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Fatehpur sikri

Uttar Pradesh
Tajmahal, Agra
 

FATEHPUR SIKRI
Zwischen 1570 und 1586, das war die Zeit der Herrschaft von Akbar, war Fatehpur Sikri die Hauptstadt des Mogulreiches. Die Stadt liegt 40 km westlich von Agra. Aber genauso plötzlich und übereilt, wie sie gebaut wurde, gab man sie auch wieder auf. Heute ist es eine nahezu perfekt erhaltene Mogulstadt, so wie sie zur Blütezeit der Mogulherrschaft existiert haben mag. .

FatehpurSikri

FatehpurSikri

Wer Agra besucht, sollte sich Fatehpur Sikri auf keinen Fall entgehen lassen.
Die Legende berichtet, daß Akbar ohne männlichen Erben war. Um dies zu ändern, pilgerte er zu dem Heiligen Shaik Salim Chisti in Sikri. Dieser verheiß ihm die Geburt eines Sohnes, des späteren Herrschers Jehangir. Aus Dankbarkeit taufte Akbar seinen Sohn auf den Namen Salim. Das war aber noch nicht alles.

FatehpurSikri: Buland Darwaza

FatehpurSikri: Buland Darwaza

Akbar verlegte auch die Hauptstadt seines nach Sikri und stampfte eine neue, strahlende Stadt geradezu aus dem Boden. Später wurde sie jedoch wieder aufgegeben, angeblich wegen Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung.
 

Akbar genoß den Ruf, sehr tolerant gegenüber anderen Religionen zu sein, obwohl er selbst Moslem war. Er verbrachte viel Zeit damit, mit Anhängern anderer Religionen zu diskutieren und die Schriften zu studieren. Dies alles geschah in Fatehpur Sikri. Er schuf auch eine völlig neue Religion, genannt Deen Ilahi, Sie sollte ein Konglomerat aller wichtigsten Religionen sein. Akbars ranghöchste Beamte, wie Bibal, Raja Todarmal und Abu Fazal, hatten ihre Häuser in der unmittelbaren Umgebung seines Palastes.

Fatehpur sikri: Jami Masjid

Fatehpur sikri: Jami Masjid

Jodh Bai-Palast: Bis heute ist nicht ganz geklärt, wer in diesem Palast, nordöstlich der Moschee, eigentlich wohnte. War es Jodh Bai, die Frau Jehangirs, oder vielleicht Akbars Frau, die Hinduistin war? Auch hier besteht die Architektur wieder aus einer Mischung aus hinduistischen Säulen und moslemischen Kuppeldächern. Der Palast der Winde ist eine grandiose Schöpfung; die Wände dieses

Fatehpur sikri: Jodhabai Palace

Fatehpur sikri: Jodhabai Palace

vorspringenden Raumes bestehen vollständig aus steinernen Gittern. Vielleicht saßen hier die Hofdamen und warfen einen Blick auf das Treiben unter ihnen.

 Karawan Sarai und Hiran Minar: Die Karawan Sarai (Karawanserei) war ein großer Innenhof, umgeben von Unterkünften, der von Kaufleuten benutzt wurde. Der Hiran Minar (Wild-Minarett) soll derÜberlieferung nach unter sich das Grab von Akbars Lieblingselefanten beherbergen. Tatsache ist aber, daß der Elefant außerhalb des Forts beerdigt ist. Aus dem 21 m hohen Turm schauen steinerne Elefantenzähne heraus. Akbar soll von diesem Turm aus auf Wild geschossen haben, das man vor den Turm gescheucht hatte. Das flache Stück Land vor dem Turm war früher ein See, wird heute aber nur noch gelegentlich überflutet.

Haus der Miriam: Unweit des Jodh Bai-Palastes steht dieses Haus, das früher von der Mutter Jehangirs bewohnt wurde. Damals sah es aber wesentlich prächtiger aus, denn es war über und über mit Gold belegt. Daher wird es auch das Goldene Haus genannt. Jami Masjid oder Darah-Moschee: Diese Moschee in Fatehpur Sikri soll eine Nachbildung der Moschee von Mekka darstellen.

Fatehpur sikri: Hiran Minar

Fatehpur sikri: Hiran Minar

Auf jeden Fall enthält das schöne Bauwerk Stilelemente der persischen und hinduistischen Kultur. Der Haupteingang führt durch das Buland Darwaza, das Siegestor. Es erinnert an Akbars Sieg in Südindien. Dieses beachtliche Tor erreichen Sie über nicht weniger beeindruckende Treppen. Eine Inschrift im Torbogen besagt: Die Welt ist eine Brücke; überschreite sie, aber baue keine Häuser auf ihr. Wer eine einzige Stunde des Glücks erhofft, mag die Ewigkeit erhoffen. “mag die Ewigkeit erhoffen’’. Vor diesem Tor ist eine tiefe Quelle. Finden sich genügend Touristen, dann springen todemutige Einheimische hoch oben vom Tor in das Wasser.
In der Moschee ist das Grab (Dargah) des Shaik Salim Chisti, umgeben von Gitterfenstern aus Marmor. Noch heute kommen, genauso wie Akbar vor 4 Jahrhunderten, kinderlose Frauen zu dem Grab des Heiligen, um Kindersegen zu erflehen. Auch der Enkel des Heiligen, Islam Khan, ist in dieser Moschee begraben. Abul Fazi und Faizi, Berater und Dichter des Herrschers Akbar, hatten ihre Häuser unmittelbar neben der Moschee.

