Delhi - Geschichte - Orientierung - Die Architektur in Delhi - Lahore Gate - Die königlichen Bäder (Royal Baths) - Moti Masjid:Jami Masjid:Raj Ghat: Feroz Shah Kotla: Connaught Place: Janter Mantar: Parliament House (Parlament):Laxmi Narayan-Tempel:Rashtrapati Bhavan: Parliament House (Parlament)National-Museum:Nehru-Museum: Purana Qila: Rail Transport Museum (Eisenbahn-Museum): Purana Qila:Das Grabmal des Humayun:Hazrat Nizam-ud-Din Aulia:Die Lodi –Das Grabmal des Safdarjang (Safdarjang Tomb)-Khirki Masjid und Jahanpanah Gräber:Hauz Khas: Alai Minal:Tibet House:Puppenmuseum (International Dolls Museum):Museum für das Kunstgewerbe (Crafts Museum): Der Komplex Qutab Minar:Quwwat-ul-Islam-Moschee:Die eiserne Säule (Iron Pillar

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Delhi Reisetipps - Sehenswürdigkeiten - Stadtbesichtigung - Delhi Reisebericht - Delhi Reiseführer & Sightseeing

Sehenswürdigkeiten & Stadtbesichtigung

Neu-Delhi ist die Hauptstadt Indiens und zugleich die drittgrößte Stadt dieses Subkontinents. Genaugenommen besteht die Stadt aus zwei Teilen. Delhi oder “Old” Delhi war zwischen dem 12. und 19. Jahrhundert die Hauptstadt des damals moslemischen Indiens. In diesem Stadtteil findet der Besucher unzählige Moscheen, Denkmäler und Forts aus der Moslemischen Zeit. Der andere Teil Delhis ist Neudelhi, von den Briten als Hauptstadt Indiens ausgewählt und entsprechend ausgebaut. Neudelhi ist großzügig und weiträumig geplant worden. In diesem Teil der Stadt siedelten sich auch die meisten Botschaften an, und ein großer Teil der Regierungsgebäude steht ebenfalls hier. Aber Delhi hat noch eine dritte Komponente mit in die Waagschale zu werfen, wenn es um die Bedeutung der Stadt geht: Sie ist neben ihrer historischen Bedeutung und der Rolle, die sie als Regierungshauptstadt spielt, auch noch Ausgangspunkt für viele Touristen, die den Subkontinent erkunden wollen. Der Flughafen von Delhi ist ein Drehkreuz vieler internationaler Fluggesellschaften. Die Stadt liegt auch für den Überlandverkehr durch Asien auf dem Weg und ist schließlich Mittelpunkt für alle Touren durch Nordindien.

 

Geschichte: Delhi war zwar nicht immer die Hauptstadt von Indien, spielte aber ständig eine wichtige Rolle in der indischen Geschichte, bis weit zurück in die Entstehungszeit des Mahabharata vor 5000 Jahren. Als vor mehr als 2000 Jahren der mächtige Kaiser Ashoka regierte, war Pataliputra, unweit des heutigen Patna, die damalige Hauptstadt seines Königreiches. In der etwas jüngeren Vergangenheit erhoben die Moguln während des 16. und 17. Jahrhunderts Agra zu ihrer Hauptstadt. Schließlich ließen die Briten dann Kalkutta diese Ehre zukommen, bis im Jahre 1911 New-Delhi von ihnen geplant und erbaut wurde. Gegenüber diesen Zeiträumen nimmt sich die Entstehung des Staates Indien, so wie wir ihn heute kennen, als ein recht junges Gebilde aus; gemessen an der Tatsache, daß es heute ein vereintes Land ist. Schließlich war dies auch während der Regentschaft der Moguln nie der Fall, weil die beispielsweise den Süden des Landes nie unter Kontrolle hatten. Trotz all dieser Veränderungen kam Delhi stets eine besondere Bedeutung zu. Sie war immer eine äußerst wichtige Stadt und nicht zuletzt Hauptstadt des Nordens dieses Subkontinents.

Dort, wo sich heute Delhi ausbreitet, gab es lange vor unserer Zeitrechnung bereits bedeutende Städte, acht insgesamt. Die ersten vier nennenswerten lagen etwas südlich des heutigen Neudelhi, ungefähr in der Gegend des Qutub Minar. Die erste Stadtgründung auf dem Areal Delhis wurde Indraprastha genannt und hatte sein Zentrum etwa dort, wo heute Purana Qila liegt. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts regierten die beiden Dynastien Tomar und Chauhan das letzte hinduistische Königreich von Delhi, ebenfalls inder Nähe von Qutab Minar und Suraj Kund, im heutigen Haryana.

Qutubmeenar, Delhi
 

Diese Stadt musste dann Siri weichen. Das geschah in 12. Jahrhundert. Allah-ud-Din war ihr Erbauer, und die Stadt lag damals dort, wo heute Hauz Khas zu finden ist. Als dritte Stadt fügte sich dann Tughlaqabad in die Reihe der Hauptstädte. An ihren Glanz erinnern nur noch Ruinen, 10 km südöstlich des Qutab Minar. Das vierte Delhi stammt aus dem 14. Jahrhundert und war ebenfalls ein Ergebnis der Schaffenskraft der Tughlaqs. Diese Stadt trug damals den Namen Jahanpanah, und auch sie war nahe des Qutub Minar gelegen. Delhi Nummer 5 liegt bereits innerhalb der heutigen Stadtgrenzen von Old Delhi. Sie hieß damals aber Ferozabad und lag bei Ferozshah Kotla. Zu ihren Ruinen gehören eine Säule zu Ehren von Ashoka, die von irgendwo her an diese Stelle gebracht wurde, sowie die Überreste einer Moschee. In dieser Moschee betete während seiner grausamen Attacke gegen Indien auch Temerlane (Timur-Leng); er war auf seinem Feldzug im Jahre 1398 bis nach Delhi vorgedrungen.

Die Reihe der Stadtgründungen setzte dann mit Delhi Nummer 6 der Kaiser Sher Shah bei Purana Qila Fort, nahe dem India Gate im heutigen Neudelhi. Sher Shah war ein afganischer Herrscher. Er besiegte den Moguln Humayun und nahm Delhi ein. Delhi Nummer 7 entstand dann unter der Regentschaft des Moguln Shah Jahan im 17. Jahrhundert. Die nach ihm benannte Stadt Shahjahanabad entspricht in etwa dem derzeitigen alt Delhi und ist in großen Teilen erhalten geblieben. Sein damaliges Delhi enthielt unter anderem das Rote Fort und die majestätische Jami Masjid-Moschee. Schließlich folgt Delhi Nummer 8, Neudelhi, erbaut durch die Briten. Als sie Neudelhi im Jahr 1911 zur Hauptstadt erkoren, war sie noch lange nicht fertiggestellt, aber Kalkutta sollte als Hauptstadt aufgegeben werden. Erst 1931 wurde Neudelhi offiziell Hauptstadt.

Delhi hatte eine wechselvolle und traurige Geschichte zu ertragen. Viele Jahrhunderte hindurch fielen Invasoren ein und raubten diese Stadt immer wieder aus. Im 14. Jahrhundert war dies Tamerlane (Timur-Leng). Besonders folgenschwer war der Eroberungszug des persischen Kaisers Nadir Shah (1739). Unter ihm wurde die Stadt total ausgeplündert. Die wertvollsten Stücke, die ihm in die Hand fielen, waren der berühmte Kohinoor-Diamant und der legendäre Pfauenthron. Beides nahm er mit nach Persien. 1803 kamen dann die Briten und beanspruchten Delhi für sich. Während des Aufstandes gegen die britische Vorherrschaft war Delhi aber das Zentrum des Widerstandes. Vor der Aufteilung des Landes lebten vorwiegend Moslems in Delhi, und Urdu war vorherrschende Sprache. Heute bilden die Punjabis die Mehrheit in Delhi, und vorwiegend ist Hindi Umgangssprache.

 

Orientierung: Sie werden sich ohne große Probleme schnell in Delhi zurechtfinden, auch wenn die Stadt sehr weiträumig ist. Da alle Sehenswürdigkeiten am Westufer des Yamuna liegen, wird es noch etwas einfacher. Dieses Gebiet ist wiederum in zwei Teile unterteilt: in Alt Delhi und Neudelhi. Die Grenze zwischen beiden Teilen bilden die Dash Bandhu Gupta Road und die Asaf Ali Road. Sie trennen die verwinkelten und engen Straßen des alten Teils von den großzügig angelegten breiten Straßen von Neu-Delhi.

Old Delhi ist der Bezirk, der von den Stadtmauern aus dem 17. Jahrhundert umfasst wird und der nur durch die Stadttore betreten werden kann. Innerhalb dieser Stadtmauern liegen die engen Straßen, das gigantische Rote Fort, die von Shah Jahan erbaute Jami Masjid-Moschee, Tempel, Moscheen, Basare sowie die berühmte Straße Chandni Chowk. Auch der alte Bahnhof von Old Delhi liegt in diesem Teil der Stadt und etwas weiter nördlich der Basbahnhof für Fernbusse (Interstate Bus Terminal) nahe dem Kashmiri Gate. Unweit des Bahnhofs von Neu-Delhi liegt wie eine Pufferzone zwischen diesen so gegensätzlichen Stadtteilen der Orsteil Paharganj. Hier findet der kostenbewusste Tourist eine große Anzahl Preiswerter Hotels und Restaurants.

Dreh-und Angelpunkt von Neudelhi sind der riesige Kreis des Connaught Place sowie die von ihm abzweigenden Straßen. In diesem Viertel liegen die Büros der meisten Fluggesellschaften, die Banken,  die  Reisebüros,  die  Büros  der  Verkehrsämter  der  einzelnen  Provinzen sowie  das

A view up Rajpath towards what was the Viceroy's House, now the Presidents Palace.

staatliche Verkehrsbüro, weitere preiswerte Unterkünfte und einige große Hotels. Das am Nordende dieses Platzes gelegene Plaza Cinema und das am Südende liegende Regal Cinema sind gute Ziele, die Sie Ihrem Taxi- oder Rikschafahrer nennen können, wenn Sie in das Zentrum fahren möchten.

Die Janpath, die südlich vom Connaught Place abzweigt, ist die Adresse vieler wichtiger Institutionen. Hier finden Sie das staatliche indische Fremdenverkehrsamt (Government of India Tourist Office) sowie viele weitere Einrichtungen. Neudelhi ist eine auf dem Reißbrett entstandene Stadt mit breiten Straßen, breit genug für schattenspendende Baumreihen, Parks und Brunnen. Neu-Delhi lässt sich noch einmal unterteilen in die Geschäfts- und Wohnviertel rund um den Connaught Place und das Regierungsviertel im Süden um den Raj Path herum. An der einen Seite des Raj Path liegt das India Gate-Denkmal und am anderen Ende das Gebäude das indische Parlament.

Weiter südlich des Regierungviertels liegen die vornehmen Wohngebiete, wie z.B. Defence Colony, Lodi Colony oder Friend’s Colony. Der Flughafen liegt im Südwesten der Stadt, und etwa auf halbem Weg zwischen Flughafen und Connaught Place finden Sie die Enklave der Diplomaten: Chanakyapuri. Daher wurden dort auch die meisten Botschaften und Konsulate von Delhi eingerichtet, und eine ganze Reihe führender Hotels haben sich hier ebenfalls niedergelassen.

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Die Architektur in Delhi

Die wechselvolle Geschichte von Delhi lässt sich auch heute noch gut nachvollziehen anhand der unterschiedlichen Baustile in Delhi. Sehr einfach und grob aufgeteilt finden Sie Bauten im frühen, mittleren und späten Stil der Pathanen-Zeit, zeitlich gefolgt von frühen, mittleren und späten Perioden der Mogul-Zeit.

Früher Pathanen-Stil (1193-1320): Aus dieser Zeit stammt der Komplex Qutub Minar. Er ist charakteristisch für eine Kombination hinduistischer Merkmale mit denen der moslemischen Invasoren. Zu den wichtigsten Elementen, die von außen hinzukamen, gehören die Kuppeln und Bögen.

Mittlerer Pathanen-Stil (1320-1414): Aus der Anfangszeit dieser Epoche stammen die Tughlaqabad-Gebäude. Etwas später entstanden die Feroz Shah Kotla-Moschee, das Grabmal des Hauz Khas, die Nizam-ud-Din-Moschee und die Khir-ki-Moschee. Zunächst dienten das in Delhi vorhandene Gestein und roter Sandstein als Baumaterial. Später errichtete man die Wände aus Steinen mit Mörtelverbindung und verputzte sie außerdem. Typisch für diesen Zeitabschnitt sind die schräg abfallenden Mauern und die hohen Plattformen der Moscheen.

View over Old Delhi, Jama Masjid

Später Pathanen-Stil (1414-1556): Während dieses Zeitraumes entstanden die Grabmäler des Saiyad und Lodi sowie Purana Qila. Hervorstechendes Merkmal dieser Epoche sind die prächtigen Kuppeln und Dome sowie die farbigen Marmor- oder Kachelverzierungen.

