Jeden Freitag findet hier eine feierliche
Zeremonie statt, weil Gandhi an einem Freitag getötet wurde. Hier
wurden auch Indiens erster Premierminister, Jawahrlal Nehru (1964),
und seine Tochter Indira Gandhi eingeäschert. Mittlerweile ist Raj
Ghat ein schöner Park. Interessant sind auch all die vielen
beschilderten Bäume, die von hochgestellten Persönlichkeiten
gepflanzt wurden. Dazu gehören unter anderem Elizabeth II. von
England, Gough Whitlam, Dwight D. Eisenhower und Ho Chi Minh.
Feroz Shah Kotla:
Die Ruinen der von Feroz Shah Tughlaq im Jahr 1354
erbauten Stadt liegen zwischen dem alten un dem neuen Delhi. Diese
Stadtgründung war Delhi Nr. 5. Im Palast der Festung steht eine
Säule mit Gravierungen von Gesetzestexten des Kaisers Ashoka sowie
einer neueren Inschrift. Die Säule ist 13 m hoch. Inmitten der
Ruinen findet der aufmerksame Besucher noch die Reste einer alten
Moschee und eine Quelle. Viel mehr ist kaum zu sehen, da man die
Steine der Ruinen zum Aufbau anderer Städte abtransportierte.
Connaught Place:
Das Geschäfts – und Touristenzentrum von Neu-Delhi
ist der Connaught Place. Er liegt im Nordteil dieses Stadtbezirkes
und ist ein Verkehrsknotenpunkt riesigen Ausmaßes, gesäumt, von eher
einfallslos uniform erbauten Geschäftshäusern. Dieser Platz ist so
weiträumig, und trotzdem brodelt standing Leben auf ihm, daß man
sich trotz der Weite nie allein und verlassen vorkommt. Wann immer
Sie sich auf dem Connaught Place aufhalten, man wird Sie ansprechen
und Ihnen Nützliches und Unnützes zum Kauf anbieten. Das Angebot
reicht vom Flugticket nach Timbuktu bi shin zu den Voraussagen der
Zukunftsdeuter.
Janter Mantar:
Nur einen kleinen Spaziergang auf der Parliament
Street vom Connaught Place entfernt, erreicht man eines der vielen
Observatorien, die der Maharadscha Jai Singh II. erbauen ließ.
Jantar Mantar fällt nicht nur durch die Farbe ins Auge, Sondern auch
durch die besondere Ansammlung der einzelnen Gebäude. Der Herrscher
von Jaipur erbaute dieses lachsfarbene Observatorium im Jahr 1725.
Eine riesige Sonnenuhr, die unter der Bezeichnung “Prince of Dials”
bekannt ist, zieht das Augenmerk der Besucher besonders auf sich.
Man kann sich aber auch noch allerlei astronomisches Gerät anschauen
und Darstellungen, wie z. B. den Verlauf der Sterne, Vorhersagen von
Sonnenfinsternissen und viele Himmelskörper.
Laxmi Narayan-Tempel:
Dieser auffällige Tempel im Westen des Connaught
Place wurde erst 1938 von dem Industriellen Birla erbaut. Er ist dem
Gott Vishnu und seiner Gefährtin Laxmi geweiht. Laxmi ist die Göttin
des Wohlstandes.
India Gate:
Am Ostende des Raj Path steht diese 42 m hohe
Triumphsäule aus Stein. Sie trägt dei Namen von 90.000 Soldaten der
indischen Armee, die während des. 1. Weltkrieges starben, sowei der
Opfer in den Kampfhandlungen an der Nordwestgrenze zum gleichen
Zeitpunkt und während des Fiaskos in Afghanistan im Jahr 1919.
Rashtrapati Bhavan:
Dies ist die offizielle Residenz des Präsidenten von
Indien. Sie liegt auf dem Raisini Hill gegenüber vom India Gate beim
Raj Path. Fertiggestellt wurde dieser Gebäudekomplex erst 1929. Zu
dem palastähnlichen Haus gehört ein eleganter Mogulgarten, der 130
Hektar groß ist. Vor der Unabhängigkeit Indiens wohnte hier der
Vizekönig. Lord Mountbaten, Indiens letzter Vizekönig hatte einen
ganzen Stab von Personal um sich, um die 340 Räume dieser Residenz
in Ordnung zu halten, ganz zu schweigen von den Gartenarbeiten.