Bhirbal Bhavan: Dieser besonders elegante, aber kleine Palast wurde entweder für oder von Raja Birbal, dem wichtigsten Hofbeamten Akbars, gebaut. Seine Motive und die gesamte Ausführung sind meisterhaft. Victor Hugo, der französische Schriftsteller aus der viktorianischen Ziet, beschrieb diesen Bau als entweder sehr kleinen Palast oder sehr große Schmuckkassette. Der Hindu Birbal, bekannt für seinen Witz und seine

Miriam-House

Miriam-House

Weisheit, schien leider ein unfähiger Soldat zu sein, denn er verlor sein Leben und große Teile seiner Armee bei den Kämpfen von Peshawar im Jahre 1586. Zum Palast gehören ausgedehnte Stallungen mit fast 200 Boxen für Pferde und Kamele. Steinringe zum Festmachen der Tiere sind noch immer zu sehen.

Panch Mahal: Dieser kleine, fünfstöckige Palast wurde vermutlich früher von den Hofdamen benutzt. Ursprünglich waren die Seiten zugemauert, aber die Wände wurden entfernt, um die offenen Kolonnanden innen sichtbar werden zu lassen. Jedes der fünf Stockwerke ist kleiner und versetzt auf das untere Stockwerk gebaut worden, also wie eine Pyramide, so daß oben nur noch Platz für einen kleinen Kiosk bleibt. Die Kuppel wird von vier Säulen getragen. Im unteren Stockwerk stehen 56 Säulen getragen. Im unteren stockwerk stehen 56 Säulen, von denen nicht zwei gleich sind.

Panch-Mahal

Panch-Mahal

Ankh Michauli: Will man diesen Namen übersetzen, bedeutet er etwa “Verstecken und Suchen.’’ Man vermutet, daß der Herrscher hier mit den Haremsdamen Verstecken spielte. Näher liegt allerdings, daß dieser Bau als Archiv für Schrift-stücke benutzt wurde. Wozu die mit steinernen Monstern verzierten Stützen allerdings besser passen, bleibt der Phantasie der Besucher überlassen. In einer Ecke befindet sich ein Platz, der mit einem Baldachin überzogen ist. Dort lebte vermutlich Akbars Hindu-Guru, der ihm weissagte und ihn unterrichtete.

Ankh Michauli

Ankh Michauli

Diwan-i-Khas: Das Äußere dieser Halle für Privataudienzen ist schlicht, aber die Innenausstattung ist einzigartig. Eine Steinsäule in der Mitte des Gebäudes stützt einen flachen Thron. Von den vier Ecken des Raumes führen Stege quer durch den Raum bis zu diesem Thron. Man nimmt an, daß Akbar auf diesem Mittelsitz Platz nahm, während seine vier wichtigsten Minister in den vier Ecken ihren Platz hatten.

 

Diwan-i-Khas

Diwan-i-Khas

Diwan-i-Am: Hinter den Toren am Nordostende der Geisterstadt liegt die Halle der öffentlichen Audienzen. Zu ihr gehört ein großer offener Innenhof, umgeben von Kreuzgängen. Neben der Diwan-i-Am liegt der Packchisi-Garten, der wie ein gigantisches Brettspiel angelegt wurde, Angeblich spielte Akbar auf diesen Mustern Schach, wobei Sklavinnen die Schachfiguren darzustellen hatten.

 

Diwan-i-Am

Diwan-i-Am

Weitere Sehenswürdigkeiten: Vor dem Norbat Khana, das früher einmal das Haupttor war, spielten Musiker auf, wenn unten Prozessionen vorbeidefilierten. Die Straße verlief am Münzamt und an der Schatzkammer vorbei bis zur Diwan-i-Am. Das Khabgah war Akbars Schlaftrakt; es liegt vor dem Daftar Khana, dem Büro. Daneben finden Sie das kleine, aber sehr fein gearbeitete Rumi Sultana (Haus der türkischen Königin). Die Innendekoration läßt dieses Gebäude als ein wahres Juwel erscheinen.

Neben der Karawanserei halten einige weniger gut erhaltene Elefanten noch immer stumme Wache am Hathi Pol (Elefanten-Tor). Direkt daneben kann man das Hakim (Haus des Doktors) und ein sehr schönes Hamman (Türkisches Bad) sehen. Außerhalb des Dargah-Moschee findet man die Überbleibsel der Bildhauermoschee. An dieser Stelle soll einmal das Grab des Shaik Salim Chisti gewesen sein; diese Moschee ist älter als die von Akbar gegründete und erbaute Stadt.
 
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