Mugul-Stil (1556-1574): Zu Beginn dieses Zeitabschnitts entstanden die Häuser aus rotem Sandstein, die man mit Marmor verzierte. Typische Beispiele dieser Baukunst sind die Grabmäler von Humayun und Azam Khan. Immer mehr gewann aber dann die Verarbeitung von Marmor an Bedeutung. Die Gebäude erhielten noch mehr und noch größere Kuppeln und alles überragende Minarette. Besonders gut erkennbar ist dies am Roten Fort, an den Moscheen Jami Masjid und Fatehpur, die aber bei Weitem nicht die Pracht des ebenfalls aus dieser Epoche stammenden Taj Mahal in Agra erreichen. Gegen Ende der Mogulherrschaft wandelte sich die Baukunst eher einer völlig überladenen Art des Zuckerbäckerstils zu. Auch dies ist heute noch an einigen Bauten zu bewundern: die Sonehri-Moschee auf dem Chandni Chowk in Old Delhi und das Grabmal von Safdar Jang, das Möglicherweise außerdem noch das letzte Bauwerk der Moguln ist. Jedenfalls ist derzeit keines bekannt, das später entstand.

Sehenswürdigkeiten

Old Delhi: An der Westseite des Roten Forts befindet sich die alte, befestigte Stadt Shahjahanabad. Sie war ursprünglich von einer standhafen Stadtmauer umgeben, von einer standhaften Stadtmauer umgeben, von der leider nur noch kleine Abschnitte erhalten sind. Am Nordende dieser alten Stadt liegt das kashmiri Gate, der Schauplatz verzweifelter Kämpfe während des Aufstandes, als die Briten Delhi zurückeroberten. Westlich dieses geschichtsträchtigen Ortes (nahe Sabzi Mandi) steht heute ein von den Engländern erbautes Denkmal zur Erinnerung an die vielen Gefallenen, die während des Aufstandes ihr Leben lassen mußten. Unweit dieses Denkmals steht eine weitere Ashoka-Säule. Auch sie wurde, genau wie die Säule in Feroz Kotla, von Feroz Shah Tughlaq hierher gebracht. Die Hauptstraße von Old Delhi ist ein einziger, farbenprächtiger und von Menschen wimmelnder Basar, bekannt unter der Bezeichnung Chandni Chowk. Tag und Nacht ist sie Hoffnungslos verstoft und bildet einen krassen Gegensatz zu den breiten, großzügigen Straßen von Neu-Delhi. An der Ostseite des Chandni Chowk (Rotes Fort), nördlich der Jami Masjid (Moschee), steht ein Jain-Tempel mit einem kleinen Innenhof aus Marmor, der wiederum von Kolonnaden umgeben ist. Neben Kotwali (Polizeiwache) erhebt sich die Sonehri Masjid (Moschee). Auf ihren Zinnen stand im Jahr 1739 Nadir Shah, der persische Eindringling, und schaute dem grausamen Massaker zu, in dem seinen Gefolgsleute unzählige Einwohner von Delhi töteten. Als Nadir Shah nach der Einnahme Delhis nach Persien zurückkehrte, befand sich in seinem Reisegepäck auch der sagenhafte Pfauenthron.

Das Westende des Chandni Chowk wird beherrscht von der Fatehpuri-Moschee. Sie wurde von einer der Ehefrauen des Shah Jahan 1650 erbaut.

Das Rote Fort: Über eine Gesamtlänge von 2 km erstrecken sich die aus rotem Sandstein errichteten Mauern des Lal Qila oder des Roten Forts. Die Mauerhöhe wechselt von 18 m an der Flussseite bis 33 m an der Stadtseite. Begonnen wurde dieses massive Bauwerk im Jahr 1638 unter Shah Jahan Die Fertigstellung war 1648. Aber Shah Jahan verließ nie endgültig seine vorherige Residenz in Agra, um die Neugründung Shahjahanabad in Delhi auch durch diesen Schritt zu unterstreichen. Er wurde nämlich von seinem Sohn Aurangzeb entthront und im Fort von Agra gefangengesetzt.

Das Rote Fort stammt aus der Blütezeit der Mogulherrschaft. Wenn damals der Kaiser auf dem Rücken eines Elefanten durch die Straßen von Old Delhi ritt, war das ein Spektakel von Pomp und Macht, wie es aufwendiger und prächtiger nicht sein konnte. Aber die Blütezeit der Mogulherrscher währte nicht sehr lange. Es war Aurangzeb, der als erster und zugleich letzter bedeutender Mogul vom Roten Fort aus regierte. Heute ist das Fort einer jener typisch indischen Pläze, wo sich unzählige Möchtegern-Führer aufhalten und sofort auf jeden sich nähernden Touristen einreden, um ihre Dienste anzubieten. Trotzdem ist es eine Oase der Ruhe, sobald man die belebten Straßen von Old Dehi hinter sich lässt und das Fort betritt.

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Lotus Temple, Delhi

Swaminarayan Temple, NewDelhi

Lotus Tempel, Delhi

Swaminarayan Tempel, Neu Delhi

 

All die Hektik und all das Getöse der Stadt scheinen Lichtjahre entfernt zu sein von den Gartenanlagen und Pavillons des Forts. Wenn Sie von der Mauer des Forts einen Blick hinunter zum Yamuna-Fluss werfen, ist es durchaus möglich, dass Sie verschiedene Musiker hören und Schlangenbeschwörer, Seiltänzer, Magier sowie Tanzbären sehen können.

Lahore Gate: Das Haupttor des Forts wurde so benannt, weil es in Richtung Lahore, im heutigen Pakistan, liegt. Betreten Sie das Fort durch dieses Tor, finden Sie sich sofort unter einer gewölbten Arkade wieder, wo heute kleine Läden angesiedelt sind. In früheren Zeiten war dies einmal der Meena-Basar – das Einkaufszentrum der Hofdamen. Die Arkaden führen in den Naubat Khana, ehemas Podium für Musikanten, heute aber nur noch ein offener Garten.

Diwan-i-Am: In der “Halle der öffentlichen Audienzen” nahm früher der Herrscher Klagen und Bitten seiner Untertanen entgegen. Der Alkoven in der Wand, Platz des Herrschers, war mit Marmor eingefasst und mit wertvollen Steinen besetzt. Nach dem Aufstand wurden allerdings viele Teile dieser Wandverkleidung geplündert. Lord Curzon ließ diese vornehme, elegante Halle später restaurieren.

Diwan-i-Khas: Diese “Halle der privaten Audienzen” behielt sich der Mächtige für private Zusammenkünfte vor. Prunkstück dieser Halle war damals der sagenhafte Pfauenthron den Nadir Shah im Jahr 1739 als Beutestück in den Iran mitnahm. Dieser Thron aus massivem Gold war durch prächtige Pfauen verziert, deren unendlich schöne Farben von einer Vielzahl einzelner eingelegter, kostbarer Edelsteine herrührten. Zwischen den Pfauen war ein aus einem einzigen Smaragd geschnitzter Papagei. Es ist unfaßbar, daß dieses Meisterstück aus wertvollen Materialien, Rubinen, Smaragden und Perlen später in Einzelteile zerlegt wurde. Der Pfauenthron, den man heute in Teheran zu sehen bekommt, besteht nur noch aus einigen wenigen Teilen seines ursprünglichen Schmuckes.

Als dann im Jahr 1760 die Marathen aus noch die Silberdecke der Halle abmontierten, blieb nur noch ein schwacher Abglanz dessen, was diese Halle einmal in ihren Glanzzeiten darstellte. An den Wänden dieser Halle ist der persische Spruch zu finden:

“Wenn es auf Erden ein Paradies gibt, dann ist es dies, dann ist es dies, dann ist es dies.”

Die königlichen Bäder (Royal Baths): Gleich neben der Diwan-i-Khas sind die Bäder (Hamans), drei große Räume mit Kuppeldächern und einem Brunnen in der Mitte. Eines der Bäder war als Sauna eingerichtet.

Moti Masjid: Neben den Bädern finden Sie die von Auranzeb im Jahr 1659 erbaute Perlenmoschee. Als Baumaterial diente wertvoller Marmor.

Weitere Sehenswürdigkeiten: Der Rang Mahal Pavillon erhielt die Bezeichnung “gemalter Palast” wegen seiner vielen Malereien im Innern. Leider ist von ihnen heute nichts mehr zu sehen. Das Khas Mahal war der Privatpalast des Herrschers und enthielt Räume für Zeremonien sowie Schlafund Wohnzimmer. Im Mumtaz Mahal ist ein kleines archäologisches Museum untergebracht. Das Delhi Gate am Südende des Forts führte zur Jami Masjid (Freitags-Moschee).

Ton-und Lichtschau: Jeden Abend wird im Fort eine Ton- und Lichtschau veranstaltet. Sie erzählt von der Geschichte Indiens, insbesondere aber von den Ereignissen, die in Verbindung mit dem Fort stehen. Diese Vorführungen werden in Englisch und Hindi dargeboten. Die Anfangszeiten richten sich nach der Jahreszeit. Eine bedeutende Forderung während des erbitterten Unabhängigkeitskampfes war, dass die dreifarbige indische Fahne den Union Jack auf dem Roten Fort ersetzen sollte.

 

New Delhi

India Gate, Delhi

Central secreteriat station, New Delhi

Neu Delhi

India Gate, Delhi

Neue Metro, Neu Delhi

 

Jami Masjid: Diese große Moschee von Old Delhi hat gleich zwei Superlative zu bieten. Sie ist die größte Moschee Indiens und die letzte architektonische Extravaganz, die sich Shah Jahan erlaubte. Mit dem Bau begann man im Jahr 1644, und erst 1658 war die Moschee fertig. Die Moschee hat drei große Eingänge, vier Ecktürme und zwei Minarette von 40 m Höhe. Diese Minarette sind in Ihrer Bauweise besonders interessant, da man abwechselnd roten Sandstein und weißen Marmor verarbeitete. Breite Treppenaufgänge führen zum dem imposant gestalteten Eingang. Frauen dürfen nur in Begleitung der “verantwortlichen männlichen Verwandten” in die Moschee. Von der Ostseite der Moschee hat man außerdem noch einen schönen Blick auf das Rote Fort. Die Jami Masjid bietet 25.000 Besuchern Platz. Für Nicht-Moslems ist die Moschee von 12.30-14.00 Uhr geschlossen.

Raj Ghat: Nordöstlich von Feroz Shah Kotla, an den Ufern des Yamuna, erinnert ein einfacher Quader aus schwarzem Marmor daran, dass an dieser Stelle Mahatma Gandhi nach seiner Ermordung im Jahr 1948 verbrannt wurde. Jeden Freitag findet hier eine feierliche Zeremonie statt, weil Gandhi an einem Freitag getötet wurde. Hier wurden auch Indiens erster Premierminister, Jawahrlal Nehru (1964), und seine Tochter Indira Gandhi eingeäschert. Mittlerweile ist Raj Ghat ein schöner Park. Interessant sind auch all die vielen beschilderten Bäume, die von hochgestellten Persönlichkeiten gepflanzt wurden. Dazu gehören unter anderem Elizabeth II. von England, Gough Whitlam, Dwight D. Eisenhower und Ho Chi Minh.

Feroz Shah Kotla: Die Ruinen der von Feroz Shah Tughlaq im Jahr 1354 erbauten Stadt liegen zwischen dem alten und dem neuen Delhi. Diese Stadtgründung war Delhi Nr. 5. Im Palast der Festung steht eine Säule mit Gravierungen von Gesetzestexten des Kaisers Ashoka sowie einer neueren Inschrift. Die Säule ist 13 m hoch. Inmitten der Ruinen findet der aufmerksame Besucher noch die Reste einer alten Moschee und eine Quelle. Viel mehr ist kaum zu sehen, da man die Steine der Ruinen zum Aufbau anderer Städte abtransportierte.

Connaught Place: Das Geschäfts – und Touristenzentrum von Neu-Delhi ist der Connaught Place. Er liegt im Nordteil dieses Stadtbezirkes und ist ein Verkehrsknotenpunkt riesigen Ausmaßes, gesäumt, von eher einfallslos uniform erbauten Geschäftshäusern. Dieser Platz ist so weiträumig, und trotzdem brodelt ständig Leben auf ihm, dass man sich trotz der Weite nie allein und verlassen vorkommt. Wann immer Sie sich auf dem Connaught Place aufhalten, man wird Sie ansprechen und Ihnen Nützliches und Unnützes zum Kauf anbieten. Das Angebot reicht vom Flugticket nach Timbuktu bis hin zu den Voraussagen der Zukunftsdeuter.