Hierzu benötigte er allein 418 Gärtner. Unter ihnen waren 50 Jungen,
deren Aufgabe es war, die Vögel zu verscheuchen.
Parliament House (Parlament):
Am Ende der Sansad Marg/Parliament Street und
nördlich des Raj Path steht das indische Parlament (Sansad Bhavan).
Es war ein Schlüsselement bei der Planung von Neu-Delhi. Zieht man
nämlich eine Linie vom Parlament entlang der Parliament Street und
mitten durch den Connought Place, dann führt sie mitten durch die
Jami Masjid. Das Gebäude selbst ist ein Rundbau mit Kolonnaden; der
Durchmesser beträgt 171 m.
Museen
Das Angebot der Mussen und Galerien von Delhi ist
groß. Einige der interessantesten, die einen Besuch lohnen, seinen
hier erwähnt:
National-Museum:
Dieses Museum in der Janpath (südlich von Raj Path)
enthält eine gute sammlung indischer Bronzefiguren, Terracottaund
Holzskulpturen aus der maurischen Periode (2.-3. Jahrhundert v.
Chr.), Stücke aus der Vijayanagar-Zeit in Südindien, Miniaturen,
Wandgemälde und Gewänder verschiedener Stämme. Dies alles macht
einen Besuch dieses Museums wirklich empfehlenswert. Es ist täglich
(außer Montag) von 10.00-17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist von
Tag zu Tag unterschiedlich..An einigen Tagen werden auch filme
gezeigt.
Nehru-Museum:
Unweit des Diplomatenviertels Chanakyapuri liegt in
der Teen Murti Road das Nehru-Museum. Wie der Name bereits vermuten
läßt, hat man hier vieles zusammengetragen, was mit dem Leben dieses
bedeutenden Mannes Verbindung hat. Auch das Gebäude hat einen Bezug
zu Nehru. Es ist nämlich die ehemalige Residenz des ersten indischen
Premierministers. Während der Hauptreisezeit zeigt man auch eine
Ton-und Lichtschau über sein Leben und die Unabhängigkeitsbewegung.
Geöffnet ist dieses Museum täglich (außer Montag) von 10.00-17.00
Uhr.
Rail Transport Museum (Eisenbahn-Museum):
Wer ein Anhänger der faszinierenden Lokomotiven
Indiens ist, kommt in diesem Museum voll auf seine Kosten. Zu der
Sammlung gehört eine alte Dampflokomotive aus dem Jahr 1855, die
immer noch betriebsbereit ist. Leider finden sich aber auch einige
weniger erfreuliche Dinge in die sem Eisenbahnmuseum, zu denen wohl
unter an derem auch ein Elefantenschädel gezählt werden kann. Der
Dickhäuter, dem dieser Schädel gehörte, versuchte 1894, einem
Postzug zu nahe zu kommen und verlor. Das Museum liegt im Stadtteil
Chanakyapuri und ist von 9.30-13.00 und von 13.30-17.00 Uhr
geöffnet. Montags ist geschlossen.
Tibet House:
Hier hat man eine beachtliche Sammlung von
Zeremoniengegenständen ausgestellt, die der Dalai Lama mitnehmen
konnte, al ser vor den Chniesen floh. Im Erdgeschoß befindet sich
ein Laden, im dem eine große Auswahl tibetanischer
Kunstgewerbeartikel verkauft wird. Das Tibet House finden Sie in der
Jor Bagh 16, nahe dem Hotel Oberoi New Delhi. Von April bis
September ist es von 9.30-13.00 und von 14.30-18.00 Uhr geöffnet,
während der übrigen Monate von 9.00-13.00 und 14.00-17.00 Uhr. Der
Eintritt ist frei, aber am Sonntag ist geschlossen.
Puppenmuseum (International Dolls Museum):
Sie finden dieses Museum im Nehru House in der
Bahadur Shah Zafar Marg. Dort sind über 6.000 Puppen aus mehr als 85
Ländern zu sehen. Über ein Drittel der Ausstellungsstücke kommt aus
Indien. Vorbereitet wird eine Ausstellung, die Puppen in den
Kostümen zeigen soll, die in Indien getragen werden. Das Museum ist
täglich (außer Montag) von 10.00-18.00 Uhr geöffnet.
Museum für das Kunstgewerbe (Crafts Museum):
Vor einiger Zeit wurde dieses Museum in den Aditi
Pavillon auf dem Ausstellungsgelände Mathura Road der Stadt Delhi
verlegt. Es enthält eine Sammlung traditioneller indischer
Kunsthandwerksgegenstände aus Textilien, Metall, Holz und Keramik.
Es ist heute Teil das Komplexes, den man hier errichtet hat. Den
Besuchern will man damit einen Einblick in das indische Dorfleben
vermitteln, ohne daß sie sich aus Delhi entfernen müssen. Die
Öffnungszeiten sind täglich (außer Sonntag) von 9.30-16.30 Uhr.
Weitere Museen:
Das Naturkundemuseum (Museum of Natural History)
liegt gegeüber der nepalesischen Botschaft in der Barakhamba Road.
Vor dem Eingang steht ein großes Dinosaurier Modell. Ausgestellt
sind dort Fossilien sowie einige ausgestopfte Tiere und Vögel. Und
es gibt einen Raum für Kinder, in dem Ausstellungstücke angefaßt
werden dürfen. Geöffnet ist von 10.00-17.00 Uhr (außer Montag).
Ferner gibt es ein Briefmarkenmuseum (National Philatelic Museum) am
Sadar Patel Square an der Parliament Street (Dak Tar Bhavan), das
jedoch sonntags geschlossen ist. Das Luftwaffenmuseum (Air Force
Museum) am Palam Airport ist täglich (außer Dienstag) von10.00-13.30
Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Ein Denkmal (Gandhi Balidan
Sthal) in der Tees. January Marg erinnert am Ort des Attentats auf
Mahatma Gandhi.
Weitere Sehenswürdigkeiten
Purana Qila:
Südöstlich des India Gate und nördlich des Grabmals
von Humayun und des Bahnhofs Nizam-ud-Din liegt das ale Fort Purana
Qila. Von ihm nimmt man an, daß es auf dem Boden des alleresten
Delhi steht, der Stadt Indraprastha. Umgeben ist es von massiven
Mauern, durch die drei große Tore in das Innere führen. Sher Shah
ließ es in den Jahren 1538-1545 erbauen. Dies war auch der Zeitraum,
in dem es Sher Shah gelang, die Herrschaft der Moguln für kurze Zeit
zu unterbrechen, indem er Humayun besiegte. Der so geschlagene Mogul
holte sich seinen Besitz aber wieder zurück.
Betritt man das Fort durch das Südtor, stößt man auf
einen kleinen achteckigen Turm, den Sher Manzil. Humayun benutzte
ihn als Bibliothek. Aber dieser Turm wurde ihm auch zum Verhängnis.
Er rutschte in ihm auf glattem Boden aus, fiel hin und zog sich
ernste Verletzungen zu, an denen er schließlich starb, Hinter diesem
Turm befindet sich die Qila-i-Kuhran-Moschee, die auch Moschee des
Sher Shah genannt wird.
Das Grabmal des Humayun:
Erbaut von Haji Begum, der Frau des Humayun und
zweiten Moguln, in der Mite des 16. Jahrhunderts, ist es ein
Beispiel der Architektur der frühen Mogulzeit. Die Elemente dieses
baus – ein eher gedrungenes Gebäude, aufgelockert durch hohe
Eingänge mit Rundbögen, über allem eine gewaltige Kuppel und umgeben
von recht formal angelegten Gärten wurden später stark verfeinert
für den Bau des Taj Mahal in Agra übernommen. Wer ein Interesse an
Architektur hat, kann beim Studieren dieses viel früher entstandenen
Grabmals die Ursprünge verfolgen, aus denen das so reich
ausgestattete Taj Mahal entwickelt wurde. Auch Humayuns Frau ruht in
diesem aus rotem und weißem Sandstein sowei schwarzem und gelbem
Marmor erbauten Grabmal.