Jantar Mantar: Nur einen kleinen Spaziergang auf der Parliament Street vom Connaught Place entfernt, erreicht man eines der vielen Observatorien, die der Maharadscha Jai Singh II. erbauen ließ. Jantar Mantar fällt nicht nur durch die Farbe ins Auge, Sondern auch durch die besondere Ansammlung der einzelnen Gebäude. Der Herrscher von Jaipur erbaute dieses lachsfarbene Observatorium im Jahr 1725. Eine riesige Sonnenuhr, die unter der Bezeichnung “Prince of Dials” bekannt ist, zieht das Augenmerk der Besucher besonders auf sich. Man kann sich aber auch noch allerlei astronomisches Gerät anschauen und Darstellungen, wie z. B. den Verlauf der Sterne, Vorhersagen von Sonnenfinsternissen und viele Himmelskörper.

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Moti Masjid, Delhi

India Gate, Delhi

Jama Masjid, Delhi

Moti Masjid (Perlen Moschee), Delhi

India Gate, Delhi

Freitags Moschee, Alt Delhi

 

Laxmi Narayan-Tempel: Dieser auffällige Tempel im Westen des Connaught Place wurde erst 1938 von dem Industriellen Birla erbaut. Er ist dem Gott Vishnu und seiner Gefährtin Laxmi geweiht. Laxmi ist die Göttin des Wohlstandes.

India Gate: Am Ostende des Raj Path steht diese 42 m hohe Triumphsäule aus Stein. Sie trägt die Namen von 90.000 Soldaten der indischen Armee, die während des. 1. Weltkrieges starben, sowie der Opfer in den Kampfhandlungen an der Nordwestgrenze zum gleichen Zeitpunkt und während des Fiaskos in Afghanistan im Jahr 1919.

Rashtrapati Bhavan: Dies ist die offizielle Residenz des Präsidenten von Indien. Sie liegt auf dem Raisini Hill gegenüber vom India Gate beim Raj Path. Fertiggestellt wurde dieser Gebäudekomplex erst 1929. Zu dem palastähnlichen Haus gehört ein eleganter Mogulgarten, der 130 Hektar groß ist. Vor der Unabhängigkeit Indiens wohnte hier der Vizekönig. Lord Mountbaten, Indiens letzter Vizekönig hatte einen ganzen Stab von Personal um sich, um die 340 Räume dieser Residenz in Ordnung zu halten, ganz zu schweigen von den Gartenarbeiten. Hierzu benötigte er allein 418 Gärtner. Unter ihnen waren 50 Jungen, deren Aufgabe es war, die Vögel zu verscheuchen.

Parliament House (Parlament): Am Ende der Sansad Marg/Parliament Street und nördlich des Raj Path steht das indische Parlament (Sansad Bhavan). Es war ein Schlüsselement bei der Planung von Neu-Delhi. Zieht man nämlich eine Linie vom Parlament entlang der Parliament Street und mitten durch den Connought Place, dann führt sie mitten durch die Jami Masjid. Das Gebäude selbst ist ein Rundbau mit Kolonnaden; der Durchmesser beträgt 171 m.

Museen

Das Angebot der Museen und Galerien von Delhi ist groß. Einige der interessantesten, die einen Besuch lohnen, seinen hier erwähnt:

National-Museum: Dieses Museum in der Janpath (südlich von Raj Path) enthält eine gute Sammlung indischer Bronzefiguren, Terracottaund Holzskulpturen aus der maurischen Periode (2.-3. Jahrhundert v. Chr.), Stücke aus der Vijayanagar-Zeit in Südindien, Miniaturen, Wandgemälde und Gewänder verschiedener Stämme. Dies alles macht einen Besuch dieses Museums wirklich empfehlenswert. Es ist täglich (außer Montag) von 10.00-17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist von Tag zu Tag unterschiedlich. An einigen Tagen werden auch Filme gezeigt.

Nehru-Museum: Unweit des Diplomatenviertels Chanakyapuri liegt in der Teen Murti Road das Nehru-Museum. Wie der Name bereits vermuten lässt, hat man hier vieles zusammengetragen, was mit dem Leben dieses bedeutenden Mannes Verbindung hat. Auch das Gebäude hat einen Bezug zu Nehru. Es ist nämlich die ehemalige Residenz des ersten indischen Premierministers. Während der Hauptreisezeit zeigt man auch eine Ton-und Lichtschau über sein Leben und die Unabhängigkeitsbewegung. Geöffnet ist dieses Museum täglich (außer Montag) von 10.00-17.00 Uhr.

Rail Transport Museum (Eisenbahn-Museum): Wer ein Anhänger der faszinierenden Lokomotiven Indiens ist, kommt in diesem Museum voll auf seine Kosten. Zu der Sammlung gehört eine alte Dampflokomotive aus dem Jahr 1855, die immer noch betriebsbereit ist. Leider finden sich aber auch einige weniger erfreuliche Dinge in diesem Eisenbahnmuseum, zu denen wohl unter anderen auch ein Elefantenschädel gezählt werden kann. Der Dickhäuter, dem dieser Schädel gehörte, versuchte 1894, einem Postzug zu nahe zu kommen und verlor. Das Museum liegt im Stadtteil Chanakyapuri und ist von 9.30-13.00 und von 13.30-17.00 Uhr geöffnet. Montags ist geschlossen.

 

Red fort, Delhi

Red fort-side view

Purana quila, Delhi

Rotes fort, Alt Delhi

Rotes fort von der Seite, Alt Delhi

Purana quila, Delhi

 

Tibet House: Hier hat man eine beachtliche Sammlung von Zeremoniengegenständen ausgestellt, die der Dalai Lama mitnehmen konnte, als er vor den Chinesen floh. Im Erdgeschoss befindet sich ein Laden, im dem eine große Auswahl tibetanischer Kunstgewerbeartikel verkauft wird. Das Tibet House finden Sie in der Jor Bagh 16, nahe dem Hotel Oberoi New Delhi. Von April bis September ist es von 9.30-13.00 und von 14.30-18.00 Uhr geöffnet, während der übrigen Monate von 9.00-13.00 und 14.00-17.00 Uhr. Der Eintritt ist frei, aber am Sonntag ist geschlossen.

Puppenmuseum (International Dolls Museum): Sie finden dieses Museum im Nehru House in der Bahadur Shah Zafar Marg. Dort sind über 6.000 Puppen aus mehr als 85 Ländern zu sehen. Über ein Drittel der Ausstellungsstücke kommt aus Indien. Vorbereitet wird eine Ausstellung, die Puppen in den Kostümen zeigen soll, die in Indien getragen werden. Das Museum ist täglich (außer Montag) von 10.00-18.00 Uhr geöffnet.

Museum für das Kunstgewerbe (Crafts Museum): Vor einiger Zeit wurde dieses Museum in den Aditi Pavillon auf dem Ausstellungsgelände Mathura Road der Stadt Delhi verlegt. Es enthält eine Sammlung traditioneller indischer Kunsthandwerksgegenstände aus Textilien, Metall, Holz und Keramik. Es ist heute Teil das Komplexes, den man hier errichtet hat. Den Besuchern will man damit einen Einblick in das indische Dorfleben vermitteln, ohne dass sie sich aus Delhi entfernen müssen. Die Öffnungszeiten sind täglich (außer Sonntag) von 9.30-16.30 Uhr.

Weitere Museen: Das Naturkundemuseum (Museum of Natural History) liegt gegenüber der nepalesischen Botschaft in der Barakhamba Road. Vor dem Eingang steht ein großes Dinosaurier Modell. Ausgestellt sind dort Fossilien sowie einige ausgestopfte Tiere und Vögel. Und es gibt einen Raum für Kinder, in dem Ausstellungstücke angefasst werden dürfen. Geöffnet ist von 10.00-17.00 Uhr (außer Montag). Ferner gibt es ein Briefmarkenmuseum (National Philatelic Museum) am Sadar Patel Square an der Parliament Street (Dak Tar Bhavan), das jedoch sonntags geschlossen ist. Das Luftwaffenmuseum (Air Force Museum) am Palam Airport ist täglich (außer Dienstag) von10.00-13.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Ein Denkmal (Gandhi Balidan Sthal) in der Tees. January Marg erinnert am Ort des Attentats auf Mahatma Gandhi.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Purana Qila: Südöstlich des India Gate und nördlich des Grabmals von Humayun und des Bahnhofs Nizam-ud-Din liegt das alte Fort Purana Qila. Von ihm nimmt man an, dass es auf dem Boden des allerersten Delhi steht, der Stadt Indraprastha. Umgeben ist es von massiven Mauern, durch die drei große Tore in das Innere führen. Sher Shah ließ es in den Jahren 1538-1545 erbauen. Dies war auch der Zeitraum, in dem es Sher Shah gelang, die Herrschaft der Moguln für kurze Zeit zu unterbrechen, indem er Humayun besiegte. Der so geschlagene Mogul holte sich seinen Besitz aber wieder zurück.

Betritt man das Fort durch das Südtor, stößt man auf einen kleinen achteckigen Turm, den Sher Manzil. Humayun benutzte ihn als Bibliothek. Aber dieser Turm wurde ihm auch zum Verhängnis. Er rutschte in ihm auf glattem Boden aus, fiel hin und zog sich ernste Verletzungen zu, an denen er schließlich starb, Hinter diesem Turm befindet sich die Qila-i-Kuhran-Moschee, die auch Moschee des Sher Shah genannt wird.

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Humayun's Tomb, Delhi

Safdar jang's Tomb, Delhi

Tomb of Isa Khan, Delhi

Humayun's Grabmal, Delhi

Safdar jang's Grabmal, Delhi

Grabmal von  Isa Khan, Delhi

 

 

 

Inside of Humayun's Tomb, Delhi

Interior of Safdar jang's Tomb, Delhi

Interior of Isa Khan's Tomb, Delhi

Im Innenraum vom Humayun's Grabmal

Im Innerraum von  Safdar jang's Grabmal

Im Innenraum von Isa Khan's Grabmal

 

Das Grabmal des Humayun: Erbaut von Haji Begum, der Frau des Humayun und zweiten Moguln, in der Mitte des 16. Jahrhunderts, ist es ein Beispiel der Architektur der frühen Mogulzeit. Die Elemente dieses Baus – ein eher gedrungenes Gebäude, aufgelockert durch hohe Eingänge mit Rundbögen, über allem eine gewaltige Kuppel und umgeben von recht formal angelegten Gärten wurden später stark verfeinert für den Bau des Taj Mahal in Agra übernommen. Wer ein Interesse an Architektur hat, kann beim Studieren dieses viel früher entstandenen Grabmals die Ursprünge verfolgen, aus denen das so reich ausgestattete Taj Mahal entwickelt wurde. Auch Humayuns Frau ruht in diesem aus rotem und weißem Sandstein sowie schwarzem und gelbem Marmor erbauten Grabmal.

Im Garten finden sich noch weitere Gräber, unter anderem das des Friseurs von Humayun. Das Grab des Isa Khan veranschaulicht gut die Architektur des Pathanen-Stils aus der Zeit der Lodi-Dynastie. Von den Terrassen dieses Grabmals hat man einen schönen Blick in die umliegende Landschaft. Ein findiger Tourist entdeckte links neben dem Hauptaufgang des Grabmals die Gräber der fünf führenden Architekten dieses Komplexes. Das war die besondere Art der Haji Begum, sich bei den fleißigen Männern für ihre gute Arbeit zu bedanken.

Zoo: Delhis Zoo liegt an der Südseite der Forts und ist im Sommer von 8.00-18.00 Uhr, im Winter von 9.00-17.00 Uhr geöffnet. Er wird aber nicht sehr gut geführt: Die Käfige sind schlecht beschildert, und im Winter kommen viele Tiere nicht hinaus.

Hazrat Nizam-ud-Din Aulia: Auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Grabmals von Humayun befindet sich der Schrein des moslemischen Heiligen Nizam-ud-Din Christi. Er starb 1325 im Alter von 92 Jahren. Sein Schrein samt Umbauung und eine Anzahl anderer interessanter Gräber sind einen Besuch wert. Hier ruht auch Jahanara, die Tochter des Shah Jahan, die ihren Vater während der Gefangensetzung durch Aurangzeb nicht verließ.

Seine letzte Ruhestätte fanden hier auch der bekannte Urdu-Dichter Mirza Ghalib und Azam Khan, der von Humayun und Akbar gleicher-maßen geschätzt wurde. Adham Khan ließ ihn in Agra ermorden. Daraufhin ließ Akbar aus Rache Adham Khan ebenfalls umbringen. Sein Grab befindet sich unweit des Qutab Minar. Die Gestaltung des Schreines von Nizam-ud-Din beschwor einen Streit zwischen dem Heiligen und dem Erbauer und Planer von Tughlaqabad, im Süden von Delhi, herauf. Das Grab eines Sufi-Heiligen aus der Neuzeit, Hazrat Inayat Khan, ist ebenfalls in der Nähe. Jeden Freitag gegen 19.00 Uhr treffen sich Kawali-Sringer am Grab und gedenken seiner mit Gesängen.

Die Lodi – Gräber: Etwa 3 km westlich, neben dem Indian International Centre, liegen die Lodi-Gärten. In diesen äußerst gut gepflegten Anlagen befinden sich die Gräber der Sayyid-und Lodi-Herrscher. Das Grab des Muhammad Shah (1450) gilt als Prototyp für das später geschaffene Grab des Humayun im Mogulstil. Dieses Grabmal war wiederum maßgebend für die Architekture des Taj Mahal. In den anderen Gräbern ruhen unter anderem sein Vorgänger Mubarak Shah (1433), Ibrahim Gambad-Moschee ist beispielgebend für Moscheen dieser Art mit ihren feinen Stuckarbeiten.

Das Grabmal des Safdarjang (Safdarjang Tomb): Neben dem kleineren Flughafen Safdarjang, auf dem der Sohn von Indira Gandhi 1880 bei einem Flugzeugunglück ums leben kam, liegt das Grabmal des Safdarjang. Der Nabob von Oudh ließ es 1753-54 für seinen Vater Safdarjang erbauen. Dieses Bauwerk ist eines der letzten Beispiele für die Architektur des Mogulzeit, bevor dann später alles in sich zusammenbrach. Vom Dach des Grabes hat man einen guten Ausblick.

 

Moth Ki Masjid: Wenden wir unsere Schritte von dem Grab des Safdarjang in Richtung Süden, so erreichen wir diese Moschee. Von ihr sagt man, dass sie die schönste Moschee im Lodi-Stil sei. Etwa in der Gegend, wo heute diese Moschee ihren Platz hat, besiegte Timur die Armees des Muhammad Shah Tughlaq (1398).

Hauz Khas: Ungefähr in der Mitte zwischen dem Grabmal von Safdarjang und Qutab Minar befand sich früher das Wasserreservoir der Stadt Siri, die die zweite Gründung von Delhi war. Sie liegt ein bisschen weiter östlich. Sehenswert sind das Grab von Feroz Shah (1398) und Überreste eines alten College.

Khirki Masjid und Jahanpanah: Diese interessante Moschee mit ihren vier offenen Innenhöfen stammt bereits aus dem Jahr 1380. Nach ihr wurde auch die unweit liegende Stadt Khirki benannt. In der Nähe der Moschee finden Sie auch noch die Ruinen von Jahanpatha (Delhi Nr. 4) sowie die hohe Plattform Bijai Mandal und die Begumpur-Moschee, die sich mit ihren vielen Kuppeln ein eigenes Markenzeichen erhält.

Tughlaqabad: Östlich des Qutab Minar dehnt sich Delhi Nr. 3, Tughlaqabad, mit seinen trutzigen Befestigungsmauren aus. Diese von einer Mauer umgebene Stadt und das Fort mit 13 Stadttoren gehen auf die Initiative des Ghiyas-ud-Din Tughlaq zurück. Die Bauarbeiten wurden gestört durch den legendären Streit, den der Herrscher Tughlaq mit dem Heiligen Nizam-ud-Din auszutragen hatte.

Qutub meenar, Delhi

Qutub minar (Siegessäule),  Delhi

Tughlaq hatte es nämlich gewagt, die Arbeiter vom Bau des heiligen Schreins abzuziehen, den Nizam-ud-Din entstehen ließ. Daraufhin belegte der Heilige die künftige Stadt mit einem Fluch, nach dem in ihren Mauern nur Gujars (Schafhirten) leben würden. Heute stimmt dies tatsächlich. Aber damit war der Streit noch nicht beendet. Als der König zum Gegenschlag ausholte, beruhigte der heilige seine Anhänger mit einem Spruch, der bis auf den heutigen Tag in Indien Gültigkeit hat: “Delhi ist weit weg”. Dieser Spruch bewahrheitete sich in der Tat, denn auf seiner Reise von Delhi wurde der König 1325 ermordet.

Die Mauern des Forts sind aus massiven Quadern erbaut. An der Südseite der Stadtmauer liegt inmitten eines künstlichen Sees das Grabmal des Königs. Ein langer Damm verbindet es mit dem Fort. Die Innenwände beider Gebäude sind schräg abfallend.

Der Komplex Qutab Minar: 15 km entfernt von Delhi liegt dieser Gebäudekomplex. Alle Bauten Stammen aus der Anfangszeit der moslemischen Herrschaft über Indien und sind sehr gute Beispiele afghanischer Architektur. Der Qutab Minar selbst ist eine erhabene Siegessäule, mit deren Bau sofort nach Unterwerfung des letzten Hindu-Königreiches von Delhi im Jahr 1193 begonnen wurde. Stolze 73 m ragt dieser Turm empor. Er verjüngt sich von 15 m Durchmesser am unteren Ende auf nur 2.5 m an der Spitze.

 

Rajghat (Ghandi's Memorial), New Delhi

National Museum, Delhi

Delhi's National Gallery of Modern Arts.

Rajghat (Ghandi's Denkmal), Neu Delhi

National Museum, Delhi

National Galerie der modernen Kunst.

 

Der Turm besteht aus fünf charakteristischen Stockwerken, jedes klar erkenntlich durch einen vorspringenden Balkon. Die ersten drei Stockwerke sind aus rotem Sandstein errichtet worden, der vierte und fünfte Stock aus Marmor und Sandstein. Qutb-ud-din begann zwar mit dem Bau, erlebte aber nur die Fertigstellung des ersten Stockwerks mit. Seine Nachfolger vollendeten das Vorhaben. Im Jahre 1368 erneuerte Feroz Shah Tughlaq die obersten Etagen und fügte das Kuppldach hinzu. Ein Erdbeben ließ 1803 die Kuppel herunterfallen. Sie wurde aber 1829 ersetzt. Gleichzeitig wurden weitere Änderungen vorgenommen.

Mittlerweile steht dieser so ausnehmend schöngestaltete Turm etwas schief, hat aber all die Jahrhunderte erstaunlich gut überstanden. Zur Zeit ist der Qutab Minar möglicherweise gesperrt, weil es einmal beim Besuch einer Schulklasse zu einer Panik und zu Toten kam. Erkundigen Sie sich also besser vor einem Abstecher hierhin. Der Ausblick ist lohnend von dieser Höhe aus.

Quwwat-ul-Islam-Moschee: Zu Füßen des Qutab Minar steht Indiens erste Moschee. Stolz trägt sie den Namen “Macht des Islam”. Im Jahr 1193 begann Qutb-ud-Din mit dem Bau dieser Moschee, die dann aber in den folgenden Jahrhunderten viele Um-und Anbauten über sich ergehen lassen musste. Die ursprüngliche Moschee stand auf den Grundmauern eines Hindutempels. Eine Inschrift über dem Osteingang besagt, daß man zum Bau die Überreste von “27 götzendienerischen Tempeln” verwendete. Viele Elemente der Konstruktion verweisen auch auf ihren hinduistischen oder jainistischen Ursprung. Altamish umgab die anfänglich recht kleine Moschee in den Jahren 1210-20 mit einem Klosterhof. Ala-ud-Din fügte später um 1300 den Hof im Osten an und das prächtige Alai Darwaza-tor. Sehenswert in der Moschee und in ihrer Umgebung sind: Die eiserne Säule (Iron Pillar): Im Innenhof der Moschee ragt die eiserne Säule 7 m in die Höhe. Dort hatte sie ihren Platz schon lange, bevor der Bau der Moschee begonnen wurde.Der Hindu-König Chandra Varman ließ sie ursprünglich im 5. Jahrhundert n. Chr. Dort aufstellen. Aus einer Sanskritinschrift geht hervor, dass man sie hierher brachte.

Man nimmt an, dass sie aus der Guptazeit stammt und früher mit einer Garuda-Figur gekrönt war. Dies wiederum könnte darauf hindeuten, dass diese Säule in einem Vishnu-Tempel stand. Was die Inschrift der Säule leider nicht verrät, ist die Art der Herstellung bzw. die Zusammensetzung des Materials, denn die Reinheit des verwendeten Eisens ist außergewöhnlich. Kein Wissenschaftler fand bisher heraus, wie es damals möglich war, ein solch reines Eisen, das auch nach über 2000 Jahren noch nicht gerostet ist, zu gewinnen und zu verarbeiten. Glaubt man einer alten Sage, dann geht jedem, der die Säule mit dem Rücken zu ihr umfassen kann, ein Wunsch in Erfüllung.

Alai Minal: Zur gleichen Zeit, als sich alud-Din mit den Plänen zur Erweiterung der Moschee befaßte, trug er ehrgeizige Pläne weiterer Bauvorhaben mit sich herum. So wollte er eine weiters Siegessäule errichten, ähnlich des Qutab Minar, nur sollte sie doppelt so hoch werden. Zum Zeitpunkt seines Todes war sie schon bis auf eine Höhe von 27 m gewachsen. Ein zweiter so mutiger Bauherr fand sich jedoch nicht zur Vollendung dieses etwas zu hochgegriffenen Projektes bereit. So steht diese Säule immer noch unvollendet nördlich des Qutab Minar und der Moschee.

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Weitere Sehenswürdigkeiten: Das von Ala-ud-Din erbaute Alai Darwaza-Tor ist der Haupteingang zu diesem gesamten Komplex. Aus rotem Sandstein errichtet, steht es seit 1310 südöstlich des Qutab Minar. Gleich neben dem Eingang befindet sich das Grab des Imam Zamin. Das Grab des 1235 verstorbenen Altamish finden Sie in der Norwestecke der Moschee.

Umgebung des Qutab: In der Umgebung dieses Komplexes finden Sie weitere Sehenswürdigkeiten. Westlich der Mauer hat Adham Khan seine letzte Ruhestätte gefunden. Neben anderen unerfreulichen Dingen, die diesem Mann zugeschrieben werden, trieb er Rupmati in den Selbstmord, nachdem Mandu eroberte. Als Akbar immer ungehaltener wurde, ließ er ihn kurzerhand von einer Terrasse des Forts in Agra werfen.

Innerhalb dieses Areals stehen auch einige Sommerpaläste. Ferner kann man die Gräbern sollte die Ruhestätte des letzten Königs von Delhi werden. Er starb jedoch 1862 im Exil in Rangun (Burma). Dorthin hatte er sich wegen des Aufstandes in Indien bereits 1857 zurückgezogen.

Delhi - Geschichte - Orientierung - Die Architektur in Delhi - Lahore Gate - Die königlichen Bäder (Royal Baths) - Moti Masjid:Jami Masjid:Raj Ghat: Feroz Shah Kotla: Connaught Place: Janter Mantar: Parliament House (Parlament):Laxmi Narayan-Tempel:Rashtrapati Bhavan: Parliament House (Parlament)National-Museum:Nehru-Museum: Purana Qila: Rail Transport Museum (Eisenbahn-Museum): Purana Qila:Das Grabmal des Humayun:Hazrat Nizam-ud-Din Aulia:Die Lodi –Das Grabmal des Safdarjang (Safdarjang Tomb)-Khirki Masjid und Jahanpanah Gräber:Hauz Khas: Alai Minal:Tibet House:Puppenmuseum (International Dolls Museum):Museum für das Kunstgewerbe (Crafts Museum): Der Komplex Qutab Minar:Quwwat-ul-Islam-Moschee:Die eiserne Säule (Iron Pillar)
 

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DIE EWIGE HAUPTSTADT
,,Delhi hat viele Eingangspforten, aber keinen Ausgang “, heißt es in einem alten Sprichwort, das aus der Geschichte der Stadt heraus entstanden ist. Delhi diente als Grenzposten für die Imperien im Osten und als Zentrum für jene, die ihre Arme über die Ganges Ebene und Afghanistan hinausstreckten. Mit seiner Lage an einer leicht zu überquerenden Stelle des Yamuna war es ein strategischer Angelpunkt zwischen Haryana und dem heutigen Uttar Pradesh. Vor der Teilung des indischen Subkontinents wandten Schulkinder einen einfachen Trick an, um Delhi auf der Landkarte zu finden: Sie markierten die größte Nordsüd- sowie Ostwestentfernung des Landes – am Schnittpunkt lag Delhi.


Es ist in Delhi keineswegs ungewöhnlich, auf Spuren früherer Siedlungen zu treffen. Wäre die Stadt nicht ständig bewohnt und bebaut worden, wären mit Sicherheit große Teile des heutigen Stadtgebiets als archäologische Fundstätten abgeriegelt worden. Kaum wühlt man den Boden mit einer Spitzhacke oder einem Pflug ein wenig auf, treten mittelalterliche Bögen und Säulen oder Münzen
zutage. Im 19. Jahrhundert stellten zur Volkszählung abkommandierte Beamte überrascht fest, daß eine Reihe von Bewohnern ihren Lebensunterhalt offensichtlich dadurch bestritten, daß sie in den Ruinen des Forts von Tughlaqabad Münzen ausgruben.