Im Garten finden sich noch weitere Gräber, unter
anderem das des Friseurs von Humayun. Das Grab des Isa Khan
veranschaulicht gut die Archtektur des Pathanen-Stils aus der Ziet
der Lodi-Dynastie. Von den Terrassen dieses Grabmals hat man einen
schönen Blick in die umliegende Landschaft. Ein findiger Tourist
entdeckte links neben dem Hauptaufgang des Grabmals die Gräber der
fünf führenden Architekten dieses Komplexes. Das war die besondere
Art der Haji Begum, sich bei den fleißigen Männern für ihre gute
Arbeit zu bedanken.
Zoo:
Delhis Zoo liegt an der Südseite der Forts und ist im
Sommer von 8.00-18.00 Uhr, im Winter von 9.00-17.00 Uhr geöffnet. Er
wird aber nicht sehr gut geführt: Die Käfige sind schlect
beschildert, und im Winter kommen viele Tiere nicht hinaus.
Hazrat Nizam-ud-Din Aulia:
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Grabmals
von Humayun befindet sich der Schrein des moslemischen Heiligen
Nizam-ud-Din Christi. Er starb 1325 im Alter von 92 Jahren. Sein
Schrein samt Umbauung und eine Anzahl anderer interessanter Gräber
sind einen Besuch wert. Hier ruht auch Jahanara, die Tochter des
Shah Jahan, die ihren Vater während der Gefangensetzung durch
Aurangzeb nicht verließ.
Seine letzte Ruhestätte fanden hier auch der bekannte
Urdu-Dichter Mirza Ghalib und Azam Khan, der von Humayun und Akbar
gleicher-maßen geschätzt wurde. Adham Khan ließ ihn in Agra
ermorden. Daraufhin ließ Akbar aus Rache Adham Khan ebenfalls
umbringen. Sein Grab befindet sich unweit des Qutab Minar. Die
Gestaltung des Schreines von Nizam-ud-Din beschwor einen Streit
zwischen dem Heiligen und dem Erbauer und Planer von Tughlaqabad, im
Süden von Delhi, herauf. Näheres hierüber können Sie im Abschnitt
über Tughlaqabad lessen. Das Grab eines Sufi-Heiligen aus der
Neuzeit, Hazrat Inayat Khan, ist ebenfalls in der Nähe. Jeden
Freitag gegen 19.00 Uhr treffen sich Kawali-Sringer am Grab und
gedenken seiner mit Gesängen.
Die Lodi – Gräber:
Etwa 3 km westlich, neben dem Indian International
Centre, liegen die Lodi-Gärten. In diesen äußerst gut gepflegten
Anlagen befinden sich die Gräber der Sayyid-und Lodi-Herrscher. Das
Grab des Muhammad Shah (1450) gilt als Prototyp für das später
geschaffene Grab des Humayun im Mogulstil. Dieses Grabmal war
wiederum maßgebend für die Architekture des Taj Mahal. In den
anderen Gräbern ruhen unter anderem sein Vorgänger Mubarak Shah
(1433), Ibrahim Gambad-Moschee ist beispielgebend für Moscheen
dieser Art mit ihren feinen Stuckarbeiten.
Das Grabmal des Safdarjang (Safdarjang Tomb):
Neben dem kleineren Flughafen Safdarjang, auf dem der
Sohn von Indira Gandhi 1880 bei einem Flugzeugunglück ums leben kam,
liegt das Grabmal des Safdarjang. Der Nabob von Oudh ließ es 1753-54
für seinen Vater Safdarjang erbauen. Dieses Bauwerk ist eines der
letzten Beispiele für die Architektur des Mogulzeit, bevor dann
später alles in sich zusammenbrach. Vom Dach des Grabes hat man
einen guten Ausblick.
Moth Ki Masjid:
Wenden wir unsere Schritte von dem Grab des
Safdarjang in Richtung Süden, so erreichen wir diese Moschee. Von
ihr sagt man, daß sie die schönste Moschee im Lodi-Stil sei. Etwa in
der Gegend, wo heute diese Moschee ihren Platz hat, besiegte Timur
die Armees des Muhammad Shah Tughlaq (1398).
Hauz Khas:
Ungefähr in der Mitte zwischen dem Grabmal von
Safdarjang und Qutab Minar befand sich früher das Wasserreservoir
der Stadt Siri, die die zweite Gründung von Delhi war. Sie liegt ein
bißchen weiter östlich. Sehenswert sind das Grab von Feroz Shah
(1398) und Überreste eines alten College.