Über die Jahrhunderte hinweg waren Teile der bebauten Fläche wieder Landwirtschaftlicher Nutzung zugeführt worden, bevor eine erneute Urbanisierung einsetzte. Die Namen dieser Siedlungen sind heute teils vergessen. teils verunstaltet oder absichtlich geändert: Aus der Mongolenstadt Mongolpuri wurde Mangalpuri – „Stadt des Glücks‘‘, das nach einem britischen Beamten benannte Youngpura wurde zu Jangpura -,, Stadt der großen Schlacht‘‘. Dennoch haben viele die Jahrhunderte überdauert. Eines der 14 Dörfer, das Kaiser Feroze Shah Tughlaq im 14. Jahrhundert erwarb, um seine Zitadelle zu bauen, war Hastinapur, dessen Geschichte bis auf das Mahabharata-Epos zurückgeht. Das ebenfalls epische Ursprünge aufweisende Dorf Indraprastha fand sich in den Steuerbüchern verewigt.

Auf dem durch die Stadt verlaufenden Höhenzug fand man Werkzeuge aus dem Paläolithikum, in den Ebenen weiter nördlich Tonwaren aus der Harappa-Kultur. Kaiser Ashoka setzte im 3. Jahrhundert v. Chr. durch ein Edikt auf einem Felsvorsprung im Süden Delhis ein Zeichen seiner Präsenz. Eine bemerkenswerte eiserne Säule aus dem 4. Jahrhundert, deren Ursprung bis heute Rätsel aufgibt, steht in einer Moschee des 12. Jahrhunderts. Die Namen verschiedener Orte erinnern daran, daß hier früher einmal unabhängige Siedlungen oder Vorstädte waren (Pur bedeutet Stadt, kot Fort, abada Stadt, Serai Marktstadt). Im Volksglauben gilt Delhi als die Ewige Hauptstadt, wie Varanasi (Benares) als die Heilige Stadt betrachtet wird. Macht und Ruhm, erbarmungslose Raubzüge und die Narben des Unheils sind hier zu einer faszinierenden Struktur verwoben.

Ab dem 12. Jahrhundert nimmt das Bild der Ewigen Hauptstadt dreidimensionale Gestalt an, als die verschiedenen Herrscherdynastien Nordindiens Delhi ihren Stempel aufdrückten. Im Altertum und Mittelalter ließ man sich in Südasien von natürlichen Grenzen nicht beirren, weshalb Afghanistan zum Herrschaftgebiet vieler nordindischer Reiche zählte. Die buddhistische und hinduistische Diaspora wurde noch durch die islamische übertroffen, als Mohammed von Ghur aus Afghanistan sein Königreich westlich bis nach Khurasan und östlich bis nach Indien ausdehnte. Von 10. bis 13. jahrhundert wurden Südindien und Teile Südostasiens von den mächtigen Cholas beherrscht. Im Norden regierten die Chauhan-Rajputen in Delhi, bis 1192 die plündernden Heere von Mohammed Ghuri aus Raja Prithviraj einfielen. Mit reicher Beute kehrte der Eroberer in seine Heimat zurück und überließ das neugewonnene Territorium seinem Statthalter Qutb-ud–din Aibak. Die von ihm errichtete Siegessäule Qutb Minar gilt als herausragendes Monument der Stadt.

Qutb-ud-dins Regentschaft begründete das Sultanat von Delhi. Mit den aufeinanderfolgenden Dynastien (früher auch Sklavenkönige genannt), der Khiljis, Tughlaqs, Sayyids und Lodis bestimmte es die Geschicke der Region, bis 1526 die Moguln
unter Babur ihren Einzug heilten. Wie bei anderen indischen Staaten waren die Grenzen das Sultanats fließend und erreichten auf dem Höhepunkt der Macht sogar Bengalen und den Tamilenstaat. Der Aufstieg des Königreichs von Vijayanagara in Südindien Mitte des 14. Jahrhundert setzte dem Expansionsdrang jedoch ein Ende.

Delhi besitzt alles andere als eine beschauliche Vergangenheit. Seine Geschichte ist so kontrastreich wie sein Klima, das vom kalten Winter in den farbenprächtigen Frühling übergeht, gefolgt von langen Monaten flirrender Hitze, die nur von wütend heulenden Windstürmen durchbrochen werden und schließlich in sintflutartigen Regenfällen enden. Es gab in Delhi stets frühlingshafte Zeiten voller Lebenslust, angefüllt mit Gelächter, Dichtkunst und leuchtenden Farben, die von den plündernden Heeren der Moguln, Perser, Marathen und Briten abrupt beendet wurden. Auf die Jahre der Trostlosigkeit folgte jedoch stets ein Wiederaufblühen, sobald sich die Karawanen oder die stampfende Eisenhahn wieder in Bewegung setzten, die Verschläge von den Geschäften entfernt wurden und die Menschen hinaus auf die Straßen strömten. Viele mußten ihr Leben lassen, und so manches ging verloren – wertvolle Büchersammlungen, Elemente eines kultivierten Lebensstils, elegante Bauwerke. Von den heutigen Bewohnern Delhis sind nur noch wenige Familien seit mehr als drei Generationen in der Stadt verwurzelt. Ungeachtet seiner wechselvollen Geschichte konnten sich in Delhi jedoch viele Dinge von dauerhaftem Wert festigen. Menschen aus verschiedenen Teilen Indiens, Zentral- und Westasiens haben durch ihr Zusammenleben für die Entstehung einer kosmopolitischen Kultur gesorgt. Die kurze Regentschaft vieler Herrscher läßt auf einen ebenso kurzlebigen Ruhm schließen, weshalb sich viele in eine fieberhafte Bautätigkeit stürzten, damit zumindest ihre Werke die Zeit überdauern. Der Architekturstil der Sultanats-zeit ist eine gelungene Synthese aus einheimischer Handwerkskunst, persischen Plänen und neuen Bautechniken. Ob es sich um Befestigungsanlagen, Bewässerungssysteme für die Gärten oder um Moscheen und Mausoleen handelte, stets verstand man es, Eleganz und Beständigkeit in einer Weise zu verbinden, die heutige Architekten vor Neid erblassen läßt.

Die ll-baris konzentrierten sich mit ihrer Bautätigkeit auf Rai Pithora am südlichen Gebirgszug, die Khiljis auf Siri in den nördlichen Ebenen, während die Tughlaqs Jahanpanah bei Siri, Ferozabad ein Stück weiter nördlich am Fluß und das wuchtige Fort von Tug-hlaqabad als Verteidigungsposten im Osten errichteten. Die Sayyids und Lodis hinterließen keine Befestigungsanlagen, dafür aber viele wurdervolle Mausoleen und Moscheen. Anfang des 14. Jahrhunderts suchten zahlreiche Künstler und Handwerker aus Westasien Zuflucht in Delhi, nachdem die Mongolen die türkischen Seldschuken besiegt hatten. Doch einige Jahrzehnte später beraubte der mongolische Plünderer Timur auch Delhi seines Reichtums und seiner Handwerker, da er in Samarkand eine unvergleichliche Moschee errichten wollte und alle Baumeister und Steinmetze in seinen Dienst zwang.

Weitaus beschaulicher lebten die Glaubensmänner in der Nähe der Hauptstadt, die eine große Zahl von Anhängern um sich scharten. Roshan Chriagh-e-Delhi und Hazrat Nizamuddin waren formme Männer im 14. Jahrhundert, nach denen Orte in Delhi benannt sind. Der Schrein von Bakhtiyar Kaki in Mehrauli zieht ebenfalls viele Gläubige an. Zahlreiche Stätten in Delhi sind sowohl den Hindus als auch Moslems heilig, da sich ihr Mystizismus stark am Eklektizismus der Sufis orientiert. Durch die westasiatische Verbindung vermischten sich Arabisch, Türkisch und Persisch allmählich mit den indischen Sprachen, so daß Amir Khusrau (1253-1325), einer der ersten persischen Dichter in Delhi, keinerlei Mühe hatte, auch in Hindawi, dem frühen Hindi, zu schreiben.

Der mongolische Eroberer Timur war von den prachtvollen Bauten Delhis begeistert. Anders sein Nachfolger Babur, der erste Kaiser der Mogul-Dynastie. Er empfand die Landschaft und Städte Hindustans als ,, äußerst häßlich‘‘, die Bevölkerungsdichte und den Verfall der Städte hielt er für unerträglich. Während seiner kurzen Regentschaft und der seiner Nachfolger fungierten Delhi und Agra abwechselnd als Hauptstadt.

Im 16. Jahrhundert löste sich das Schicksal Delhis von den Herrscherdynastien. Die bei den großen Moguln Akbar und Jahangir wußten mit Delhi nichts anzufangen. Zusammen mit Lahore, Agra und Patna war es jedoch zu einem der wichtigsten Handelsplätze Nordindiens aufgestiegen. Unterstrichen wurde diese Stellung noch durch den selbsternannten Herrscher Sher Shah Suri, den Rivalen von Kaiser Humayun. Er baute die über Delhi und Agra verlaufende Verbindungsstraße von Lahore nach Sonargaon in Bengalen, die sogenannte Grand Trunk Road.Delhi entwickelte sich zu einer geschäftigen Stadt mit vielen Märkten und zahlreichen Handwerkern, für die der Mogul-Hof ein wichtiger Auftraggeber war. Im Umkreis Lagen kleine Marktflecken, deren Namen bis heute in Orten wie Yusuf Sarai, Sheikh Sarai und Badli Sarai weiterbestehen.

Die Bewohner von Delhi standen vorwiegend im Dienst des Hofes und der Adligen und hatten sich um Parkanlagen, Kanäle, Moscheen und Schulen zu kümmern. Nebenbei entwickelte sich die Mischsprache Urdu, ursprünglich eine Art Esperanto zur Verständigung der Soldaten untereinander. Sie verbindet Elemente westasiatischer Sprachen mit Hindi und Sanskrit und hielt sogar Einzug in die Poesie. Die Dichter des 17., 18. und 19. Jahrhunderts in Delhi (Mir, Sauda, Zauq, Ghalib), die sich einen friedlichen Wettstreit mit den Dichtern von Lucknow lieferten, gelangten einzeln und als ,,Schule‘‘ zu Ruhm.

Die Moguln in Delhi stürzten sich noch größere Bauvorhaben als die türkisch-afghanischen Sultane vor ihnen. Baburs Sohn Humayun ließ das gewaltige Fort Din-Panah (das heutige Purana Qila oder Alte Fort) am Flußufer erbauen. Sher Shah Suri brachte seine Rivalität mit Humayun zum Ausdruck, indem er direkt gegenüber und nur durch eine Wasserstraße getrennt eine wuchtige Befestigungsstadt errichtete. An Humayun selbst erinnert eines der schönsten Mausoleen Indiens. Akbar, der Erbauer von Fatehpur Sikri, verewigte sich in Delhi mit keinem einzigen Bauwerk, einem seiner Minister ist allerdings ein Tempel in Kalka zu verdanken. Das Mausoleum des Heerführers Abdur Rahim, der außerdem als begabter Dichter und Übersetzer galt, zählt heute zu den wichtigsten Monumenten.

Wahrscheinlich wäre Delhi eine blühende Handelsstadt geblieben, umgeben von fruchtbaren Feldern und übersät von monumentalen Ruinen, wäre da nicht ein Mann namens Shahjahan auf den Plan getreten. Er wollte sich nicht damit begnügen, Akbars Bauwerke in Agra zu ergänzen und beschloß, eine riesige Zitadelle und eine großartige Moschee in Delhi zu errichten. Noch heute pulsiert das Leben in Shahjahanabad, dessen Gebäude zum Großteil über drei Jahrhunderte alt sind. Als Delhi im 18. Jahrhundert plötzlich wieder zum Synonym für Souveränität und Reichtum wurde, setzten nach 300 Jahren relativen Friedens auch wieder Überfälle und Raubzüge ein. Der persische Herrscher Nadir Shah hinterließ 1739 Verwüstungen, wie sie sonst nur die regelmäßig über Delhi hereinbrechenden Heuschreckenschwärme anrichteten. Die Erbeutung von Shahjahans sagenumwobenem
Pfauenthron war symptomatisch für den Niedergang der Moguln. Später versuchten die kriegerischen Stammesführer aus Maharashtra, die Jats aus den benachbarten Orten und die Briten von ihrer Basis in Bengalen aus, die Stadt einzunehmen. Den Sieg trugen schließlich 1803 die Briten davon.

Delhi diente der East India Company bis zur Eroberung des Königreichs Punjab fast ein halbes Jahrhundert lang als Grenzposten. Die Mogul-Herrscher verkehrten mit den Vertretern der Kompanie auf freundschaftlichem Fuß. Die einheimischen Künstler fertigten Miniaturbilder für britische Kunden, es wurden
Wettschwimmen im Yamuna veranstaltet, die Städter kampierten während des Monsuns in den Mangowäldern bei Qutub, die englischen Offiziere entspannten sich bei Picknicks und Wildschweinjagden. Das Leben verlief in völlig ruhigen Bahnen, bis am 11. Mai 1857 eine Gruppe indischer Soldaten aus Meerut über die Bootsbrücke des Yamuna stürmte und den Kaiser drängte, sie in einem Aufstand gegen die Briten anzuführen. Über vier Monate stand das Schicksal Delhis auf der Kippe: Die Soldaten kontrollierten die befestigte Stadt, die britischen Streitkräfte hielten den Höhenzug des Northern Ridge. Im September 1857 stürmten sie die Stadt und vertrieben die Bewohner, für die die Wucht des Vergeltungsschlags ebenso überraschend kam wie die Verbannung des Kaisers nach Rangun. Die britischen Truppen zogen in die Zitadelle ein, die fortan Red Fort (Rotes Fort) genannt wurde.

Nichts konnte jedoch den Glanz des Mogul-Hofes wiederbringen. Die Durbars von 1877, 1903 und 1911, kunstvolle Zeremonien, bei denen die indischen Fürsten dem Vizekönig oder König-Kaiser ihre Ehrerbietung darbrachten, waren lediglich ein blasser Abklatsch. Beim letzten Durbar verkündete König Georg V., daß die Winterhauptstadt von Kalkutta nach Delhi verlegt werde. (In den Sommermonaten pflegte gesamte Kolonialregierung mit allem Drum und Dran in den kühleren Gebirgsort Shimla umzusiedeln.)

Shahjahanabad bot jedoch nicht genügend Platz für den Vizekönig und seine Verwaltung. Nach Abwägung aller Möglichkeiten und Ortsbesichtigungen auf dem Elefantenrücken beschloß man, New Delhi südlich von Shahjahanabad zu errichten und die Ruinen der älteren Orte in die Stadtlandschaft miteinzubeziehen. Die neue Stadt sich optisch über die anderen erheben, indem man den Palast des Vizekönigs auf den Raisina Hill stellte. Das Architektenteam arbeitete unter der kundigen Leitung von Lutyens, bekannt durch seine englischen Landhäuser, und Baker, der die Regierungsgebäude in Pretoria entworfen hatte.
Während der 20jährigen Bauzeit nach einem stark an Versailles und Washington erinnernden Plan gewann die indische Nationalbewegung immer mehr an Boden. Die bei öffentlichen Versammlungen vor dem Roten Fort geschwungenen Reden waren in der weiträumigen und etwas kahlen Umgebung des vizeköniglichen Palastes nicht zu hören. Als Mahatma Gandhi 1931 die Stufen dieses herrlichen Gebäudes hinaufschritt, um Lord Irwin die Hand zu reichen, konnte sich kaum jemand vorstellen, daß 20 Jahre später der Präsident eines unabhängigen Indiens Lutyens’ größtes Landhaus bewohnen würde.

Für Nordindien war die Unabhängigkeit gleichbedeutend mit Teilung. In der Unsicherheit des Jahres 1947 siedelten viele Moslems von Delhi nach Pakistan um, während zahlreiche Hindus und Sikhs aus dem West-Punjab in die Stadt strömten. Sie bekamen westlich des Ridge und südlich von New Delhi Land zugeteilt.
Viele bauten ihre Häuser aber auch auf die andere Flußseite und im Norden der Stadt. Seitdem hat Delhi nie aufgehört, Menschen verschiedenster Schichten anzuziehen: Arme, die zusammengepfercht in Slums leben, Reiche, die sich palastartige Häuser errichten, Industrielle, die in der Hauptstadt Fuß fassen möchten, junge Leute auf der Suche nach Arbeit. Asphaltierte Straßen haben die Felder verdrängt, Hochhäuser aus Beton und Glas stellen ältere Bauten in den Schatten. Doch der Qutb Minar beherrscht nach wie vor die Skyline von Süddelhi und erinnert daran, daß Delhi eigentlich eine sehr alte Stadt ist.


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EINE BESONDERE ATMOSPHÄRE
Es gibt sieben Gründe, warum man Delhi lieben kann. Eine Stadt ohne Geschichte hat keinen Charakter. Je alter sie ist, um so liebenswerter wird sie. Was sind schon Städte wie Canberra und Kalkutta (kaum 300 Jahre alt) im Vergleich zu Athen, Kairo, Bagdad, Rom. London oder Paris, die über ein ehrwürdiges Alter und Persönlichkeit verfügen? Delhi gehört zu den ältesten Städten der Welt. Nicht umsonst errichteten verschiedene Herrscher hier ihre Forts, Paläste und Gebetsstätten, die die Jahrhunderte überdauerten.

Wenn Sie das Glück haben, Delhi bei Tageslicht zu überfliegen (die meisten internationalen Flüge landen und starten leider zwischen Mitternacht und vier Uhr früh), können Sie die verschiedenen Städte Delhis aus der Vogelperspektive betrachten. Heute sind sie alle in einer einzigen Megametropole vereint, die von einem Ende bis zum anderen knapp 50 Kilometer durchmißt. Mühelos werden Sie den Qutb Minar, das Wahrzeichen von Delhi, zwischen Tempelruinen ausmachen, die sehr viel älter sind als er. Vielleicht erkennen Sie sogar die Überreste der Zinnen der alten Siedlung. Östlich davon erstrecken sich die weitläufigen Ruinen von Tughlaqabad aus dem 14. Jahrhundert, und ein paar Kilometer weiter der Yamuna. Neben alten Forts, Palästen, Moscheen und Mausoleen, die sich aus einem Wirrwarr von Basaren zu erheben scheinen, erblickt man moderne Wolkenkratzer und Villen in riesigen Gärten. Innerhalb von nur zwei Minuten bekommt man einen Panoramablick über die Geschichte Delhis – einige Monumente gehen bis 300v. Chr. zurück, andere sind noch im Bau.

Es ist schön, unter Menschen zu leben, die sich ihrer Stadt verbunden fühlen und stolz auf sie sind. Eine Stadt mit rastlosen Bürgern, die keinen emotionalen Bezug zu ihr haben, ist nicht liebenswert. Sultan Muhammed Tughlaq hatte eines Tages die schwatzhaften Delhiwalas in seiner Umgebung so satt, daß er befahl, die Hauptstadt samt aller Einwohner nach Daulatabad im Zentrum Indiens zu verlegen. Noch vor Ablauf eines Jahres mußte er sein Anordnung zurücknehmen und kehrte beschämt nach Delhi zurück. Der Dichter Abdullah Khan Ghalib, der die Übernahme der Stadt durch die Briten erlebte, beschrieb sein Verhältnis zu Delhi folgendermaßen:
lch fragte meine Seele, was ist Delhi? Die Welt ist der Körper, sagte sie mir, und Delhi ist seine Seele.
Obwohl die Stadt Im Sommer 1947 bei der Teilung Indiens von Punjabis aus Pakistan förmlich überschwemmt wurde und heute über die Hälfte der Bewohner Delhiwalas der ersten Generation sind, sind auch sie voll des Lobes für Delhi. Und das aus gutem Grund: Viele waren aus Pakistan mit nicht viel mehr als dem, was sie auf dem Leib trugen, gekommen. Sie nächtigten unter freiem Himmel auf dem Gehsteig. Delhi erwies sich als ihre Lakshmi, die Göttin des Reichtums. Sie bekamen Land zugeteilt, bauten Geschäfte auf übertrafen die alten Delhiwalas bald an Wohlstand. Mit ihrer Lebensart prägten sie die Stadt nachhaltig und fühlten sich ihr schließlich zutiefst verbunden. Dieses Gefühl ist allen Delhiwalas gemeinsam und ein Grund, warum ich diese Stadt so sehr liebe.

Ein weiterer Grund ist die Tatsache, daß Delhi die grünste Hauptstadt der Welt ist. Nirgendwo sonst findet man auf einem Quadratkilometer mehr und verschiedenartigere Bäume. Zu jeder Jahreszeit steht irgendein Baum in voller Blüte: Seidenwollbaum, Goldregen, Korallenbäume, Bettelpfeffer, Jakaranda und Lagerstroemia. Zwichen Weihnachten und Ostern, wenn der Himmel über Delhi tiefblau gefärbt und die Luft kühl und mild ist, verwandeln sich die Parks in ein Meer von Farben. Der reiche Baumbestand und die Nähe zum Fluß locken eine Viehlzahl von Vögeln an. Die Delhi Bird Watching Society hat eine Liste von über 500 Arten erstellt, die hier zu beobachten sind. Nur eine davon, die Elsterdrossel Dayal oder Shama. Kann für sich in Anspruch nehmen, ein Singvogel zu sein. Alle anderen zwitschern, schreien oder schnattern lediglich. Doch sind die so zahlreich und allgegenwärtig, daß man auf Schritt und Tritt von ihnen umgeben ist, selbst in den überfülltesten Basaren und auf Bahnsteigen. Die vielen Papageien und Mynas, die sich in den Bäumen am Connaught Circus häuslich niederlassen, machen einen derartigen Krach, daß sie fast den Straßenlärm übertönen. Dem Krächzen der Raben und Schilpen der Spatzen kann man nirgends entgehen, und den ganzen Sommer über ist durch das dichte Laubwerk der Ruf der bartvögel und Koels zu hören.Delhi ist somit ein wahres Paradies für Ornithologen. Das Leben in Delhi ist angenehm. Für so betagte Einwohner wie mich kann es außerdem sehr billig sein, wenn man schon lange in einer Wohnung lebt und daher niedrige Mieten zahlt. Gleiches gilt für alle Staatsdiener, denen die Regierung möblierte Unterkünfte zur Verfügung stellt, für die sie nicht einmal ein Zehntel des Marktpreises hinblättern müssen. Da fast die Hälfte der Immobilien dem Staat gehört, sind die meisten Menschen froh, ein Doch über dem Kopf zu haben. Die exorbitanten Mieten, die man von Fremden verlangt, erwecken bei diesen oft den Eindruck, sie seien unerwünscht. Die Fünfsterne-Hotels in Delhi sind für die meisten Inder unerschwinglich, es sei denn, sie laufen über die Spesenabrechnung. Doch kosten sie inzwischen manchmal mehr als ein durchschnittliches Mittelklassehotel in Europa, Kanada oder den USA. Daneben gibt es noch Dutzende billiger Hotels, Pensionen und Privatunterkünfte. Somit genügt Delhi sowohl den Ansprüchen eines Millionärs als auch denen eines Billigtouristen – auch das macht die Stadt so sympathisch.

Amüsant ist die Tatsache, daß die Adresse sofort Aufschluß über wirtschaftlichen und sozialen Status der Bewohner gibt. New Delhis verschiedene nagars (Stadtgemeinden) unterteilen sich nach Einkommen und gesellschaftlicher Hierarchie. Man beginnt in einem neecha (niedrigen) nagar und klettert langsam bis zu einem ooncha (hohen) nagar hinauf – von einem einfachen Zimmer über eine Zweizimmerwohnung bis hin zu einem kleinen Häuschen mit winzigem Garten oder gar einem Herrschaftshaus mit einem Hektar Grund. Falls Sie dann immer noch Zweifel über den sozialen Status eines Delhiwala hegen. erkundigen Sie sich einfach taktvoll, ob er Mitglied in irgendeinem Club ist und welchen Sport er ausübt. Ist der Betreffende Mitglied im Golf-Club (ober Gplf spielt oder nicht), gehört er eindeutig zur Elite. Gleiches gilt für den Reit- und Jagdclub. Dort verkehren Diplomaten und andere ,,Woge‘‘ (Westernised Oriental Gentlemen), die gemeinhin Koi hais genannt werden. Eine Spur niedriger wird der Gymkhana eingestuft, einer der ältesten britischen Clubs mit Bars, Ballsälen, Billard- und Kartentischen, einer guten Bibliothek, Tennis-und Squash-Courts, einem Schwimmbad und einer Militärkapelle.

Es gibt zwar noch Dutzende andere Clubs, die jedoch in den Augen eines Snobs keinen Pfifferling wert sind. Die einzige Ausnahme bildet das India International Certre, das neben den hübschen Lodi-Gärten liegt. Dieser noble Gesellschaftsclub für Delhis Intellektuelle verfügt über eine gut sortierte Bibliothek und liefert den Rahmen für Konferenzen, Seminare, Tanz- und Musikdarbietungen. Man muß jedoch nicht unbedingt Mitglied sein, um an den Veranstaltungen teilzunehmen. Außerdem findet sich stets irgendein. Langweiler, der Sie liebend gern zu einem Kaffee oder Tee einlädt. Sofern Sie gewillt sind. Sich seine endlosen Geschichten über seine Haustiere anzuhören.