Khirki Masjid und Jahanpanah:
Diese interessante Moschee mit ihren vier offenen
Innenhöfen stammt bereits aus dem Jahr 1380. Nach ihr wurde auch die
unweit liegende Stadt Khirki benannt. In der Nähe der Moschee finden
Sie auch noch die Ruinen von Jahanpatha (Delhi Nr. 4) sowie die hohe
Plattform Bijai Mandal und die Begumpur-Moschee, die sich mit ihren
vielen Kuppeln ein eigenes Markenzeichen erhält.
Tughlaqabad:
Östlich des Qutab Minar dehnt sich Delhi Nr. 3,
Tughlaqabad, mit seinen trutzigen Befestigungsmauren aus. Diese von
einer Mauer umgebene Stadt und das Fort mit 13 Stadttoren gehen auf
die Initiative des Ghiyas-ud-Din Tughlaq zurück. Die Initiative des
Ghiyas-ud-Din Tughlaq zurück. Die Bauarbeiten wurden gestört durch
den legendären Streit, den der Herrscher Tughlaq mit dem Heiligen
Nizam-ud-Din auszutragen hatte. Tughlaq hatte es nämlich gewagt, die
Arbeiter vom Bau des heiligen Schreins abzuziehen, den Nizam-ud-Din
entstehen ließ. Daraufhin belegte der Heilige die künftige Stadt mit
einem Fluch, nach dem in ihren Mauern nur Gujars (Schafhirten) leben
würden. Heute stimmt dies tatsächlich. Aber damit war der Streit
noch nicht beendet. Als der König zum Gegenschlag ausholte,
beruhigte der heilige seine Anhänger mit einem Spruch, der bis auf
den heutigen Tag in Indien Gültigkeit hat: “Delhi ist weit weg”.
Dieser Spruch bewahrheitete sich in der Tat, denn auf seiner Reise
von Delhi wurde der König 1325 ermordet.
Die Mauern des Forts sind aus massiven Quadern
erbaut. An der Südseite der Stadtmauer liegt inmitten eines
künstlichen Sees das Grabmal des Königs. Ein langer Damm verbindet
es mit dem Fort. Die Innenwände beider Gebäude sind schräg
abfallend.
Der Komplex Qutab Minar:
15 km entfernt von Delhi liegt dieser Gebäudekomplex.
Alle Bauten Stammen aus der Anfangszeit der moslemischen Herrschaft
über Indien und sind sehr gute Beispiele afghanischer Architektur.
Der Qutab Minar selbst ist eine erhabene Siegessäule, mit deren Bau
sofort nach Unterwerfung des letzten Hindu-Königreiches von Delhi im
Jahr 1193 begonnen wurde. Stolze 73 m ragt dieser Turm empor. Er
verjüngt sich von 15 m Durchmesser am unteren Ende auf nur 2.5 m an
der Spitze.
Der Turm besteht aus fünf charakteristischen
Stockwerken, jades klar erkenntlich durch einen vorspringenden
Balkon. Die ersten drei Stockwerke sind aus rotem Sandstein
errichtet worden, der vierte und fünfte Stock aus Marmor und
Sandstein. Qutb-ud-din began zwar mit dem bau, erlebte aber nur die
Fertigstellung des ersten Stockwerks mit. Seine Nachfolger
vollendeten das Vorhaben. Im Jahre 1368 erneuerte Feroz Shah tughlaq
die obersten Etagen und fügte das Kuppleldach hinzu. Ein Erdbeben
ließ 1803 die Kuppel herunterfallen. Sie wurde aber 1829 ersetzt.
Gleichzeitig wurden weitere Änderungen vorgenommen.
Mittlerweile steht dieser so ausnehmend
schöngestaltete Turm etwas schief, hat aber all die Jahrhunderte
erstaunlich gut überstanden. Zur Zeit ist der Qutab Minar
möglicherweise gesperrt, weil es einmal beim Besuch einer
Schulklasse zu einer Panik und zu Toten kam. Erkundigen Sie sich
also besser vor einem Abstecher hierhin. Der Ausblick ist lohnend
von dieser Höhe aus.
Quwwat-ul-Islam-Moschee:
Zu Füßen des Qutab Minar steht Indiens erste Moschee.