Ein weiterer Pluspunkt von Delhi ist das Essen. In den wenigsten Städten wird man für so wenig Geld so gut verköstigt. Wenn Sie Ihren Geldbeutel unbedingt erleichtern möchten, können Sie auch ein Fünfsterne-Lokal mit französischer, italienischer, chinesischer oder polynesischer Küche aufsuchen. Für eine Flasche französischen, italienischen oder deutschen Wein muß man hier das Zehnfache von dem hinblättern, was er im Ursprungsland kostet. In Indien sollten Sie sich daher lieber an die einheimische Küche halten. An jeder dhaba am Straßenrand bekommt man dagegen genauso gute und vielleicht sogar schmackhaftere Speisen für einen Spottpreis. Am billigsten und bekömmlichsten ist wohl die für hiesige Verhältnisse eher zurückhaltend gewürzte südindische Küche.
Erfahrene Schmarotzer haben in Delhi ebenfalls ein leichtes Spiel. Hat man einmal den Bogen raus, kann man jeden Tag mindestens ein schönes Essen mit einem guten Glas Wein ergattern. Es gibt hier nämlich über 120 Botschaften, Kommissionen. Gesandtschaften und Konsulate sowie zahlreiche UNO-Büros. Da Diplomaten stets bemüht sind, mit ihren lokalen Kontakten anzugeben, ist es gar nicht so schwer, zu ihren Empfängen eingeladen zu werden, man tut ihnen sogar einen Gefallen damit. Außerdem erwarten sie keine Gegeneinladung. Wer gute Nerven hat, kann sogar ungeladen auf Parties erscheinen, da nie Fragen gestellt werden. Außerdem fließt dort Scotch in rauhen Mengen.

Delhi ist eine Stadt, in der man tiefe Wurzeln schlägt. Je länger man hier lebt, desto schwerer wird es wegzugehen. Ähnlich muß es wohl dem einstigen Hofdichter Shaikh Ibrahim Zauq ergangen sein: Obwohl er bettelarm war, schlug er das verlockende Angebot eines Herrschers aus Hyderabad mit folgenden Worten aus:

Ist auch die Liebe zur Dichtung voll erblüht im heutigen Hyderabad wie könnte ich mich losreißen von diesen Straßen?
Wie könnte ich gehen und Delhi verlassen?

Natürlich gibt es auch unzählige Gründe, das Leben in dieser Stadt zu hassen. Sie lassen sich auf einen einfachen Nenner bringen: Nichts funktioniert hier, wie es soll. Metten in der Hitze des Sommers versiegen die Wasserhähne, die Klimaanlagen streiken, das Licht geht ohne Vorwarnung aus, die Telefonleitungen sind tot. Auch die Umweltverschmutzung hinterläßt unübersehbare Spuren. Im Winter liegt morgens eine dichte Smogglocke über der Stadt, Flüge haben Verspätung oder werden annulliert. Der Verkehr ist chaotisch. Busse und Lastwagen spucken ihre Abgaswolken aus, Dreiräder rattern wie Maschinengewehre, und jeder Fahrer scheint auf die Hupe zu drücken – wir sind in der Tat ein äußerst lärmfreudiges Volk. Aber man gewöhnt sich bald an den Krach, Schmutz und den Zusammenbruch wichtiger Dienstleistungen. Und dann zieht Delhi Sie in seinen Bann.

Delhi besteht aus einer Ansammlung von Stadtörfern, die alle ihre eigene Stammeskultur, ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl und bestimmte Riten für den Übergang von einer Stufe in die andere besitzen. An der Spitze dieses Totempfahls steht die diplomatische Enklave Chanakyapuri in Lutyens’ New Delhi, dicht gefolgt vom eleganten Golf Links und Sundernagar im Süden. Angeblich sprechen Golf Linkers nur mit Chanakyapurianern, die ihrerseits das Wort nur an Gott oder einen Minister richten, wobei ersterer meist leichter zu erreichen ist. Vielleicht erklärt dies, warum die überall sonst regierenden elementaren Naturgesetze in Chanakyapuri einem strengen Protokoll unterliegen. Moskitos dürfen die Bewohner beispielsweise nur nach vorheriger Anmeldung stechen. Kein Wunder also, daß ein einheimisches Sprichwort besagt:,,Es ist leichter, Blut aus einem Stein zu pressen als aus einem Chanakyapurianer.‘‘
Eine philosophische Schule behauptet gar, hätte Newton in Chanakyapuri gelebt, wäre kein Apfel so vermessen gewesen, ihm auf den Kopf zu fallen. Somit wäre das Gesetz der Schwerkraft nicht entdeckt worden, und der Rest der Welt könnte ebenso in den Wolken schweben wie Chanakyapuri.

Das Greater-Kailash-Imperium (GK) versuchte auf andere Weise zurückzuschlagen. GK ist das natürliche Habitat jenes genetischen Mutanten, der gemeinhin Maruti-Suzuki-Salonwagen genannt wird. Nachdem die Kailashites ihre Bungalows und Villen gentreu im innovativen Stil der Disneyland-Gotik und des Tandoori-Tudor errichtet hatten, lenkten sie ihre schier unerschöpfliche Kreativität auf ihre Fortbewegungsmittel. Es ist unglaublich, wieviel Schnickschnack in Form von kunstpelzbesetzten Armaturenbrettern, Minibars mit Musik, aufklappbaren Fernsehgeräten und Aufklebern wie ,,I’m risky after whisky‘‘ in ein Fahrzeug paßt, das in Größe und Form an ein Matchbox-Auto erinnert. In der Gk-Ruhmeshalle sticht besonders jener junge Mann hervor, der auf einen Swimmingpool in seinem Maruti-Boot verzichten mußte, da der Sprungturm den Empfang der Antennenschüssel auf dem Dach beeinträchtigte. Mit gebrochenem Herzen erlaubte er seiner ersten Liebe, Harakiri zu begehen, und tröstete sich mit einem guterhaltenen Volkswagen.

Derartiges wird von den Bewohnern des benachbarten Hauz Khas Village (HKV) mißtrauisch beäugt. Das bevorzugte Fortbewegungsmittel ist dort ein Designer-Ochsenwagen, der möglichst viel Designer-Staub aufwirbelt und beim Über-fahren eines Designer-Schlaglochs dem Fahrer ordentlich das Rückgrat staucht. Der unerhört ethnisch Charakter von HKV sticht dem Besucher sofort ins Auge: ethnische Boutiquen, ethnische Lokale, ethnische Gestalten und Preisschilder, die eher die indische Staatsverschuldung widerzuspiegeln scheinen als den Wert der Ware. Aber das Land billig zu verschleudern, wäre ethnisch-patriotisch wohl kaum zu vertreten.

Der gerissene Delhiwala wird daher zwar beim Shopping in Hauz Khas gesehen, erledigt jedoch seine Einkäufe in Lajpat Nagar (LPN), Delhis Sonderangebotsabteilung. LPNs raison d’etre ist ein riesiger Markt, die Verkörperung des indischen Basars, wo man alles nur Erdenkliche kaufen kann – von billigen Lebensmitteln bis hin zu Eiskübeln aus Plastik mit dem Taj-Mahal-Motiv und einem Manneken Pis als kosmopolitische krönung.

Daß auch außerhalb von LPN noch Leben möglich ist, beweist die Existenz der ,,colonies‘‘ –oder klonies, wie die Einheimischen sagen – auf der anderen Seite des Yamuna in mehr als einer Hinsicht. Am äußersten Ende liegt Noida, wie die New Okhla Industrial Development Area gerne genannt wird. Vergleichbar mit der vierten Generation von Computerfreaks, Diskjockeys und Flugansagespezialisten, gehören auch die Noidaner jener besonderen Rasse an, die sich in völlig unverständlichen Lauten ausdrückt. Wenn Noidaner beispielsweise ,,Noida‘‘ sagen, bemühen sie sich. es wie ,,Nevada‘‘ klingen zu lassen, was sich dann anhört wie ,,Neorrrda! ‘‘.Diese Ansammlung von Knacklauten macht ihre Worte für jeden Normalsterblichen absolut unverständlich außer für andere ,,Neorrrdans!‘‘, mit denen sie natürlich nicht im Traum sprechen würden.

Old Delhi – die befestigte Stadt Shahjahanabad aus dem 17. Jahrhundert – steht dagegen für das sofortige Vergessen, die fünfte Dimension des Zeit-Raum-Kontinuums, aus der kein Reisender zurückkehrt. Es kursieren Geschichten von hilflosen Entdeckern. Die sich in dei Wildnis von Chandni Chowk vorwagten, um den Eingeborenen exotische Gewürze und Glasspangen zu tauschen oder das legendäre Essen der Kebab-stände im Gassenlabyrinth um die Jama Masjid zu kosten, und nie wieder gesehen wurden. Der vorsichtige New Delhiwala vernimmt solche Geschichten mit einem leichten Schaudern und hält sich wohlweislich vom ,,terror‘‘ incognito hinter dem Kashmiri Gate fern.

,,Aber so schlimm kann es doch gar nicht sein‘‘, versuchte ich einmal einen New delhiwala zu überzeuge. ,,Schließlich lebte Shahjahan auch hier, oder?‘‘ ,,Das schon‘‘, meinte der andere düster, ,, und was hatte er davon? Er ist vor 300 Jahren gestorben!‘‘

Doch selbst der Sensenmann könnte seine Schwierigkeiten, haben, sich in der Hauptstadt zurechtzufinden. Lutyens’ Nachfolger taten ihr Bestes, um die Einwohner vor Heimsuchungen aller Art zu schützen. Der Stadtplan trotzt allen langweiligen Regeln arithmetischer oder alphabetischer Ordnung und zeugt stattdessen von der Macht des multilateralen Denkens. Je begehrter die Siedlung, desto geheimmisvoller die Straßennummerierung, was dazu führt, daß diejenigen, die in den schicksten Vierteln wohnen, häufig Gefahr laufen, selbst am wenigsten zu wissen, wo sie sind. Wenn Sie in Delhi also jemand fragt, wo Sie wohnen, und Sie gestehen, daß Sie nicht die leiseste Ahnung haben, werden er und Sie vermuten, daß Sie frisch angekommen sind – obwohl keiner von Ihnen beiden weiß wo.

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DER NÖRDLICHE HÖHENZUG
Der sich in Delhi über dem Yamuna erhebende Höhenzug ist der nördliche Ausläufer einer der ältesten Gebirgsketten der Welt: Geologen zufolge stammen die sogenannten Aravalli-Berge aus dem Präkambrium und sind etwa 1500 Millionen Jahre alt. Sie ziehen sich von Delhi bis in die Nähe von Ahmedabad in Gujarat, ihre Gipfel erreichen im Süden bei Mount Abu in Rajasthan eine Höhe von über 1800 Metern.

Mit Ausnahme der Bäume und des großen Hindu-Rao-Krankenhauses wurde der Höhenzug größtenteils in seinem ursprünglichen Zustand belassen. Aufgrund der Kampfhandlungen während des indischen Aufstands 1857 war die Hügellandschaft für die Briten mehr oder weniger heilig. Heute ist sie ein angenehm kühler Erholunsgort mit Reit- und Wanderwegen, lieblichen Tälern und Seen, wo sich Affen, Pfauen, Mungos und alle Vogelarten Delhis tummeln.

Nur wenigen Besuchern ist der nördliche Höhenzug (Northern Ridge) ein Begriff. Wer sich jedoch für die britische Geschichte Indiens interessiert, sollte diesen Ort, der außerdem auch moslemische Relikte früherer Sultanate aufweist, auf jeden Fall aufsuchen. Von Norden nach Süden sind dort die folgenden Monumente zu finden. Das Mutiny Memorial (auch Ajit Garh oder Siegesturm genannt) wurde 1862 von der britischen Armee zum Gedenken an die Toten des Sepoy-Aufstandes von 1857 errichtet. Eine kleine Truppe der regierenden East India Company hatte auf dem damals noch baumlosen Gebirgszug von Juni bis September 1857 nach dem Ausbruch der Revolte im Mai ausgehalten. Ausgegangen war die heute von den Indern gerne als erster Unabhängigkeitskrieg gewertete Meuterei von den indischen Soldaten der britischen Bengalen-Armee in Meerut, einer großen Garnisonsstadt 77 Kilometer von Delhi entfernt. Obwohl der eigentliche Anlaß örtlich begrenzt war, griff die Revolte rasch auf die mit der britischen Herrschaft unzufriedene Bengalen-Armee über. Rassendiskriminierung und mangelnde Sensibilität für die Gefühle der Inder taten ein übriges. Wenngleich die Inder von der Richtigkeit ihrer eigenen Lebensweise überzeugt waren und sie den Veränderungsdrang der Briten mißbilligten, beteiligten sich die meisten nicht am Aufstand und unterstützten sogar aktiv die Regierung.

Die auf beiden Seiten hochschlagenden Emotionen ließen die Kämpfe in grausame Brutalität ausarten. Das Blutvergießen begann am 10. Mai und griff am folgenden Tag auf Delhi über. Innerhalb kürzester Zeit war der britischen Herrschaft zwischen Delhi und Allahabad, nur etwa 640 Kilometer von der damaligen Hauptstadt Kalkutta entfernt, die Grundlage entzogen. Im Juni begann die Rückeroberung, als aus dem Punjab britische Streitkräfte zur Verstärkung eintrafen. Knapp die Hälfte der 3000 Soldaten waren Inder.