Stolz trägt sie den Namen “Macht des Islam”. Im Jahr 1193 begann
Qutb-ud-Din mit dem Bau dieser Moschee, die dann aber in den
folgenden Jahrhunderten viele Um-und Anbauten über sich ergehen
lassen mußte. Die ursprüngliche Moschee stand auf den Grundmauern
eines Hindutempels. Eine Inschrift über dem Osteingang besagt, daß
mand zum Bau die Überreste von “27 götzendienerischen Tempeln”
verwendete. Viele Elemente der Konstruktion verweisen auch auf ihren
hinduistischen oder jainistischen Ursprung. Altamish umgab die
anfänglich recht kleine Moschee in den Jahren 1210-20 mit einem
Klosterhof. Ala-ud-Din fügte später um 1300 den Hof im Osten an und
das prächtige Alai Darwaza-tor. Sehenswert in der Moschee und in
ihrer Umgebung sind:
Die eiserne Säule (Iron Pillar):
Im Innenhof der Moschee ragt die eiserne Säule 7 m in
die Höhe. Dort hatte sie ihren Platz schon lange, bevor der Bau der
Moschee begonnen wurde.Der Hindu-König Chandra Varman ließ sie
ursprünglich im 5. Jahrhundert n. Chr. Dort aufstellen. Aus einer
Sanskritinschrift geht hervor, daß man sie hierher brachte.
Man nimmt an, daß sie aus der Guptazeit stammt und
früher mit einer Garuda-Figur gekrönt war. Dies wiederum könnte
darauf hindeuten, daß diese Säule in einem Vishnu-Tempel stand. Was
die Inschrift der Säule leider nicht verrät, ist die Art der
Herstellung bzw. die Zusammensetzung des Materials, denn die
Reinheit des verwendeten Eisens ist außergewöhnlich. Kein
Wissenschaftler fand bischer heraus, wie es damals möglich war, ein
solch reines Eisen, das auch nach über 2000 Jahren noch nicht
gerostet ist, zu gewinnen und zu verarbeiten. Glaubt man einer alten
Sage, dann geht jedem, der die Säule mit dem Rücken zu ihr umfassen
kann, ein Wunsch in Erfüllung.
Alai Minal:
Zur gleichen Zeit, als sich als-ud-Din mit den Plänen
zur Erweiterung der Moschee befaßte, trug er ehrgeizige Pläne
weiterer Bauvorhaben mit sich herum. So wollte er eine weiters
Siegessäule errichten, ähnlich des Qutab Minar, nur sollte sie
doppelt so hoch werden. Zum Zeitpunkt seines Todes war sie schon bis
auf eine Höhe von 27 m gewachsen. Ein zweiter so mutiger Bauherr
fand sich jedoch nicht zur Vollendung dieses etwas zu
hochgegriffenen Projektes bereit. So steht diese Säule immer noch
unvollendet nördlich des Qutab Minar und der Moschee.
Weitere Sehenswürdigkeiten:
Das von Ala-ud-Din erbaute Alai Darwaza-Tor ist der
Haupteingang zu diesem gesamten Komplex. Aus rotem Sandstein
errichtet, steht es seit 1310 südöstlich des Qutab Minar. Gleich
neben dem Eingang befindet sich das Grab des Imam Zamin. Das Grab
des 1235 verstorbenen Altamish finden Sie in der Norwestecke der
Moschee.
Umgebung des Qutab:
In der Umgebung dieses Komplexes finden Sie weitere
Sehenswürdigkeiten. Westlich der Mauer hat Adham Khan seine letzte
Ruhestätte gefunden. Neben anderen unerfreulichen Dingen, die diesem
Mann zugeschrieben werden, tribe er Rupmati in den Selbstmord,
nachdem Mandu erobert. Als Akbar immer ungehaltener wurde, ließ er
ihn kurzerhand von einer Terrasse des Forts in Agra werfen.
Innerhalb dieses Areals stehen auch einige
Sommerpaläste. Ferner kann man die Gräbern sollte die Ruhestätte des
letzten Königs von Delhi werden. Er starb jedoch 1862 im Exil in
Rangun (Burma). Dorthin hatte er sich wegen des Aufstandes in Indien
bereits 1857 zurückgezogen.
|
|
|