Ungeachtet der Hitze und des einsetzenden Monsunregens harrten die Streitkräfte bis September auf dem Ridge aus (zu diesem Zeitpunkt belief sich ihre Stärke auf 10 000 Mann). Nicht nur die Angriffe der meuternden Truppen machten ihnen zu schaffen, sondern auch Cholera, Hitzschlag und Malaria. Der britische Oberbefehlshaber und sein Nachfolger wurden im Abstand weniger Wochen von der Cholera dahingerafft. Mitte September wurde die Stadt schließlich über das Kashmiri Gate gestürmt – eine taktisch kluge Entscheidung, da der Fluß eine geschützte linke Flanke bot. Nur befanden sich unglücklicherweise unmittelbar dahinter die Lager der Weinhändler, was den Angreifern nicht lange verborgen blieb. So war es mit der Disziplin bald vorbei.

Der britische Befehlshaber, Brigadegeneral John Nicholson, wurde gleich zu Beginn tödlich verwundet. Erst nach einer Woche anhaltender Straßenkämpfe konnte die Stadt erobert werden. Obwohl nun kein Zweifel mehr am Ausgang der Revolte bestand, zogen sich die Kampfhandlungen in Nord- und Zentralindien noch weitere zwölf Monate hin. Am 1.September 1858 ging die Regierungsgewalt von der East India Company auf das britische Parlament über.

Das Mutiny Memorial auf der Hügelkette markiert die britische Gefechtslinie während der Monate vor dem Angriff. Das im Stil der viktorianischen Gotik erbaute Denkmal ist zwar kein architektonisches Schmuckstück, doch die Behauptung, es sei an das Albert Memorial im Hyde Park in London angelehnt, entbehrt jeder Grundlage, da letzteres über zehn Jahre später entstand. Auf Gedenktafeln sind die einzelnen Regimenter der Delhi Field Force, die Gefechte, die Namen der 46 im Kampf gefallenen Offiziere sowie die Zahlen der getöteten und verwundeten Soldaten aufgelistet.

Etwa 200 Meter nördlich des Mutiny Memorial stehen an der Straße die ca. 3,5 Meter hohen Überreste einer von zwei Ashoka-Säulen aus dem 3. vorchristlichen Jahrhundert, die Sultan Feroze Shah Tughlaq im 14. Jahrhundert in seinen Palästen aufstellen ließ. Diese Ediktsäule ist das älteste bekannte Artefakt auf Delhis Northern Ridge. Neben Shahjahan und Lutyens zählt Sultan Feroze Shah zu den drei großen Architekten von Delhi. Für die damalige Zeit war der Sultan ein äußerst ungewöhnlicher Herrscher: Der passionierte Altertumskenner schätzte neben islamischen auch hinduistische und buddhistische Errungenschaften. Er ließ den Qutb Minar ebenso instand setzen wie den kreisförmigen Hindu-See Suraj Kund im Süden Delhis.

Die Ashoka-Säule ist zwar Fragment, doch zeigt sie ein Beispiel der Ashoka-Brahmi-Schrift aus dem 3.Jahrhundert, einer Vorläuferin der heutigen Devanagiri-Hindi-Schrift. Eine Tafel am Sockel erklärt die Herkunft der Säule. Gegenüber befindet sich das Hindu-Rao-Krankenhaus. Das ursprüngliche Gebäude, von dem noch ein Teil erhalten ist, wurde wahrscheinlich um 1820 für einen Briten am Mogul-Hof errichtet. Später erwarb es der adelige Marathe Hindu Rao. Während des Sepoy-Aufstands wurde es vom Sirmoor Battalion of Gurkhas besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen diente es zunächst als Militärkrankenhaus, dann als allgemeines Krankenhaus.

Die Anlage umschließt einen Teil des Palasts von Sultan Feroze Shah Tughlaq aus dem 14. Jahrhundert, den Pir Ghaib. Während der Revolte wurde er als Wachturm genutzt. Auf dem Dach befindet sich eine kleine runde Sandsteinplatte mit einem Loch für das Senkblei eines Instruments, mit dessen Hilfe die Briten um 1830 erstmals ihre neuen Besitztümer genau vermaßen und auf einer Landkarte verzeichneten. Ein Stück weiter die Straße entlang steht die Charbuja Masjid (Moschee der vier Türme), die ebenfalls unter Feroze Shah errichtet wurde. Ungewöhnlich ist, daß sich die Moschee nicht im Erdgeschoß, sondern im oberen Stockwerk befindet.

Fahnenturm: Auf dem Wanderweg Richtung Norden, vorbei am Seismologischen Institut, gelangt man zum Fahnenturm in der Mitte der Straße. Während des Aufstandes sammelten sich hier die Europäer nach den ersten Angriffen, bevor sie weiter nach Ambala und Meerut zogen. Bis heute konnte der Ursprung des Turms nicht mit Sicherheit geklärt werden. Man glaubt, er sei Teil eines Militärquartiers gewesen, das vor dem Ausbruch der Revolte auf der Westseite des Höhenzugs lag.

Der Wanderweg links den Berg hinunter führt zum Büro des Vizekanzlers in der Universität von Delhi. Während des Besuchs von König Georg V. 1911 wurde hier das königliche Lager aufgeschlagen. 1912 entstand das heutige Gebäude als vorübergehende Residenz des Vizekönigs, bis die Hauptstadt komplett von Kalkutta nach New Delhi verlegt war. Im Vergleich zu dem späteren großartigen Palast in der Stadt nahm es sich eher bescheiden aus. Allein der Marmorboden in einigen Räumen erinnert noch an seine einstige Pracht.

Krönungsdurbar: Einige Meilen nordwestlich fand im Dezember 1911 das wohl prachtvollste Schauspiel der gesamten britischen Herrschaft statt – der Krönungsdurbar, zu dem König Georg V. die Fürsten und das ganze indische Volk einlud. Von zwei großen, halbkreisförmigen Erhebungen aus konnten die Zuschauer die Zeremonie beobachten. Für den kunstvollen Festzug waren eigens Herolde ausgebildet worden. Während der Feierlichkeiten ergriff der König völlig unerwartet das Wort und machte eine historische Ankündigung:,, Wir haben das Vergnügen, unserem Volk zu verkünden, daß wir auf Anraten unserer Minister und nach Rücksprache mit unserem Generalgouverneur die Verlegung des Regierungssitzes von Kalkutta in die ehemalige indische Hauptstadt beschlossen haben.“

In dem riesigen Amphitheater konnten zwar nicht viele den genauen Wortlaut verstehen, doch die Neuigkeit breitete sich in Windeseile aus. Je nach Gesinnung löste sie Freude bei den einen. Unmut bei den anderen aus. Als königlicher Erlaß entzog sich diese Wahl jeglicher politischen Argumentation, doch viele geben zu bedenken, daß Delhi als ,,Friedhof der Dynastien“ verschrieen sei. Andere prophezeiten, daß es mit Bengalen als Machtzentrum nun zu Ende gehen würde. Beides erwies sich als richtig: Von der offiziellen Einweihung der Stadt 1931 bis zur Unabhängigkeit bestand British New Delhi lediglich 16 Jahre, während Kalkuttas einst bedeutender Einfluß auf die indische Regierung völlig dahinschwand.

Zur Beschwichtigung der Bengalen wurde verkündet, daß die seit 1905 bestehende Teilung ihrer Heimat aufgehoben werden sollte (was jedoch nicht verhinderte, daß Bengalen 1947 erneut geteilt wurde). Später legte das Königspaar die in aller die in aller Eile besorgten Grundsteine für die neue Hauptstadt. Das Geheimnis der geplanten Verlegung war so streng gehütet worden, daß man keine Stadtplaner oder Ingenieure bei der Wahl des Standorts zu Rate gezogen hatte. Als 1912 das Expertenteam eintraf, wurde der Durbar-Platz für ungeeignet befunden. Die Grundsteine wurden heimlich wieder ausgegraben und schließlich in die Ostmauern der heutigen Regierungsgebäude in New Delhi eingesetzt.

In den sechziger Jahren wurden die Statuen einiger britischer Persönlichkeiten. die einst die Straßen von Delhi würdevoll überblickten, in eine umfriedete Anlage am Durbar-Platz gebracht. Manche kamen jedoch nie dort an, da sie unterwegs einfach ,,verlorengingen“. In anderen Teilen Indiens akzeptierte man sie als Teil der Geschichte und beließ sie dort, wo sie enthüllt worden waren.

Das eindrucksvollste Denkmal ist die Statue von König Georg V. aus dem Jahr 1936, die sich einst majestätisch unter Lutyens’ steinernem Baldachin am India Gate befand. Sie zeigt den König in seiner Krönungsrobe aus Samt und Hermelin mit einer 3,5 Meter langen Schleppe, die er im Dezember 1911 getragen hatte. Das Werk stammt vom Bildhauer Charles Jagger, der auch die Statue von Lord Hardinge, dem damaligen Generalgouverneur, anfertigte.

Zu dem illustren Kreis gehören außerdem die Statuen von Lord Irwin (dem späteren Lord Halifax) und Lord Willingdon, für die beide Reid Dick verantwortlich zeichnete. Bei der durch öffentliche Spenden finanzierten Skulptur von Lord Irwin muß das Geld wohl knapp gewesen sein, da sie nicht wie die anderen aus Marmor, sondern aus Kalkstein besteht, dem der Smog von Delhi schlimm zugesetzt hat.
Die um 1935 entstandene vierte Statue ohne Inschrift stellt wahrscheinlich Lord Chelmsford dar, der 1916 unversehens von seiner Einheit in den Simia Hills, wo er Captain der Territorialarmee war, in den Palast des Vizekönigs abkommandiert wurde. Der Bildhauer war M.S. Nagappa aus Madras.

Königin Viktoria, die in bronzener Erhabenheit fast 50 Jahre lang vor dem Rathaus am Chandni Chowk thronte, wurde zunächst zusammen mit den anderen Statuen hierhergebracht, jedoch aufgrund mutwilliger Beschädigungen in die Kunstakademie gegenüber dem Obersten Gerichtshof überführt.

In der Mitte der Skulpturenarena erhebt sich eine polierte Granitsäule auf einer hohen, mit Stufen versehenen Plinthe, um die Stelle zu markieren, an der der Königsthron stand. Eine Bronzeplatte im echten Imperialstil befindet sich erstaunlicherweise noch an ihrem Platz. Die Worte erinnern an eine längst vergangene Zeit. Am 12. Dezember 1911 verkündete hier Seine königliche Hoheit Georg V., Kaiser von Indien, bei einem feierlichen Durbar den Gouverneuren, Fürsten und dem Volk von Indien in eigener Person seine in England am 22. Juni 1911 vollzogene Krönung und nahm ihre pflichtgetreue Huldigung und Ergebenheit entgegen.

Wer sich nicht besonders für die britische Periode in Indien interessiert, wird den verwilderten Durbar-Platz mitsamt seiner Monumente wohl als relativ bedeutungslos empfinden. Für andere da gegen ruft er Augenblicke der indischen und britischen Geschichte wach, die längst der Vergangenheit angehören.

Alt Delhi - Die Kreuzung des Mondlichts
Im Jahre 1648 wurde der Pfauenthron als Zeichen des offiziellen Umzugs der Hauptstadt von Agra in Delhis Red Fort verlegt. Es ist gut möglich, daß den untröstlichen Shah Jahan in Agra zuviel an seine geliebte Mumtaz Mahal erinnerte und er deshalb umzog. Den historischen Aufzeichnungen zufolge übte seine Tochter Jehanara, die er mit Mumtaz hatte, beträchtlichen Einfluß auf ihn aus.

Jahanara entwarf die gerade Straße, die durch das Haupttor des Forts verlief und an der Fatehpur Masjid endete. Sie war 21 Meter breit, durch einen Wassergraben geteilt und hieß Chandni Chowk.

Heute liegt sie im dichtgedrängten Herzen von Old Delhi. Während sich Motorroller und Fahrradrikschas auf der Straße um Parkgelegenheiten rangeln, drängen sich Blumenverkäufer vor einem Tempel, und im nahen Krankenhaus werden verletzte Vögel umsonst behandelt.

Verkäufer getrockneter Früchte, die aus so entfernten Ländern wie Afghanistan kommen, sitzen umgeben von ihren Waren, wie es schon ihre Väter und Urgroßväter taten.

Sich windende kleine Gassen, altes und neues Silber, der aromatische Duft von frischgebackenem Parathas (ungesäuertem Brot), zum Verkauf stehende Hochzeitskleidung wie goldene Turbane, lange glitzernde, goldene Gewänder und Kränze aus Geldscheinen tragen zum Lokalkolorit bei.

Es werden Träume in dieser 400 Jahre alten Straße feilgeboten, die wörtlich übersetzt ,,die Kreuzung des Mondlichts” heißt.

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